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Puddle Of Mudd: Volume 4: Songs In The Key Of Love And Hate

Nette Scheibe, die leider nicht an frühere Werke anknüpfen kann
Wertung: 6.5/10
Genre: Alternative Rock, Post-Grunge
Spielzeit: 35:50
Release: 19.02.2010
Label: Geffen Records

Wir kramen mal ein bisschen in der Mottenkiste und vielleicht erinnern sich dann einige von euch tatsächlich noch an Puddle Of Mudd. 2001 tauchte das Quartett plötzlich aus der Versenkung auf, gehypt und produziert von Limp Bizkit-Fronter und selbsternanntem Superproll Fred Durst, der zwar fleißig den Verkauf roter NY-Käppis weltweit ankurbelte, sonst aber nach „Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water“ nichts Nennenswertes mehr auf die Beine stellen konnte. Damals jedenfalls war seine Band noch ein großes Ding und seine neuen Schützlinge sollten ein ebensolches Schicksal erfahren.

Ihr Erstlingswerk „Come Clean“ mit dem Hit „Control“, der wochenlang selbst auf einschlägigen Musiksendern – als diese noch Musik spielten – totgenudelt wurde, verkaufte sich rasant; kein Wunder, hatte die Band doch alles, was erfolgreich macht, inklusive rotziger Attitüde und einer großen Klappe. Dass Sänger und Aushängeschild Wes Scantlin eine nicht von der Hand zu weisende Ähnlichkeit mit Kurt Cobain hatte und an und für sich als sympathischer Kerl sowohl in Interviews als auch on stage punkten konnte, trug sicherlich maßgeblich zum Erfolg der Band aus Missouri bei. Der Platinstatus für die erste Platte ließ nicht lange auf sich warten, auch das Zweitwerk „Life On Display“ wurde recht erfolgreich unters Volk gebracht, war aber schon nicht mehr ganz so innovativ wie „Come Clean“. Die dritte Scheibe „Famous“ ging hierzulande fast völlig unter – drei Jahre ist das jetzt immerhin schon her und nun will sich die Combo mit „Volume 4: Songs In The Key Of Love And Hate“ wieder ins Gedächtnis der Post-Grunger zurückrufen.

Der Titel lässt sich schon recht vielversprechend an und auch die Songauswahl gibt zu verstehen: Mr. Scantlin führt Seelenstrip Nummer vier durch, mit Stücken über die holde Damenwelt, Drogen und die Frage nach dem Sein oder Nichtsein. „Stoned“ gibt die Richtung der Platte vor: Griffige Gitarren treffen auf die gewohnt rotzig-nasal vorgetragenen Vocals – wobei man sagen muss, dass das tatsächlich teilweise sehr gewöhnungsbedürftig ist – und einen ohrwurmigen Refrain, der an „Drift And Die“ vom ersten Album erinnert.

Kein schlechter Einstieg und auch „Keep It Together“ kann qualitativ beinah an die früheren Stücke anknüpfen; der Song startet mit einer Akustikgitarre und ruhigem Gesang, wobei alle, die den Song „Blurry“ kennen, wissen, dass Wes nicht unbedingt der geborene Balladen-Sänger ist. Trotzdem hat das Stück einen sehr schönen Refrain, wenn auch ein bisschen Kitsch mit durch die Boxen sickert.

Die Mitte der Platte hängt zugegebenermaßen ziemlich durch: „Blood On The Table“, so cool der Titel auch klingt, plätschert nur so vorbei, „The Only Reason“ entpuppt sich als netter Lovesong und „Pitchin´ A Fit“ wird spätestens beim Refrain so nervig, dass man schnell weiterskippt. Ein Lichtblick bietet „Better Place“, das in den Strophen herrlich deprimierend klingt und bei dem Wes´ heiserer Gesang die nötige Gänsehaut erzeugt. Auch der Rausschmeißer „Hooky“ weckt Erinnerungen an die alten Stücke und entschädigt nochmal für mindestens einen Ausfall der Platte.

Sehr schade, dass Puddle Of Mudd zu ihrer alten Form nicht mehr zurückgefunden haben. Zwar blitzen hier und da noch Anleihen an die ersten beiden Alben der Band auf und eben diese Songs machen auch den Charme von „Volume 4“ aus – dennoch sind leider zu viele Ausfälle dabei, die die Stimmung etwas trüben. Dennoch bietet die Scheibe zumindest partiell gut gemachten, rotzigen Post-Grunge, auch wenn nicht alle Songs hunderprozentig überzeugen können.

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