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Psychopunch: The Last Goodbye

Schwedischer Schweinerock par excellence
Wertung: 8/10
Genre: Punk'n'Roll
Spielzeit: 37:16
Release: 13.08.2010
Label: Silverdust Records/Soulfood Music

Alle Jahre wieder: Wohl kaum eine Band ist dermaßen konsistent was ihre Albenveröffentlichungen angeht wie Psychopunch. Seit 1999 „We Are Just As Welcome As Holy Water In Satan's Drink“ erschien, mussten Fans stets höchstens zwei Jahre auf neues Material warten – meistens brauchten die vier Schweden deutlich weniger Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass zwischen der letzten Platte namens „Death By Misadventure“ und „The Last Goodbye“ gerade mal 13 Monate liegen. Für bahnbrechende Neuerungen im Sound ist da nicht viel Zeit – aber die erwartet wohl auch niemand. So verlassen sich Psychopunch auf das, was sie am besten können: rotzig voranrocken.

„Long Time Coming“ eröffnet grandios mit Hardrock-Licks, straighten Punkgrooves und einem Ohrwurmrefrain mit Mitgröhlgarantie. „The Way She's Kissing“ knüpft da nahtlos an, injiziert aber dazu eine gute Dosis Turbonegro-Attitüde. Auf Platte machen beide Tracks schon ordentlich Spaß; live dürfte Pogo bis zum Arztbesuch angesagt sein.

Apropos: Kennt man in Schweden eigentlich Die Ärzte? Das Riff von„Distant Sound For A Riot“ könnte, so wie es ist, aus „Westerland“ geklaut sein. Vielleicht ist das ja die späte Rache für „Jag Älskar Sverige“ mit Waffen made in China. Vielleicht auch schlicht Zufall.

Während Psychopunch eigentlich alles machen wie immer, stellt man doch fest, dass sie ihren mit den letzten Veröffentlichungen eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. „The Last Goodbye“ ist also in keinster Weise eine Rückbesinnung auf die ganz alten, ungezügelteren Tage sondern denkt eher „Death By Misadventure“ weiter. So liegt der Fokus deutlich wie nie zuvor auf eingängigen Melodien mit Mitsingpotential, ohne die so gut wie kein Song auf der Platte auskommt. Nicht nur das Livepublikum wird der Band dafür dankbar sein.

Die grundsätzliche rotzige Attitüde hat man sich natürlich trotzdem erhalten; ebenso wie die Fähigkeit, einem wahnwitzig vorwärts preschenden Track noch eine gute Dosis Melancholie einzuflößen. „I'm Not Over You“ wäre in anderer Instrumentierung vermutlich ein echter Tränendrücker – das Gegenmittel gegen solcherlei weinerliche Rührseligkeit vermuten Psychopunch ganz richtig in Gitarrengeschredder und kompromisslosem Vorwärtsdrall.

Fazit: Auch 2010 sind Psychopunch immer noch Garant für fetzigen, gut gemachten Punk'n'Roll aus skandinavischen Landen. Warum die Scheibe allerdings ausgerechnet „The Last Goodbye“ heißen muss, dürfte für Spekulation sorgen. Von einer bevorstehenden Auflösung haben Psychopunch jedenfalls bisher nichts hören lassen. Somit darf man wohl optimistisch davon ausgehen, dass spätestens 2012 der Nachfolger im Player rotiert.

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