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Psalm: Manifest

Metalcore goes Black Metal ?!
Wertung: 4/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 24:38
Release: 08.02.2008
Label: Genet Records

Was hab ich mir verwundert die Augen gerieben, als ich die Ankündigung gelesen habe, dass „Manifest E.P.“ von Steve Austin produziert wurde. Aber weit gefehlt: Es handelt sich nicht um den ehemaligen Wrestler, sondern um einen Produzenten, der anscheinend auch schon bei Lamb Of God als Musiker aktiv war. Schade, denn auf die Guest Vocals der Texas Rattlesnake hatte ich mich schon gefreut.

Psalm begannen ihre Karriere als Metalcore-Band, schlagen aber nun einen wesentlich extremeren Weg ein. Mit vorliegender EP will man sogar Fans von Mayhem, Immortal, Behemoth, Pantera und Metallica glücklich machen. Großspurige Behauptungen, aber können die fünf Belgier diesen auch gerecht werden?

Das Intro „Through The Maze“ ist düster gehalten und sehr atmosphärisch. Zumindest ist das wohl die Intention der Band gewesen, aber der Sprecher, der einen deutschen Text verliest und dessen Stimme so verzerrt ist wie früher bspw. bei Running Wild´s „Genesis“, wirkt vielmehr albern. Wirklich extrem ist „Ecco Homo“ auch nicht, so dass man durchaus von einem lahmen Start sprechen kann. Immerhin zeigen die Gitarristen, dass sie ihr Handwerk verstehen und glänzen mit einigen Black Metal-kompatiblen Riffs. Von den Metalcore-Wurzeln ist nahezu nichts mehr zu hören.

Viel besser funktioniert „Layers Of Impiety“, was mit seinen Stakkatoriffs zwar mehr an Metalcore erinnert, diese aber so geschickt mit dem neuen aggressiven Stil verbindet, dass sich der Hörer gut vorstellen kann, was Psalm eigentlich wollen. Ein klasse Song, der direkt ins Genick geht und Lust auf mehr macht.

Die Basis der Musik soll Black Metal sein, aber so ganz vom Metalcore weg kommen Psalm nicht. „Exhortation“ ist ein völlig zerfahrener, zwischen den Stühlen sitzender Song, bei dem rein gar nichts zueinander passt. Das Behemoth Riffing, das an Machine Head erinnernde Gitarrenquietschen und die Kirchenchöre (!) - was sollte das denn mal werden, wenn´s fertig ist?!

„Paradox“ und „Renewal“ (kein Kreator Cover) kranken beide an demselben Leiden – akute Ideenlosigkeit. Die Symptome sind deutlich, denn sich stetig wiederholende Gitarrenarbeit, einfallsloses Drumming und öder Gesang kann sogar ein Laie erkennen. Mit zunehmender Spielzeit ist diese EP immer weiter abgestürzt.

Fazit: Mir fehlt der Vergleich zu den alten Alben von Psalm, aber „Manifest“ ist rein gar nichts. Die Band klaut sich wild durch die Extreme Metal Szene, ohne auch nur an der Genialität der Vorbilder zu kratzen. Das Potenzial wird lediglich bei „Layers Of Impiety“ deutlich, ansonsten regiert gepflegte Langeweile. Immerhin hat Steve Austin einen guten Job als Produzent abgeliefert. Dennoch bin ich froh, dass dieser Steve Austin nicht der aus Texas ist und den Beinamen Stone Cold trägt.

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