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Prototype: Continuum

Eine Mixtur aus Metallica´s "Master Of Puppets" und Peal Jam´s "Ten"
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Progressive Trash Metal
Spielzeit: 42:47
Release: 26.05.2006
Label: Metal Axe Records

Ganze vier Jahre hat es gedauert bis das US-Trio von Prototype wieder etwas Neues von sich hören ließ. “Continuum“ heißt das neue Werk, das seinen erfolgreichen Vorgänger “Trinitiy“ in nichts nachstehen möchte. Wirklich faul war man die Jahre zwischen diesen beiden Alben aber nicht gewesen. Man war verstärkt auf große Tourneen in den USA und Europa unterwegs und dies zusammen mit so namhaften Bands wie Hammerfall, Nevermore, Exodus und Morbid Angel. Nicht schlecht, Herr Specht.Also im Grunde ist dies nur der verdiente Lohn für all die jahrelange, harte Arbeit im Musikbusiness.

Gegründet wurde das progressive Trash-Metal Projekt seinerzeit im Jahre 1994 von den beiden Ex-Phychosis Musikern Vince Levalis (Gesang & Gitarre) und Kragen Lum (Gitarre). Nach einigen internen Line-Up Wechseln über die Jahre hinweg, kristallisierte sich aber dann letztendlich Kirk Scherer als fester Bestandteil von Prototype am Bass heraus und das Trio war somit komplett.

“Continuum“ ist aber gerade einmal das zweite Fulltime-Werk der Amerikaner. Vor dem 2002er “Trinity“ Album (welches aber erst 2004 in Europa erschien) gab es lediglich eine Mini-CD aus dem Jahre 1997 mit dem Namen “Clone“, sowie das (mittlerweile extrem rare) Demo-Tape “Seed“ von 1995. Aber nichtsdestotrotz konnte man für die Albumaufnahmen von “Continuum“ niemand geringeren als den Grammy Gewinner Neil Kernon (u.a. Cannibal Corpse und Queensryche) für die Arbeiten am Mischpult anheuern und engagierte Travis Smith für das eindrucksvolle Coverartwork. Dieser zeigte sich bereits für das Design von Alben der Bands Opeth, Iced Earth und Nevermore verantwortlich.

Musikalisch ist “Continuum“ ein melodiöser Bastrad an Vertreter des modernen US-Trash Metals geworden mit einer ordentlichen Portion an semi-progressiven Einlagen (die auch nicht-Headbanger durchaus begeistern können). Das Album versprüht in Sachen Gesangsparts, Atmosphäre und Tempo die enorme Wucht und Vitalität der frühen Werke von Metallica, Slayer und Pearl Jam. Ein Vergleich, der alles andere als weit hergeholt erscheint, wenn man sich nur alleine mal dem Eröffnungstitel “The Way ist Ends“ widmet: Äußerst effizientes und rifflastiges Gitarrenspiel liefert sich mit der kraftvollen Gesangsstimme von Vince Levalios (die einem Eddie Vedder nicht ganz unähnlich klingt) einen lebhaften Schlagabtausch, nur um letzten Endes wieder in einen eher gemächlichen und ausgewogen klingenden Refrain zu verfallen.

Ein Fallbeispiel, das man aber als durchaus typisch für die Produktion an “Continuum“ bezeichnen darf, da Prototype es wirklich nicht schlecht verstehen, den Spagat zwischen rhythmisch-treibenden Metal Parts und oftmals eher melodisch angehauchten Refrainbögen konstant aufrecht zu halten. Und eben genau diese Spielfreude nicht nur stur auf ein Genre festzulegen, ist ein dicker Pluspunkt für “Continuum“. Da an abwechslungsreichen Tempomomenten nicht gespart wird und man sich einen Dreck um Imagebegriffe wie beispielsweise „True“ und „Untrue“ schert! Diesbezüglich reflektierend sind hier insbesondere die beiden (aber relativ kurzen) Balladen “Sea of Tranquility“ und “Undying“ zu nennen, die für mich persönlich den „sicheren Brandungsfelsen“ darstellen mit ihren ruhigen (m.u. auch akustischen) Momenten an Harmonie und weltlicher Ausgewogenheit. Wer jetzt allerdings an ein kurzes Intermezzo (resp. Mittagsschläfchen) denkt, sollte aber vorsichtig sein, da völlig unvermittelt und ungehemmt nach “Undying“ erst so richtig die (metallische) Katze aus dem Sack gelassen wird: “Heart Machine“ und “Cold is this God“ sind nämlich die druckvollsten Nummern des Outputs und bilden zugleich damit den perfekten Abschluss dieses imposanten Klangwerkes.

Wer also auf viel musikalische (Metal-)Power, klangvolle Melodiebögen und abwechslungsreichen Progressive-Sound steht, wird mit “Continuum“ im Grunde nichts falsch machen können. Oder um es noch ein letztes Mal bildhaft zu beschreiben: Man nehme Metallica´s 86er Meisterwerk “Master of Puppets“ und gebe noch einen recht üppigen Schuss von Peal Jam´s “Ten“ (1992) hinzu. Gemixt mit modernen subtil-progressiven Einlagen erhält man am Ende den ungefähren Sound von “Continuum“.

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