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Prong: Ruining Lives

Unverkennbar Prong mit mehr Speed
Wertung: 8,5/10
Genre: Neo-Groove-Thrash
Spielzeit: 41:55
Release: 25.04.2014
Label: Steamhammer/ SPV

Und was meint unser Mastermind himself zum neuen Album “Ruining Lives”? „Ich denke, wir haben auf diesem Album die besten Prong-Momente überhaupt aufgenommen“. Das sind starke Worte, an denen er sich messen lassen muss. Dabei ist die Planung zum neuen Werk derzeit ein wenig durcheinander, denn entweder kommt das Album einen Monat zu spät oder die aktuell laufenden Tour einen Monat zu früh. Aber man mag da noch so sehr unken, denn was die Altmeister des Industrial-Neo-Thrash-Groove aktuell live auf die Bühnen zaubern, das ist nicht nur aller Ehren wert, sondern einfach ein x-faches, absolut ernst gemeintes Chapeau.

Und während man so als Fan noch in den Zeiten von Ohrwürmern wie „Snap Your Fingers…“ schwelgt, sich vom sperrigen Rhythmus eines „Beg To Differ“ wegbeamen lässt oder lieber Aggrobatzen wie „Cut-Rate“ favorisiert, so darf man sich ruhig fragen, wie denn die New Yorker dem sicherlich seit „Carved Into Stone“ nicht geringer gewordenen Erwartungsdruck standhalten wollen. Dabei ist die Antwort ganz einfach: Man nehme den typischen Prong-Beat, packe noch ein ganzes Pulverfass Aggro-Mentalität drauf, lasse den Hardcore-Wurzeln einfach mehr Spielraum und spiele mit den ureigenen Vorgaben seit immerhin fast 30 Jahren.

Die einst so innovative Kapelle hat es auch heute noch drauf und schießt sich selbst in die Nähe von Master-Vorgaben à la „Prove You Wrong“ oder gar „Cleansing“. Noch immer beherrscht das komplette Album dieses typische Prong-Speerspitzeriff, wobei auf „Ruining Lives“ schon nach dem ersten Durchlauf feststeht, dass die New Yorker nur allzu gerne auch wieder mehr Speed und (Neo)Thrash einstreuen. „The Barriers“ ist dafür schon früh der erste Beweis, ein einfach nur auf die Fresse rotzender, mit rohem Punk unterlegter Abgehfetzer für gestiegenen Adrenalinhaushalt. „The Book Of Change“ steht da in nichts nach, scheppert mit aller Macht vorwärts, hält kurz sperrig inne und ballert durch ein schräges Solo eingeleitet einfach nur wieder in die Vollen.

Da kann man dann auch bei „Self Will Run Riot“ durch den treibenden Double-Bass-Einsatz noch zu Beginn von einem smarten Neo-Thrash-Groover ausgehen, so leben Prong doch hier die typisch eigenen Trademarks aus: Catchy Refrain, tanzbarer Rhythmus für den Crossover von heute. Noch deutlicher wird aber der crossoverige Tanzschritt in „Remove, Seperate Self“ mit dem unbändigen, verflixt wibbeligen Fingerschnippfeeling. Wirkt „Windows Shut“ noch deutlich experimenteller und hat mittels Akustikgitarre sogar ein paar ruhigere Inseln verpasst bekommen, so stampft sich „Absence Of Light“ nicht minder ins Crossover-getriebene Ohr.

Und so ganz nebenbei scheint Victor auch noch in einen vocalen Jungbrunnen gefallen zu sein, denn auch wenn an allen Ecken und Enden Prong allein schon durch die Gitarrenarbeit herauszuhören ist, so ist es doch der Gesang, der für das berühmte Sahnehäubchen auf diesem musikalischen Tortenstück sorgt. Mehr Abwechslung als noch auf dem Vorgänger, der im Nachhinein einfach eine Nummer zu sicher war, dazu deutlich mehr Speed, wie schon lange unvergleichlich, catchy Refrainarrangements und dadurch einfach eine Steigerung gegenüber 2012, nicht aber gegenüber Anfang der Neunziger, so lässt sich Prong anno 2014 nicht nur aushalten, sondern abfeiern. Well done.

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