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Prong: Carved Into Stone

DNA-Groove im Neo-Thrash-Gewand
Wertung: 7,5/10
Genre: Modern Groove Thrash, Industrial
Spielzeit: 42:27
Release: 20.04.2012
Label: SPV/ Steamhammer

Bei aller Liebe zu einer der wohl innovativsten und einflussreichsten Bands kommt man nicht umhin, auch kritisch anzumerken, dass in den letzten Jahren einmal mehr der Fokus doch eher auf Personalwechseln als auf konstantem Arbeiten lag. Gemeint sind Prong, die natürlich in Tommy Victor den eigentlichen Kopf der Bande stellt, gründete er doch weit zurück im Jahre 1986 diese Truppe. Bei seinen „Angestellten“ hat er entweder kein glückliches Händchen oder das Arbeiten mit ihm ist nicht gerade ein Zuckerschlecken, doch was auch immer den Ausschlag gibt, Tatsache ist, dass nach dem letzten Album „Power Of The Damager“ (das „Mixxxer“-Album wird hier einfach als eigentliches Album vollkommen übergangen) wieder die Hintermannschaft des Trios ausgetauscht wurde. Für den Wumms hinter dem Drumkit sorgt nun Alexei Rodriguez (ex-3 Inches Of Blood, Walls Of Jericho), den Tieftöner bedient nun Tony Campos (Soulfly, Possessed, Ministry).

Und Ministry sind da auch eine gute Querverbindung, denn Tommy selbst hatte sich ja ebenfalls (immer wieder mal) in den Dienst dieser Truppe gestellt und sich dort wohl auch wieder die Lust geholt, die er nun mal braucht, um sich an eine neue Prong-Scheibe heranzutrauen, ministryelles Feintuning sozusagen. Wie gewohnt gab es im Vorfeld des Releases auch einige markige Worte seitens des Bandkopfs, woran er sich dann auch messen lassen muss, zumal er sich mit dem Material wie noch nie zuvor hätte anfreunden können und dass jenes neue Album die pure Prong-DNA in sich vereine.

Kann man gerne so stehen lassen, mit „Revenge… Best Served Cold“ legen sie dann aber keinen um einige DNA-Stränge erweiterten Song vor, eher eine „Snap Your Fingers…“-Dolly-Variante mit reichlich Klonfaktorpatina – die Parallelen sind unverkennbar. So geil der Song auch daherkommt und sich locker impulsartig durch die Nervenbahnen einen Weg ins Tanzbein sucht, so ärgerlich ist doch auch der Aufguss alter Glanztaten.

Nun stehen aber Prong nicht dauerhaft für tanzbare, in oben genanntem Fall gar austauschbare Mucke, sondern sie verstehen es auch, sich einige fette (Neo)-Thrashhämmer aus dem Handgelenk zu zimmern. Dazu gehören das stark nach vorn preschende „Eternal Heat“ als Opener oder auch das mit fetter Hardcore-Schlagseite versehene „List Of Gievances“ als straighter Headbanger. Was aber die Band über fast die ganzen Alben hinweg am besten zu Gesicht stand, ist der ständige, mächtige Groove, der sich wie ein roter Faden durch die Songs zieht. Dieses Groove-Kostüm trägt dann z.B. der mit mehr als fünf Minuten auch längste Song und gleichzeitige Titeltrack „Carved Into Stone“, der aber von dem um Längen besseren Song „Substract“ deutlich getoppt wird, welcher wie zuvor auch schon „Put Myself To Sleep“ mit einer fetten Warrior Soul-Note ausgestattet wurde.

Leider haben sich aber auch eher durchschnittliche Songs wie das zwar mörderisch groovende „Keep On Living In Pain“ eingeschlichen, das zwar noch immer besser als bei so vielen anderen Bands daher tönt, sich in der bandeigenen Diskographie allerdings eher im schnöden Mittelfeld platziert, dazu dann das mit einem prächtigen Ohrwurm ausgestattete „State Of Rebellion“, das aber auch eine Spur auf „zu sicher“ macht. Soundtechnisch würde man sich zwar wieder gerne ein bisschen mehr Schnodder und ein paar mehr hardcorige Gitarren wünschen, doch unterm Strich liefert Produzent Steve Evetts eine ordentliche Arbeit ab – was sicherlich ebenfalls nicht gerade einfach war, weil er der erste in der Prong-Historie ist, der aktiv in die Songs eingreifen durfte/ konnte.

Tommy Victor hat nicht zuviel versprochen, als er die Prong-DNA ins Spiel brachte, auch wenn beispielsweise „Revenge… Best Served Cold“ schon eine starke Eigenkopie darstellt, doch auch in neuer Besetzung, die ja immerhin zumindest auch schon wieder knapp drei Jahre aktiv ist, sind die typischen Trademarks der Band an allen Ecken und in allen digitalen Spuren zu erkennen. Nicht alle Songs sind gerade die Neo-Groove-Industrial-Thrash-Erfahrung vor dem Herrn, doch „Carved Into Stone“ ist ein wunderbares Zeichen nach fünf Jahren Stillstand mit dem fetten Ausrufezeichen: Prong können es noch. Sieben und ein halber Punkt sind da angemessen.

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