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Proll Guns: Horseflesh BBQ

Yeehaw bitches!
Wertung: 6,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 42:41
Release: 11.12.2015
Label: NRT Records

Die Proll Guns sind zurück. Der zweite Langspieler der Österreicher steht in den Läden und wartet darauf, den Schrecken des Wilden Westens zu verbreiten. Also, die Colts geladen und auf zu einem Ritt durch die Prärie.

Passend mit Banjoklängen startet die Scheibe und mit ein bisschen Fantasie kann man sich als Zuhörer tatsächlich ein paar tausend Kilometer in Richtung Westen versetzen. Die Lagerfeueridylle wird allerdings schnell zermatscht, wenn die Stromgitarren einsetzen und die Proll Guns ihr wahres, ihr metallisches Gesicht zeigen. Ab dann rumpelt der Longplayer nämlich ganz ordentlich und vor allem Hard-Rock- und Thrash-Metal-Fans dürften sich hier ganz wohl fühlen.

Die Songideen sind ganz witzig und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Mit viel Hingabe haben sich die Proll Guns daran gemacht, ihr Westernimage zu pflegen. Der erste Weg zur Imagepflege ist der Sound, der zum Beispiel mit den oben schon angesprochenen Banjos ergänzt wird. Außerdem hat die Band alles getan, um möglichst räudig zu klingen. Die Gitarren zerren ziemlich heftig, das Schlagzeug ist ziemlich trocken gemischt und der Schreigesang klingt nach einer schweren Kehlkopfentzündung.

Passend zur Thematik der Band fallen natürlich auch die Texte aus. Auf Zitate kann hier verzichtet werden. Der Leser möge sich einfach die Tracklist kurz ansehen. Einige Male kann man als Hörer durchaus schmunzeln.

Die Platte hat aber nicht nur gute Seiten. Der erste Kritikpunkt ist der Gesang. So roh wie wie das Gekeife von Evil Ed auch sein mag, mit der Zeit wird es einfach nur monoton. Ab und an mal die Stimmlage ändern oder zur Abwechslung growlen, würde hier schon viel bewirken. Aus der Thematik der Band und aus dem Können der Musiker ließe sich viel mehr abschöpfen, als es auf dieser Scheibe der Fall ist. Zum Beispiel könnte man noch mehr Bezug zum Wilden Westen herstellen, indem man eine Steel Guitar, eine Mundharmonika oder Bottleneck Sliding mit ins Repertoire aufnimmt. Auch textlich könnte man mit z.B. historischen Themen oder zumindest nicht so plumpen Beschreibungen dem Projekt einen deutlich stärkeren Puls einhauchen. Das Thema gibt doch so viel her. Es gibt tausende Geschichten und Filme. Warum also diese Oberflächlichkeit?

Prinzipiell machen die Proll Guns ihre Sache nicht schlecht. Live ziehen so kernige Nummern wie „Fucking Troublemaker“ natürlich (die beiden Revuegirls, die bei den Shows mit an Bord sind und Bourbon ausschenken, werden an der guten Laune bei den Gigs allerdings auch nicht ganz unbeteiligt sein). Ärgerlich an „Horseflesh BBQ“ ist eigentlich nur, dass das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft wurde. Das ist einfach nicht nachvollziehbar, denn schließlich produziert man ja nicht jeden Tag mal ein Album.

Wer auf Thrash steht und glaubt, schon alles zu kennen, der sollte hier wirklich mal ein Ohr riskieren. Die Proll Guns gehen ihren eigenen Weg und grenzen sich deutlich vom Einheitsbrei ab. Alleine dafür muss man schon einen Blick auf das Album werfen.

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