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Project-Brain-Storm: Pain

Original oder Fälschung?
Wertung: 6/10
Genre: Speed Metal
Spielzeit: 53:48
Release: 01.04.2007
Label: Eigenproduktion

“Pain” heißt das zweite Studiodemo der Band Project-Brain-Storm. Nach ihrem Debüt brachte die Band erstmal drei Livescheiben auf den Markt. Dies ist wohl eher als ungewöhnlich zu betrachten. Egal, irgendwie wirft die Band für mich eh jede Menge Fragezeichen auf. Laut Bandinfo wurde diese Scheibe schon 2004 nahezu komplett eingespielt. 2005 spielte man vorwiegend Liveauftritte und intensivierte die Proben. Erst 2006 wurden dann die Arbeiten am neuen Album fortgesetzt.

Irgendwie komisch, aber egal. Weiter steht in der Presseinfo: Die Musikrichtung schwankt zwischen (alten) Metallica, Megadeth und Annihilator. … Beim Einstudieren der Songs legte die Band großen Wert auf Originalität und Virtuosität.

Spätestens hier bekomme ich beim Hören leichtes Bauchweh, aber der Reihe nach: „Sleep Well“ ist ein gelungenes Intro, welches die Spannung gekonnt hoch setzt, wenn auch vielleicht etwas zu lang geraten, hier hätte man eher auf ´ne gute Minute verzichten sollen, da man sich zum Ende hin wünscht, dass es denn endlich losgeht.

Dann beginnt „Nightmare“, ein klares Metallica-Ripp Off. Wer Metallica zu „Kill `em All“ Zeiten geliebt hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Man hat sich hier sehr deutlich am Riffing und den Vocals der Helden orientiert. Das Ganze ist dann aber so, als ob die Songs bei Metallica übrig geblieben sind, weil sie es nicht auf`s Album geschafft haben.

Der Titelsong „Pain“ verfolgt genau den gleichen Weg. Also, wenn man mal nicht auf die Texte hört und die Augen schließt, dann hab ich das Gefühl, als ob ich eine Metallica Cover Band höre. Musikalisch ist es absolut solide, was Andreas Hellwich (Drums), Ilja Prinz (Bass/Vocals), Andreas Görgen (Vocals/Gitarre) und Neuzugang Steve Krüger (Gitarre) da abliefern.

Bei „Media Terror“ wurde mal eben die Eingangsmelodie entliehen, welche immer wieder im Song eingestreut wird. Bei diesem Song orientiert man sich aber eher an Annihilator und Konsorten. Nett, aber nicht sehr eigenständig. Alles klingt wie schon zig mal gehört, nicht schlecht, aber absolut uninspiriert. Sorry Jungs, aber ich denke mal, dass ihr mit „Media Terror“ auch Reviews wie dieses hier meint.

„Format C:“ bietet eine an Slayer angelegte Gesangslinie. Das Ganze zu Zeiten, als Tom Araya versuchte, wirklich Gesang zu bieten. Wenn auch insgesamt nie die Intensität derer Veröffentlichungen erreicht wird.

„Where`s Fear“ kann auch nicht wirklich mit Originalität aufwarten. Am ehesten würde ich den Song als langsameres „Damage Inc.“ bezeichnen, wobei die Band hier tatsächlich ein anderes Klangmuster hat einfließen lassen. Vor allem ist der Track sehr riffbetont geworden.

„Master Of My Pain“ mag mir dann nicht so bekannt vorzukommen. Dies mag auch an den geschickt eingestreuten melodischen Parts liegen, oder an zuwenig in den 80ern von mir konsumierten Metalscheiben.

Danach setzt mit „Blinder“ ein weiteres kurzes, sehr gelungenes Intro ein. Diesmal stimmt auch die Länge. „Invisible Bullet“ kommt dann aus den Boxen geschossen. Ich hoffe nur, dass es sich hierbei um einen der neueren Songs handelt, da die Band sich hier nicht so offensichtlich bei anderen Metalikonen bedient. Hier drauf ließe sich aufbauen.

„Ulterior Fear Evoker“ verfängt sich dann wieder im Wald der Vorbilder. Dies aber ausnahmsweise nur stilbedingt. Besser wird es dann mit „Buried Forever“, welches sehr ruhig beginnt, bevor es dann richtig losgeht. Es geht also doch mit wirklich eigenen Ideen. Ja, ich würde hier von einem zaghaften ersten Highlight der Scheibe sprechen.

Mit dem vorletzten Song „Free Again“ schafft man es auch, den eher innovativen Weg beizubehalten. Warum nicht gleich so, der Qualitätslevel steigt. Oder sollte das Album nach dem Motto „Heading for the End“ aufgebaut sein, welches marketingstrategisch natürlich eher suboptimal wäre.

„Dream Of A Dream“ startet dann auch mit deutlich verbesserten Vocals. Ich muss wirklich zugeben, dass ich erstens nicht mehr mit so einem ruhigen, fast balladesk gehaltenen Song gerechnet habe, und zweitens, auch klangtechnisch mit dem Highlight des Albums zu tun habe.

Fazit: Leider hat sich die Band viel zu häufig bei den Idolen der Speed Metal Szene bedient, ohne dabei verstärkt ihren eigenen Stil einfließen zu lassen. Teilweise hatte ich eher das Gefühl, eine Coverband zu hören als eine eigenständige Band. Zum Schluss hin hat man dann aber doch noch die Kurve gekriegt und konnte somit einer sehr niedrigen Bewertung aus dem Weg gehen. Musikalisch ist alles auf einem richtig guten Niveau. Andreas Görgen weiß genau, was er an der Sechssaitigen fabriziert. Andreas Hellwich`s Drums sind absolut gut bearbeitet worden, wenngleich ich mir bei der Abmischung ein etwas besseres Verhältnis zwischen den Bassdrums, Toms und Becken gewünscht hätte, aber man darf natürlich nicht vergessen, dass es sich hier um ein Demo handelt. Wenn die letzten drei Songs der CD auch die neuesten sind, dann zeigt die Entwicklung der Band klar nach oben.

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