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Pro-Pain: 20 Years Of Hardcore

Ein Wutbrocken, der schwer im Magen liegt
keine Wertung
Genre: Hardcore, Metal
Spielzeit: 78:00
Release: 26.08.2011
Label: AFM Records

Wer als Hardcore-Fan Pro-Pain nicht kennt, der hat die letzten 20 Jahre auf seinen Ohren gesessen. So lange nämlich beackert die New-York-HC-Legende schon die Bühnen dieser Welt, Besetzungswechsel am laufenden Band (komischerweise nur an Gitarre und Schlagzeug) schienen die Produktivität wenig zu beeinflussen und sogar auf der Größten Onkelz-Nacht Deutschlands, sprich der G.O.N.D., durften die Amis sich schon austoben. Es wundert also wenig, dass auf dem neuesten Output, dem CD/DVD-Doppelpack „20 Years Of Hardcore“, mit „Keine Amnestie für MTV“ auch ein Cover der bekanntesten Deutschrock-Combo vertreten ist.

Im Gegensatz zu Hardcore-Combos wie beispielsweise Sick Of It All scheinen Pro-Pain weniger den Zusammenhalt und der Bruderschaft in der Szene zu huldigen, als vielmehr alles und jedem eins auf die Fresse geben zu wollen. Titel wie „Make War (Not Love)“ oder „Let The Blood Run Through The Streets“ zeigen ziemlich schnell auf, wo hier der Hammer hängt – schneller, brutaler, hasserfüllter kotzt sich Sänger und Gründungsmitglied Gary Meskil durch die Texte und vermittelt damit tatsächlich nicht unbedingt den Eindruck, als sei mit ihm gut Kirschen essen. Noch etwas unterscheidet Pro-Pain von den typischen Hardcore-Bands: Die Combo nutzt neben dem gewohnten Repertoire an Akkorden und Gebrüll auch Metal-spezifischere Passagen, um ihren Tracks mehr Groove zu verleihen. Das kommt vor allem in der Handvoll neuer Songs zum Vorschein, die an den Anfang der Platte gestellt wurden. Direkt der Opener „Damnation“ ist ein ganz passables Beispiel dafür, wie die Amis durch den Einsatz von dominanteren Bässen ein regelrechtes Tribalfeeling aufkommen lassen. Erinnert ein bisschen an Sepultura, bringt aber zumindest Abwechslung in die Sache.

Der Rest der neueren Songs, beispielsweise „True Liberation“ sind da schon ein wenig traditioneller gehalten, grooven aber auch ordentlich und lassen hier und da gerne auch mal Death- und Thrash-Anleihen mit einfließen. Unterem anderen hat dann „Make War (Not Love)“ vom „The Truth Hurts“-Album ein Makeover verpasst bekommen und bevölkert die Tracklist nun in der 2011er Version. Nach den neuen Songs, den überarbeiteten Songs und des erstaunlicherweise recht gelungenen, wenn auch mit knuddeligem Akzent vorgetragenen Onkelz-Cover darf man sich dann an sage und schreibe 14 Live-Songs ergötzen, die bei einem Auftritt in Tschechien mitgeschnitten wurden. Auf der DVD befinden sich nebenbei noch Auftritte aus Belgrad, Shows vom With Full Force Festival aus den Jahren 2002, 2005 und 2007, sowie einige Tracks von der G.O.N.D. 2005 am Lausitzritz. Da uns aber hier und heute nur die Audio-Version vorliegt, müssen wir uns der Show im tschechischen Brno (Brünn) begnügen.

Keine Ahnung, ob der Auftritt von Anfang an mitgeschnitten wurde, aber Tatsache ist, dass bereits beim ersten Live-Song „Unrestrained“ das Publikum in voller Lautstärke abfeiert. Der Sound der Band kommt deftig und wirklich druckvoll rüber, lediglich der Gesang lässt zwischendurch ein bisschen nach. Gary klingt abwechselnd wie ein tollwütiger Pitbull oder ein Drillsergeant, der sich allmählich heiser schreit. Gefährlich, der Mann – im Dunkeln begegnen möchte man dem sicherlich nicht. „Can You Feel It?“ vom 2004er Album „Fistful Of Hate“, das schon sehr stark an Soulfly und Co. erinnert, wird ebenso heftig gefeiert wie das 2000er Stück „Fuck It“, das von Gary gewohnt herzlich intoniert wird. Ähnlich brutal wird „Let The Blood Run Through The Streets“ in die Meute geschleudert und da man die DVD nicht vor Augen hat, kann man nur befürchten, wie übel es vor der Bühne zugeht. „All For King George“ kommt dann nicht weniger hart rüber, hat aber (sehr leisen) Klargesang im Hintergrund, der dem Song irgendwie eine punkrockigere Note gibt.

Fazit: „20 Years Of Hardcore“ ist für Fans sicherlich ein Kaufanreiz, auch wenn man sich natürlich über den Sinn und Zweck von Livealben streiten kann. Pro-Pain präsentieren sich für eine Hardcore-Kapelle erstaunlich abwechslungsreich, aber auch so brutal wie kaum eine zweite. Wenn man bereits alle Alben der Band hat und die Jungs schon mal live gesehen hat, dürften einen allerdings nur die vier neuen Tracks reizen – vielleicht sollte man mit dem Kauf von „20 Years…“ warten, bis eine neue Pro-Pain-Scheibe erscheint; wer weiß, vielleicht finden sich die besagten Songs dann auf dem neuen Output.

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