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Privilege Of Approval: Privilege Of Approval

Gute Momente, aber zu wenig Abwechslung
Wertung: 6.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Hardcore
Spielzeit: 14:47
Release: 01.02.2010
Label: Eigenproduktion

Wenn eine Band eine EP auf den Markt haut und direkt das erste Album hinterherschieben kann, ist das nicht nur fleißig, sondern auch sehr vorteilhaft, schließlich setzt man sich so (hoffentlich) noch mehr im Gedächtnis der Hörerschaft fest. Privilege Of Approval haben es ähnlich gemacht und schießen nach ihrer Anfang des Jahres veröffentlichten, selbstbetitelten EP im Herbst gleich noch ihre erste Langrille „Sepsis – Lichtpest“ hinterher. Man darf gespannt sein, wie sich der Mix aus Death und Thrash Metal sowie Hardcore auf einer Full Length macht, auf kurzer Laufzeit knallt der Stoff der Österreicher schon recht ordentlich.

Bald eine Handvoll Gitarristen haben die Fünf seit ihrer Gründung 2008 schon durchgeackert, mit den beiden Saitenzähmern Patsch und Lukas scheint sich das Line-Up nun einigermaßen stabilisiert zu haben. Zu wünschen wäre es den Jungs, denn mit zwei Gitarren kommt der Deathcore-trächtige Sound einfach noch besser, noch druckvoller herüber – doppelte Power sozusagen. In ihrer Heimat, der Steiermark, haben die Fünf sich schon einen entsprechenden Ruf aufgebaut – Auftritte auf dem Wiener Escape Metal Corner oder dem Next Generation Open Air Austria (hier sogar auf der Mainstage) haben vermutlich einige Köpfe ins Rollen gebracht.

Stillsitzen kann man bei der Musik von POA nur schwerlich, auch wenn man diese Mischung schon mehrfach gehört hat. Da werden thrashige Gitarren mit Death Metal-Schreien und Deathcore-Breakdowns gemischt – ähnlich wie bei den Kollegen von The Acacia Strain oder auch den etwas deftiger zu Werke gehenden We Are Wolf kann man sich der Kraft der Songs nicht so einfach entziehen, muss aber auch zugeben, dass man ähnliche Strukturen zum Teil schon besser gehört hat.

Das soll uns natürlich nicht davon abhalten, die „Privilege Of Approval“-EP mal genauer unter die Lupe zu nehmen: Gestartet wird ruhig, geradezu versonnen (bis auf den gequälten Hintergrundschrei) mit dem Instrumentalstück „Intro“, dann prescht „One Day Left“ mit sehr treibenden Gitarren nach vorne – Sänger Phil kämpft sich durch tiefe Growls und heisere Shouts, die ein wenig an Heaven Shall Burn erinnern. Letzteres gefällt mir um einiges besser, aber da kann man sich sicherlich drüber streiten. Jedenfalls verhindert der Wechsel der beiden Gesangsstile eindeutig, dass gar zu schnell die Monotonie Einzug hält.

Was beim Einstieg gefehlt hat, findet sich bei „H.U.I.B.U.“ wieder, nämlich herausstechende Gitarren, die zwar die meiste Zeit relativ hintergründig agieren, aber dem Song eine besondere Note geben – es geht eben doch nichts über Melodie und sei es ein noch so kleines Fetzchen. Eine ähnliche Gitarrenbreitwand gibt es kurz darauf bei „Now We Are Really In The Soup“, bei diesem Song kommt sie allerdings nicht so stark heraus – dafür gibt es als Outro ein wunderschönes Pianostück. Da haben die Herren gut dran getan, dem Hörer nicht bis zum Ende das Trommelfell wegzuballern, sonst wäre das Ganze eventuell ein wenig eintönig geworden.

Trotz der genialen Gitarreneinsprengsel und des abartigen Gesangs haben Privilege Of Approval (noch) nicht den großen Wiedererkennungswert. Man kann nichts tun, außer auf das „Sepsis – Lichtpest“-Album zu warten und zu sehen, wie sich die Musik auf lange Sicht entwickelt. Moshen kann man zur EP allemal, auch die Nackenmuskulatur wird ordentlich beansprucht, dennoch schleicht sich ein wenig Monotonie ein – damit verfehlen die Jungs nur knapp die Sieben-Punkte-Marke.

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