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Pripjat: Sons Of Tschernobyl

Raue Musik zu einem furchtbaren Thema
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:10
Release: 14.02.2014
Label: Bret Hard Records / SAOL / H’art / Zebralution

Auch nach fast dreißig Jahren muss noch jeder vernünftig denkende Mensch unweigerlich zusammenzucken, wenn der Name Tschernobyl fällt. Die lange Zeit schwerste Atomkatastrophe weltweit hat Unmengen Menschenleben gekostet und ist auch heute noch für eine hohe Krebsrate und andere schreckliche Krankheiten verantwortlich – auch bei uns in Deutschland. So war es ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich ein paar Freaks einen Bandnamen zulegen, der mit dem Unglück in Verbindung steht (Pripjat ist die nächstgelegene Arbeiterstadt zum Atomkraftwerk Tschernobyl). Falsch gedacht. Zwei der Jungs von Pripjat haben tatsächlich familiäre Verbindungen in die Nähe der Unglücksmeiler und wissen daher sehr wohl, um was es sich bei der Thematik Super-GAU dreht. Aus diesem Grund erhält die Thematik einen noch stärkeren bleiernen, giftigen Beigeschmack.

So ist auch die Musik der Thrasher: Unwirklich, fremdartig, bedrohlich und unheilvoll. Pripjat behandeln auf ihrem Debüt verschiedene Aspekte der Katastrophe und betten die Texte in ein sehr rohes Thrash-Metal-Gewand. Dabei verleugnet das Vierergespann keineswegs die eigenen Ursprünge. Ganz deutlich hört man Parallelen zu den großen Bands aus dem Genre. Vor allem die Namen Kreator und Overkill drängen oft nach oben. Neben vielen rasanten Stücken, die von dem kreischenden Gesang Kirill Gromadas dominiert und von den Gitarren flankiert werden, gibt es auch fast schon epische Eindrücke, die die Band aber nie richtig aufkeimen lässt. Eine Ausnahme ist der Song „Snitches Get Stitches“, der die Formation dann doch ziemlich experimentierfreudig zeigt.

Die Frage ist nun, ob die Platte auch noch so interessant wäre, wenn sie ein anderes Thema behandeln würde. Die Antwort lautet ja. Die Songs sind eigenständig und die Thematik muss nicht die Stücke tragen. Der Text ist eingebettet in krachende Riffs und deftige Soli. Dazu gibt es ein echt fettes und tightes Drumming von Yannik Bremerich.

Die Band wird im Moment sehr gehypt, sodass nur zu hoffen bleibt, dass die Gruppe das Abklingen dieses Hypes gut übersteht. Dann könnte sich aus der Formation ein neuer Stern am Thrash-Himmel entwickeln.

Zu empfehlen ist die Platte für alle Thrasher, die mehr auf die Old-School-Schiene stehen und es richtig derbe brauchen. Pripjat spielen keinen hochgezüchteten Modern Thrash und auch der Sound gehört eher zur raueren Sorte. Hier nähert man sich eher an Destruction an als an Kreator. Die Jungs hätten es verdient, wenn sie langfristig eine Position in der Thrash-Szene innehaben würden.

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