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Primordial: To the Nameless Dead

Wie machen die Iren das nur?
Wertung: 10/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 54:49
Release: 16.11.2007
Label: Metal Blade

Es ist wieder an der Zeit für einen weiteren Meilenstein von der besten Band, die Irland je hervorgebracht hat (und ja, ich bin mir Bands wie Thin Lizzy oder U2 absolut bewusst). 3 Jahre haben sich die Mannen um Alan A. Nemtheanga Zeit gelassen, um für „The Gathering Wilderness“ einen würdigen Nachfolger zu kreieren. Ein Album, das, wie jeder weiß, der mein Review davon gelesen hat, für mich nahezu unübertrefflich ist.

Für „To The Nameless Dead“ wurde das tragische Moment des Vorgängers zurückgefahren und sich wieder mehr an Scheiben wie „A Jouney's End“ orientiert. Wie im Pagan Metal Bereich üblich, bewegt man sich textlich häufig in der Vergangenheit. Ebenso üblich, zumindest für Primordial, ist es aber, dass es hier eben nicht um die typischen „Schlachten schlagen – Met trinken“ Themen geht, wie bei vielen anderen Bands.

Alan A. Nemtheanga erinnert an den kleinen Mann, der in den Mühlen der Geschichte zermahlen wird, benutzt Kaiser Nero, der auf das brennende Rom blickt, als Metapher für die moderne Gesellschaft („As Rome Burns“) und besingt auf eindringliche Weise das eigene Lebensgefühl („Heathen Tribes“). Abgerundet wird das Ganze von der perfekten Produktion, die auch diesmal wieder komplett analog und „live“ im Studio stattfand.

„Empire Falls“ beginnt ruhig, fast verhalten, um dann plötzlich über den Hörer herzufallen. Überraschend hierbei, dass sich der Song schon ein wenig mehr in klassischen Heavy Metal-Gefilden bewegt, als von der Band gewohnt. Stangenware sieht eindeutig anders aus, aber der Opener ist ziemlich eingängig und der Chorus lädt zum Mitsingen ein. Eine interessante Wahl, dieses Stück an den Beginn zu stellen. Aber natürlich gibt es wieder die Epen, welche die Fans von der Band so lieben.

„Gallows Hymn“ bietet fantastische, mehrstimmige Gitarren, das bereits erwähnte „As Rome Burns“ ist nicht nur der längste Song der Platte, sondern auch der musikalisch Abwechslungsreichste und der Abschluss „No Nation On This Earth“ fährt so breite Gitarrenwände auf, dass man nahezu überrollt wird. Wie beim Vorgänger und bei jedem anderen Primordial Album auch, gibt es auch auf „To the nameless dead“ wieder Songs, die trotz der durchgängig hohen Qualität sogar noch heraus stechen. Neben dem Opener sind es hier „Heathen Tribes“ und „The Rising Tide/ Traitors Gate“.

„Heathen Tribes“ beginnt akustisch und mit einem stampfenden Marschrhythmus unterlegt. Eine Hymne für die heidnische Lebenseinstellung, die die Kraft der Natur über alles andere stellt. Was Alan hier für einen Text geschrieben hat und wie emotional er diesen singt, ist für mich persönlich völlig unglaublich. So unendlich glaubwürdig präsentieren sich nur die wenigsten Sänger (und das meine ich stilübergreifend). Bei guter Musik habe ich immer ein Bild vor Augen: Bei „Heathen Tribes“ schweift mein Blick über eine unendlich weite grüne Ebene, deren Grund zwar steinig ist, aber dadurch ihre besondere Schönheit erhält. „And yet when to Ireland we return I know that I am home at last...“

„The Rising Tide“ ist nicht mehr als ein Zwischenspiel und sehr ruhig, aber das täuscht. Unter der Oberfläche brodelt schon eine Urgewalt, die viel zitierte „Ruhe vor dem Sturm“... Und der Sturm kommt in Form von „Traitors Gate“! Primordial waren schon lange nicht mehr so aggressiv und schnell. Blast Beats ohne Ende; Riffing, das Black Metal würdig ist und Gesang, der eher ein gellender Schlachtruf ist. Mein Bild hierzu ist im Übrigen folgendes: Der Weg über den irischen Weiten endet abrupt an den Klippen im Süden. Unter mir zerschellen die Wellen an den mächtigen Steinen und am Horizont zieht ein stürmisches Gewitter auf, das rasend schnell näher kommt...

Fazit: ....ich kann hier nicht mehr viel sagen. Kauft euch das Album (am besten im Digipack mit der Live CD vom Rock Hard Festival 2006), bringt euch in die richtige Stimmung, um Musik richtig zu genießen und genießt „To The Nameless Dead“! Pagan Metal ohne bierselige Atmosphäre, instrumentale Leistungen, die überragend sind, aber bei denen sich niemand in den Vordergrund stellen muss und ein über allem thronender Frontmann!

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