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Pretty Maids: It Comes Alive (Maid In Switzerland)

Den Erfolg erschwitzt und nicht nachgeworfen bekommen
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock, Melodic Metal
Spielzeit: 61:13/ 51:59
Release: 23.03.2012
Label: Frontiers Records

30 Jahre Pretty Maids sind natürlich kein Pappenstiel und erst recht nicht selbstverständlich, was diese Dänenrocker gleich dazu bewegte, zum Jubiläum eine amtliche und gleichzeitig erste DVD herauszuhauen. Quasi als Nebenprodukt springt dabei natürlich auch eine Live-CD heraus, die es hier gleich als Doppelpack zu besprechen gilt. Irgendwie scheinen diese Live-Dinger nicht aus der Mode zu kommen, stellen allerdings gegenüber einfachen Compilations die auf jeden Fall die interessantere „Best Of“-Variante dar. Ärgerlich nur, dass in Zeiten von Download-Diskussionen und dem uns verklickerten dramatischen Einbruch von Verkaufszahlen schon wieder mehrere Varianten dieses Packages auf den Markt schwemmen. Die „Wir machen doch nur, was sich die Fans wünschen“-Argumente dienen höchstens weiterhin zur Bestätigung der Quadratur des Kreises.

In fast zwei Stunden Spielzeit packt dieses Danish-Dynamite-Quintett ein ganzes Bündel an Klassikern und Gute-Laune-Songs aus, immer bemüht, doch auch zum Jubiläum die ganze Schaffensphase abzudecken. So liegt zwar der Schwerpunkt zum Beginn der Show auf dem aktuellen Studioalbum „Pandemonium“ und ballert mit dem Titeltrack schon ungemein heftig los, doch schnell wandeln sie auf dem Zeitstrahl zurück, streifen mit dem schlüpfrigen Schmachtfetzen „Another Shot Of Your Love“ – übrigens live immer wieder druckvoller als bei den Studioproduktionen – die „Wake Up To The Real World“-Phase, malen mit dem „Hell On High Heels“ von der „Anything Worth Doing, Is Worth Overdoing“ geschickt auf der Kopfkino-Leinwand und starten sogar mit „Queen Of Dreams“ gleich durch bis zum Debut „Red, Hot And Heavy“ aus dem Jahre 1984. Ein schöner Querschnitt, viel zu meckern gibt es da nicht.

Verwunderlich nur, wie sauber, wie stark die Mannen rund um Ronnie Atkins und Ken Hammer zu Werke gehen, da ist nicht viel Fantasie gefragt um zu ahnen, dass doch im Studio arg nachgearbeitet wurde. Den Gesamteindruck stört es aber nicht, da hier geschickt die Emotionen eingefangen wurden, der Jubel nach den Songs, das phonstarke Mitsingen bei den Refrains und natürlich bei den doch immer gern mitgemachten Mitsing-Spielchen.

Für Old Schooler wird dann die zweite CD wesentlich interessanter, ist doch mit „Little Drops Of Heaven“ nur ein balladesker Ausflug in die Neuzeit eingefangen, der aber nicht minder von der Schweizer Meute im Prattelner Z7 abgefeiert wird. Welchen Status sich Pretty Maids wirklich erspielt haben, wird dann mit den schon ekstatischen Schreien zu „Future World“ klar, der nicht nur der wohl beste Track der kompletten Band-Historie darstellt, sondern dermaßen fett und brutal aus den Boxen wummert, dass man glatt vergessen könnte, wie viele „Szenepolizisten“ damals über die Synthie-geladene Rockkanone gelästert haben. Gelungen ist auch das Pretty Maids/Deep Purple & Co.-Medley in „Red, Hot & Heavy“ – die Jungs wissen, was sie den Fans zu liefern haben.

Pretty Maids sind auch heute noch vor allem live eine Macht, aber auch bei den Studioalben haben sie ja mit dem letzten Werk „Pandemonium“ endlich wieder aufgezeigt, dass sie die lange Schwächephase seit den Neunzigern kompensieren konnten. Natürlich wurde bei „It Comes Alive“ präzise wie ein Schweizer Uhrwerk noch ordentlich im Studio nachgefeilt, doch wie schon beschrieben wird die Stimmung dieses Jubiläums-Show bestens eingefangen. Für Fans dürfte sich hier nicht mehr die Frage stellen, ob sie nun zulangen oder nicht, Neueinsteiger bekommen einen schönen Überblick über die komplette Schaffensphase.

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