Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

President Evil: The Trash'n'Roll Asshole Show

´ne richtig gute Show
Wertung: 8.5/10
Genre: Stonerthrash Metal
Spielzeit: 47:8
Release: 07.04.2006
Label: AFM Records

"Jetzt kommt die Stelle zum Tanzen", skandierte einst "Onkelz"-Sänger Kevin Russell.

Bei "President Evil" gibt es viele solcher Stellen.

Emporgestiegen aus dem Kleinkaff Bremen repräsentieren sie das fleischgewordene Angekotztsein der bis heute bekannten Menschheit und das ist im Prinzip schon alles, was man bandbiographisch über sie wissen müsste, denn man hat es hier mit einem Debütalbum und somit noch mit einem relativ unbeschriebenen Blatt zu tun.

Ob der Name Wahlprogramm ist oder einfach nur eine Hommage auf das Videospiel aus den Weiten von Raccoon City, entzieht sich meiner Kenntnis; jedenfalls wäre es in ersterem Falle endlich ein Regierungswechsel, der wahre Pragmatiker an die Spitze bringt: Diamond Dennis prügelt seinen Ersteklasserhythmus in die Menge und Johnny Holze schreit die Leute an.

Die Myspace.com-Seite des mittelständischen Abbruchunternehmens mit Sympathie zu einer gewissen Biermarke lässt verlauten: "Sounds like: Slayer, Kyuss, Social Distortion"; genau so könnte man ihren Sound beschreiben.

Eine abgedrehte Mischung? You're right.

Bereits vom ersten Song ihres ab April in jeden vertrauenswürdigen Pattenladen erhältlichen Albums "The Trash 'n' Roll Asshole Show" (der Name ist Programm) an wird hier eine Spannung und damit verbundene Erwartungshaltung an die Band aufgebaut, die über die gesamte Länge hinweg nicht abflaut: Im Uptempo knallt einem der Dreck aus den Boxen entgegen, man sucht vergebens eine Stelle, an der man sich festklammern könnte; man wird zusammengestaucht und herumgeschubst von einer Gitarrenwand, die bestenfalls als gehörzerfetzend durchgehen könnte. Man fügt sich Blessuren an einer Musik zu, die im Prinzip nur aus Kanten besteht; man rutscht ab und verzweifelt, verbittert.

Und die möglicherweise abartigste Feststellung: Man liebt es.

Der Song, von dem ich spreche, heißt übrigens "Deathcar Racer", obwohl das Gesagte auch zweifellos auf jeden anderen Track auf der Scheibe übertragbar wäre, denn hier wird nirgends lange gefackelt, um das maximal Beste an Geschwindigkeit und Härte aus "Stoner" und "Thrash Metal" herauszuholen. Textlich dominieren Themenkomplexe wie Gewalt und Drogen, Autos, übertriebene Selbstdarstellung, Okkultismus und "Star Wars", also im Prinzip genau das, wofür sich doch insgeheim jeder moderne Mensch zu begeistern weiß.

Maidenartige Galopps ("The Electromegnetic Superstorm") gelingen den Beckstrinkern hierbei ebenso eindrucksvoll wie massive Unisonoriffs ("Action Express") und vielseitige und verspielte Passagen ("Deathcar Racer") und die Jungs scheinen zielstrebig und fokussiert wie ein Laserstrahl auf vollständige Vernichtung der Location bei einem Livegig aus zu sein; also definitiv Material, das live steht und fällt.

Für diejenigen, die den Wink mit dem Zaunpfahl noch nicht verstanden haben: Unbedingt auf der momentan laufenden Tour als Support von "Betzefer" ansehen, es könnte sich lohnen!

Wenn man überhaupt eine Kritik äußern könnte, dann die, dass die Mannen zu aggressiv zu Werke gingen; eine wohltuende Ballade würde man von ihnen ähnlich oft hören wie die dänische Nationalhymmne von Holocaustleugner und Mördermullah Ahmadinedschad.

Ansonsten gibt es angenehmerweise nicht viel zu meckern; der auf der Promo CD von "AFM" noch nicht finale Aufbau des Albums unterstützt noch die These, man habe es hier eher mit einer Aneinanderreihung von Einzelsongs zu tun, als mit einer sinnzusammenhängenden Einheit, aber das wird noch bis zum finalen Release verbessert.

So sind die beiden Radio Edits am Anfang noch die einzigen Songs, die in voller Länge ausgespielt werden.

Zudem sind die Fade Outs sind noch etwas abgehackt gesetzt worden, um einem verfrühten Auftauchen beim Filesharer deines Vertrauens vorzubeugen, aber das wird definitiv noch geändert; ich möchte also weder Produzent noch Band etwas ankreiden, sondern einfach klarstellen, dass man es hier noch nicht mit einem komplett fertigen Produkt zu tun hat.

Rifftechnisch kann ich aber mit ruhigem Gewissen sagen:

Eine Rhythmusgruppe im Zenit von "Tightness", tinnitusbegünstigender Gitarrensound und ein Shouter, der selbst einem Pinguin das Blut in den Adern gefrieren lässt.

President Evil for Bundeskanzler, I f*cking adore that sh*t.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte