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Prehate: We Don't March Alone

In der zweiten Hälfte ungleich schwächer
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Metalcore
Spielzeit: 37:28
Release: 09.09.2011
Label: Noisehead Records

Stöbert man in den italienischen Metalgefilden, stößt man immer öfter nicht nur auf Power oder Heavy Metal, sondern auch auf die deftigere Kost. Prehate aus Südtirol beispielsweise haben sich dem Death Metal behafteten Metalcore zugewandt, streuen ordentlich Groove über ihre Songs und klingen so im Großen und Ganzen fast ein bisschen schwedisch. Zwar gibt es hier und da noch Handlungsbedarf, was die Variabilität angeht, aber immerhin steht hier mit „We Don’t March Alone“ erst die zweite Full-Length-Scheibe an, also ist das zumindest theoretisch noch ausbaufähig.

Bereits letztes Jahr gab es mit „2012“ ein wahrhaft vorausschauendes Werk; wenn die Herren ab sofort immer im Ein-Jahres-Rhythmus die Alben heraushauen wollen, kriechen sie allerdings bald auf dem Zahnfleisch. Zumal es sich bei der Musik von Prehate nicht um Drei-Akkord-Songs handelt, die man mal eben aus dem Ärmel schütteln kann. Stattdessen wird auf saubere Gitarrenarbeit, eine klassische Besetzung und einheitlich gute Shouts gesetzt. Nichts, was unglaublich experiementell daherkommt, aber alles wirkt wie aus einem Guss und man spielt ja immerhin auf recht hohem Niveau.

Mit einer für heutige Verhältnisse recht kargen Besetzung von einem Sänger, einem Gitarrist, Drums und einem Bass erzeugen die Herren immerhin weit mehr Groove als manch andere Truppe mit doppelter Gitarrenpower. „Such A Sad Place“ füllt seinen Platz als Opener ganz gut aus, obwohl man irgendwie ein bisschen ins kalte Wasser geworfen wird; ohne große Einleitung legt die Combo direkt los und man findet sich in einer Schnittmenge aus In Flames und Cypecore wieder, nur ohne Keyboards.

Auch der Titeltrack beweist recht deutlich, dass in diesem Fall Gitarren die besseren Keyboards sind: eine schön flirrende Spur wird erzeugt, durch die Matthias’ Organ hindurch pflügt wie ein mittelschwerer Panzer. Ganz anders fällt da „The Deception“ aus und markiert somit auch den ersten Einschnitt auf „We Don’t March Alone“ – weite Gitarrensounds und aufputschendes Drumming legen das Grundgerüst, bevor Matthias mit seiner charakteristischen Heiserkeit einsetzt. Wirkliches Highlight des Tracks bleibt aber die Instrumentalspur, die dem Song gleichzeitig als Intro und Outro dient. 

Jetzt hatte man sich schon gefreut, sich behaglich zurückgelehnt oder wahlweise den Moshknüppel ausgepackt und dann treten Prehate voll auf die Qualitätsbremse. „Leave Behind All Things Material“ und auch die folgenden Songs rauschen in einem Groove-Korsett an einem vorbei, lediglich „Nothing Proves Our Existence“ kann noch mal durch die schiere Groovigkeit herausstechen. Ein bisschen Machine Head, Chimaira in den Gitarren und Cypecores Attila in der Stimme, damit punktet der Song, wollte man ihn mit anderen Bands vergleichen. Ansonsten mag die zweite Hälfte von „We Don’t March Alone“ aber eher weniger überzeugen.

Umso tragischer ist das, da die Scheibe richtig gut angefangen hat. Man kann zwar die hintere Hälfte nicht unbedingt als schlecht bezeichnen, aber es fehlt der Druck, die Eier, die Wut, die zwar oberflächlich dahin köchelt, aber nicht mehr so sehr brodelt wie beispielsweise bei „Such A Sad Place“. Dazu kommt noch, dass man nach dem einmalig geilen „The Deception“ natürlich große Hoffnungen und Erwartungen in die Gitarrenarbeit gesetzt hat – auch hier wird solides Handwerk geboten, vielleicht sogar etwas mehr, jedoch keine großen Glanzleistungen mehr erbracht. Eigentlich schade. Trotzdem: Potenzial ist in jedem Falle hörbar. Und weil die ersten 50 Prozent der Platte so geil sind, kommen Prehate hier immer noch trotz aller Schwarzmalerei auf sieben Punkte.

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