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Preacher Stone: Preacher Stone

Noch kein Meisterwerk, aber eine starke Duftmarke
Wertung: 8.5/10
Genre: Southern Rock
Spielzeit: 42:28
Release: 05.09.2009
Label: Eigenproduktion

Und wieder schlägt „just for kicks music“ wieder zu, denn mit Preacher Stone liegt die nächste Eigenproduktion einer amerikanischen Rockband vor. Zuletzt konnten die New Soul Cowboys kräftig Punkte einheimsen, mal schauen, ob man hier wieder ein feines Näschen gehabt hat. Die Band selbst besteht aus fünf Musikern, welche aber noch vier Gastmusiker für Percussion, B3, Keyboards und Backing Vocals ins Studio locken konnten.

„Not Today“ beginnt schön langsam stampfend mit einigem Blues in der Seele. Eine einfache, dennoch gelungene Produktion unterstützt den verrauchten Whiskey-geschwängerten Charme des vorliegenden Sounds. Die Orgel ergänzt das Ganze hervorragend. Ronnie Riddles Stimme passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Klar, dass da der Kopf vor und zurück nickt, das macht einfach Spaß. Schön, wie die beiden Gitarren von Marty Hill und Benny Huntt hier mit sich spielen und kleine Akzente setzen, wenn nicht gerade das vorherrschende Riff gezockt wird. Cool und lässig kommt hier der Groove rüber, ohne allerdings auch nur ansatzweise gefühllos zu klingen.

„Livin` Proof“ ist da noch etwas ruhiger. Langsam, aber sicher geht der Song voran, der Refrain brennt sich langsam, aber sicher ins Gedächtnis ein und die exzellente Gitarrenarbeit tut ihr übriges. Genau das Richtige nach einer mit Alkohol durchzechten Party, um wieder mehr runter zu kommen. Das Ganze eben mit diesem tollen bluesigen Touch.

„Old Fashioned Ass Whoopin` Sum Bitch” kann da zwar nicht ganz mithalten, aber die Gesangslinie ist schon was Tolles, klingt wie viele sehr alte Songs aus dem Genre. Leider kommen hier die Gitarren etwas zu kurz, da sie, obwohl präsent, nicht genug zusätzliche Farbtupfer setzen dürfen. Da hilft dann auch der Solopart nicht wirklich.

„That`s Just The Whiskey Talkin`” beginnt wie ein uralter Rocksong, stark, irgendwie wirklich ein wenig demolike, aber trotzdem einfach faszinierend gut. Man zappelt unruhig mit und freut sich über die tollen Songideen. Der Mitgrölrefrain spricht tatsächlich aus der Seele, auch wenn hier der Alkohol etwas falsch dargestellt wird, denn betrunken spricht man ja in der Regel die Wahrheit. Trotzdem ist dies ein toller Song geworden, der mit richtig guten Texten aufwarten kann. Irgendwie unspektakulär, weil eben nur so hingezockt, aber auf seine Art und Weise ein echtes Juwel und damit weiteres Highlight des Albums.

„Brother`s Keeper“ wartet mit deutlich mehr heraus stechendem Refrain auf. Klingt nicht schlecht, aber irgendwie hab ich hier das Gefühl, dass man sich hier etwas mehr an den gängigen Rockgrößen aus den US of A orientiert hat. Das wäre nicht schlecht, passt aber nicht so ganz zu der Band, die besser in verdreckten Spelunken mit deutlich überprozentualem Alkoholgenuss auftreten sollte.

„Blood From A Stone“ ist dann schon mehr Blues als Rock, aber derart gut präsentiert, dass man fast schon bei entsprechender Gefühlslage Pipi in die Augen bekommen könnte. Sehr starke Nummer, die ich so von einem vermeintlichen Newcomer nicht erwartet hätte. Endlich darf auch wieder die Orgel mitzocken und sogar das gelungene Solo einbringen. Da sollte man Duke Rivers wohl besser von der Gastmusikerliste streichen und in den festen Mitgliederstamm aufnehmen.

„Tractor Pull“ ist dann deutlich kräftiger und forscher rockend ausgelegt und genau dies ist es, was mir leider auffällt, was der Band nicht so gut steht. Da helfen auch die Gitarreneffekte nichts, der Track klingt im direkten Vergleich mit den anderen Stücken einfach nur unbedeutend. Da bringt die Band auch Jason Donaldsons präzises Drumming nicht wirklich weiter. Schade, dass dies den ersten Tiefpunkt des Silberlings markiert, der wohl zur Erstauflage gehört, da er von den Bandmitgliedern unterschrieben wurde und zwar auf der CD selbst.

„Homegrown Hoedown“ beherbergt dann auch noch Countrygene. Man groovt kräftig voran und versprüht eine Menge Charme. Eine coole Nummer, die einfach deshalb glänzt, weil man sie hier nicht erwartet hätte, das Kreischen und Grölen lässt auf eine echte kleine Partysause in einem der oben schon beschriebenen Clubs in Amerika vermuten, bei denen die Band hinter Maschendrahtzaun spielt, damit die umher fliegenden Biergläser die Musikanten nicht verletzen.

Da kann „Southern Hospitality“ trotz des wiederum gelungen Gesangs von Ronnie Riddle nicht mithalten. Das hat man schon zu oft besser gehört. Ein guter Rocksong, aber auch nicht wirklich mehr, da hilft auch die Orgel und der eher unterschwellig eingearbeitete Bluescharme wenig.

„Mother To Bed“ ist zwar auch deutlich rockiger, kann aber insgesamt deutlich mehr überzeugen. Ein kräftiger Abschluss, der noch einmal ein allerdings nur kleines Ausrufezeichen setzt und zeigt, dass die Band doch auch rockig zu überzeugen weiß. Trotzdem gefällt mir der blueslastigere Teil deutlich besser.

Fazit: Ein weiteres tolles Highlight einer ungesignten Band, welche es verdient hätte, deutlich mehr Beachtung zu erfahren. Schade, dass man das wohl nie live in good old germany erleben wird. Auch wenn man es (noch) nicht geschafft hat, ein echtes Meisterwerk abzuliefern, so hat man doch eine gehörige Duftmarke gesetzt. Ich bin schon sehr auf das nächste Album gespannt.

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