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Poverty's No Crime: Save My Soul

Ein richtig starkes Album, das einfach in jeden Schrank eines Progressive Metal – Fans gehört
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 53:39
Release: 24.08.2007
Label: InsideOut Music GmbH

Gut vier Jahre nach „The Chemical Chaos“ melden sich Poverty's No Crime nun mit ihrem sechsten Studioalbum „Save My Soul“ zurück. Und was man gleich festhalten kann: Die Band aus Hannover ist und bleibt eines der ganz großen Aushängeschilder der deutschen Progressive Metal – Szene. Was mich schon immer an der Band fasziniert hat, ist ihre Fähigkeit, richtig amtliche Frickel – Songs so zu verpacken, dass sich die gesamte Szenerie schon von Beginn an als nicht gänzlich unüberschaubar darstellt. Natürlich zeigen die Songs von Poverty's No Crime unzählige Facetten, die sich dem Hörer erst nach einer ganzen Weile erschließen, aber das Grundgerüst ist in nicht wenigen Fällen so konstruiert, dass man die Songs schon beim allerersten Durchlauf tief in sein Herz schließen kann. Dieser überragenden Tugend frönen sie nun auf „Save My Soul“ einmal mehr.

Nach einem knackig kurzen Intro legt das Quintett um den herausragenden Sänger Volker Walsemann mit „Open Your Eyes“ gleich erstmal ein amtliches Metal – Brett vor. Das ziemlich harte Hauptriff des Songs wird schnell ergänzt von dezenten Keyboardläufen und spätestens mit Eintritt des Gänsehautgesangs schwebt der Prog – Metal Fan endgültig auf Wolke Sieben. Der Refrain des Songs ist im Kontrast zum restlichen eher ruhig und überschaubar gehalten, aber prägt sich dafür auch sehr schnell ein. Im Mittelteil gibt es dann nochmal das volle Frickel – Inferno, das dem Song das letzte Fünkchen Genialität einhaucht.

Weiter geht es mit dem sechseinhalbminütigen Titeltrack, der im Vergleich zum Opener nicht ganz so brachial aus den Boxen dringt, dafür aber über eine wunderschöne Gitarrenmelodie verfügt. Der Refrain ist für die Götter und nicht nur deshalb mausert sich der Song langsam aber sicher zu meinem absoluten Lieblingsstück auf „Save My Soul“. Bei „End In Sight“ ziehen Poverty's No Crime im folgenden das Tempo wieder leicht an und auch das Keyboard schallt dem Hörer bedrohlich dominant entgegen. Keyboardanhänger werden an „End In Sight“ sicherlich einen Heidenspaß haben, aber auch alle anderen dürften von diesem Song nicht weniger angetan sein. Klasse gefällt mir die packende Gesangsmelodie in den Strophen, während die Band im Refrain gerne auch noch ein wenig mehr hätte rauskitzeln können. Dennoch ein toller Song.

„The Key To Creativity“ ist wohl nicht nur der intimste Songs des Albums, sondern vielleicht auch der zugänglichste. Hier nehmen Poverty's No Crime ihre Fans mit auf eine Reise, bei der besonders große Emotionen im Vordergrund stehen. Untermalt wird diese Reise von melancholischen Akustikgitarren und einer erneut packenden Gesangsleistung von Volker. Was man so unterschreiben kann, ist die Tatsache, dass „Save My Soul“ wohl ein Album der Gegensätze und der Abwechslung ist. Gerade verzauberte die Band noch mit seichteren Klängen, nun hauen sie bei „In The Wait Loop“ wieder eine enorm progressive, streckenweise auch äußerst schwermetallische Nummer raus, die ziemlich wenig eingängig ist und ihre Durchläufe benötigt. Nicht der beste Song des Albums, richtig gut aber trotzdem.

Gleiches gilt auch für „The Torture“ mit seinen brachialen, tiefer gestimmten Gitarren und seinem thrashig – anmutenden Riffing. Highlight des Songs ist das sensationelle Solo mit seinen wilden Gitarrenläufen, das aber ruhig etwas länger hätte ausfallen können. Aber Freunde instrumentaler Metal – Kost kommen dann bei „Spellbound“ auf ihre Kosten, bei dem die Band nicht mit denkwürdigen Darbietungen geizt. Im Anschluss ist das wieder weniger sperrige, rockige „From A Distance“ sehr erquickend, denn nach „The Key To Creativity“ hat man sich doch wieder nach einem eingängigeren Song gesehnt, der auf der anderen Seite aber auch ähnlich packend gestaltet ist. Und das ist „From A Distance“ ohne wenn und aber.

Das große Finale folgt dann in Form des fast zehnminütigen „Break The Spell“ bei welchem man sich wieder über ausgedehnte Instrumentalpassagen freuen darf. Der Song ist ein dramatisches Manifest, für das man kaum Worte findet. Facettenreich und genaustens durchdacht, aber dabei auch absolut nicht uneingängig. Die Mischung macht's und somit ist „Break The Spell“ ein mehr als würdiger Abschluss des von Produzent Tommy Newton (u.a. Gamma Ray) bestens in Szene gesetzten Albums.

Fazit: Das Fazit kann man wohl recht kurz halten. „Save My Soul“ ist ein richtig starkes Album, das einfach in jeden Schrank eines Progressive Metal – Fans gehört. Kaufen!

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