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Postmortem: Constant Hate

Zu wenig für den großen Ruhm
Wertung: 7/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 41:18
Release: 21.11.2008
Label: War-Anthem Rec

Die Thrash Metaller von Postmortem sind wieder da. Zehn Jahre nach dem letzten Longplayer melden sie sich mit „Constant Hate“ wieder ins Leben zurück. Lediglich 2000 gab es eine EP „Storm Force“ und 2003 eine Single. Nun starten die Berliner also wieder durch und das mit einem wahrlichen Old School Metal-Sound.

„Are You Dead“ beginnt mit einer Kampfszene und leisem Gewimmer, bevor die Band kräftig loslegt. Tilo am Bass und Max am Schlagzeug sorgen für einen gehörigen Tritt in den Allerwertesten. Eine dicke Portion Death Metal schwingt hier aber ganz deutlich mit. Der zum Mitgröhlen verführende Refrain sorgt für positive Gefühle.

„Suffer“ hämmert ebenfalls recht zügig durch die Strophen, lediglich beim Refrain wird das Tempo geschickt mit Breaks rausgenommen. Irgendwie scheinen hier auch die One Man Army & The Undead Quartet ein wenig durchzuschimmern. Schön, wie die Nackenmuskulatur stimuliert wird, nur würde man sich eine zweite Gitarre wünschen, die für zusätzlichen Druck und zweistimmige Solos sorgt

Eine kleine Überraschung liegt dann mit „Killing Days (To Ottis)“ vor. Neben der typischen Highspeed-Dampfwalze wird plötzlich das Tempo herausgenommen und Sänger Putz singt solo zum Drumkit. Hört sich ordentlich schräg an und ist recht rockig und groovig ausgefallen. Macht tierischen Spaß und man meint fast, Putz wäre ein dickes, ulkig aussehendes Schleimmonster, das besoffen umhertorkelt. Dem ist natürlich nicht so, aber irgendwie habe ich die asoziierten Bilder im Kopf.

„The Way Of The Knife” donnert da deutlich seriöser durch die Lautsprechermembranen. Die zweite Gitarre fehlt, aber der Druck stimmt. Der Schädel bangt, wie es sich gehört, unaufhaltsam mit. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass das hier nicht wirklich herausstechend genug ist, um zu größerem Erfolg zu geraten. 

„Lobotomy“ kommt mir ein wenig zu gemächlich daher, auch wenn die Doublebass-Drums zeitweise richtig Fahrt aufnehmen. Zu gewöhnlich ist der Song geraten, da nutzt auch der sehr schöne Mittelteil nichts, in dem sogar fast ein wenig geflüstert wird.
„Please God“ beginnt, als ob man versuchen will, Stimmung aufzubauen, was aber irgendwie nicht wirklich gelingen mag. Der Song rauscht recht uninteressant am Hörer vorbei. Die rockigeren Einflüsse schimmern im harten Spund durch und wechseln sich mit den hauptsächlich vom Sänger vermittelten Death Metal-Anleihen ab.

„Revolution“ vermag eben genau diese nicht anzuzetteln. Zeitweise quetscht die Gitarre ein wenig nervend. Ansonsten geht es recht eintönig voran, was nicht schlecht sein muss, aber hier nicht überzeugen kann. Schade, eher ein Lowlight der Scheibe, das kann das Quartett deutlich besser.

Dass es auch abwechslungsreicher geht, beweist dann „As The Blood Rushed Out Of Her Cutted Throat”. Dieser Song lebt von seinen akustischen Gitarren. Hätte ich so in keinster Weise erwartet, da ansonsten ja eher die brutale Hasstirade gewählt wurde. Leider ist das Dargebotene allerdings eher zu simpel, auch wenn es hier einen wirklich schönen Kontrast zum Rest des Albums gibt.

„Hate, Kill, Destroy” hämmert dann wieder eingängiger in bester Thrash-Manier durchs Trommelfell. Gute Nummer zum kräftigen Mitgröhlen, wenn er live entsprechend präsentiert wird und ein nicht ganz herausstechendes Highlight des Albums. Ebenso wird der Rausschmeißer „Can`t Stop Killing“ zelebriert. Der Songtitel wird sehr häufig wiederholt und ansonsten sorgt der Groove für die Hummeln im Hintern und dürfte zu einem Moshpit führen.
Absolut cool und lustig ist, dass nach dem Song erstmal Ruhe einkehrt, bis dann ein Heimatlied beginnt. So richtig im 50er Jahre-Stil, bevor die Gitarre sich wieder ihren Raum erkämpft. Hier hat man cool Zeit geschunden, um über 41 Minuten zu kommen

Fazit: Sicher kein schlechter Output der Band. Aber gerade einmal 41 Minuten sind irgendwo zu wenig in der heutigen Zeit und gerade nach quasi zehn Jahren Longplayer-Pause. Technisch passt zwar alles, aber insgesamt gibt es zu wenig Highlights, die sich im Kopf festsetzen.

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