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Postmortem: Bloodground Messiah

Völlig kranke Vocals
Wertung: 8/10
Genre: Death/ Thrash Metal
Spielzeit: 41:09
Release: 23.11.2012
Label: War Anthem Records

Herzlichen Glückwunsch nach Berlin, herzlichen Glückwunsch für 25 Jahre Thrash und Death und weiterhin reichlich Underground-Feeling. Ist ja auch gar nicht selbstverständlich heutzutage, so lange durchzuhalten (ja gut, die kleine Schwächephase um 2005/ 2006 herum mal ausgeblendet). Eines noch vorweg: Postmortem sind hier vom Verfasser dieser Zeilen noch mit reichlich Bonus abgepolstert, als Erklärung dafür mag dienen, dass bei der Release-Show für das „Comeback-Debüt“ „Constant Hate“ sogar eine Fahrt vom Ruhrpott in die Hauptstadt zum Pflichtprogramm gehörte.

Streiten kann man sich dann herrlichst über die musikalische Ausrichtung des neuen, mittlerweile sechsten Studioalbums, welches sich unter dem „Bloodground Messiah“-Banner erneut mit präzise sägenden Riffen in die Metallerhaut ritzen will, denn deutlich mehr Thrash tönt da aus den Boxen – dabei hatte der Vorgänger „Seeds Of Devastation“ noch eher auf die tödliche Maschinerie gesetzt. Und wovon man auf den Tonträgern auch Abschied nehmen muss, sind die live so herrlich lang gezogenen „rrrrr“ von Frontmann Matthias, der hier aber wieder einmal so fies angepisst und derbe krank daherkommt, dass man ihm sicherlich nicht am einsamen Bahnhof „Frankfurter Allee“ treffen mag. Leider ist der Gesang eine Spur zu weit nach hinten gemischt, ein wenig mehr Fokus hätte hier gut getan, da die Vocals wie schon erwähnt einfach herrlich krank sind und sich nach fünf Jahre blutigem Speiseröhrenkrebs anhören.

Gut, über die komplette Spielzeit hinweg mögen sich einige Songs doch recht ähneln, allerdings hat ein treibender, wie eine Abrissbirne durch morsche Gemäuer wuchtender Thrasher „White Raven Black Sun“ mehr Power als bei so vielen der Mitbewerbern. Die megafiesen, völlig kranken Vocals bei „Falling From Hell“ lassen das sirrende Geräusch des Zahnarztbohrers als willkommenes Heilmittel erscheinen und packen einfach nur an die Eier, „Calling The Undead“ dagegen ist marginal mit ein wenig mehr Melodie ausgestattet, was sich aber schnell im Doublebassgewitter verliert.

Überhaupt ist das Geballer der Drums natürlich regelmäßig zu vernehmen, allein schon der Titel zu „Machinegun Preacher“ ist wohl aussagekräftig genug, damit man vorausahnen kann, was einen erwartet: Reichlich Drumgeknatter wie dauerhafte Maschinengewehrsalven, wobei Postmortem aber zwischendurch das Auskühlen der Rohre nicht vergessen und lieber wieder eher groovend daherpreschen. Diese groovigen Elemente bauen sie auch immer wieder ein, sei es beim eingängigen Opener „Under Attack“ mit dem prägnanten Kurzrefrain oder beim folgenden „Down For The Count“, wo die Jungs zwar deutlich mehr aufs Gaspedal treten, zwischendurch aber auch die Groovekeule schwingen. Bei „Santa Muerte“ bauen die Hauptstädter dann sogar einen akustischen Zwischenpart mit witzigen Schlagzeugspielereien ein, aber auch hier dominiert die riffbetonte Arbeit, dazu ein paar Vocals, die zwischen absoluter Verzweiflung und purem Hass pendeln.

Die Berliner Postmortem zeigen wieder einmal eines ihrer wandlungsfähigen Gesichter, dieses Mal hauen sie mit „Bloodground Messiah“ wieder ein wenig mehr in die Thrashkerbe, punkten aber wiederholt mit dem (manchmal etwas zu leisem) Gesang, der absolut krank und megafies aus den Boxen knirscht. Zwar schaffen es Postmortem immer wieder locker, zwischen knatternden und fett groovenden Parts zu wechseln, doch über das komplette Album hinweg ähneln sich die Songs doch ein wenig zu sehr, um hier vielleicht noch einen Punkt mehr abzustauben. Aber acht Points mit dem Daumen nach oben sind auch nicht zu verachten.

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