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Porn: The Ogre Inside

Kein Reinfall, aber auch nicht das Gelbe vom Ei
Wertung: 7/10
Genre: Dark Rock / Industrial Rock
Spielzeit: 51:14
Release: 20.10.2017
Label: echozone / Soulfood

Zugegeben, am Anfang stand die Frage, welche Band sich denn einen solch belämmerten Namen geben kann. Nun, die Franzosen von Porn können das ganz offensichtlich. Da sie nun mit „The Ogre Inside“ auch schon das dritte Album veröffentlichten, scheint sich der Name zumindest nicht ernsthaft negativ ausgewirkt zu haben.

Angepriesen wird die Formation als Industrial- oder Rockband. Beides trifft zu, aber keine Bezeichnung trifft den Kern. Es finden sehr viele Einflüsse Einzug in die Musik der Truppe. Darunter befinden sich Elemente aus hartem Rock, Industrial, Post Rock und auch Metal. Einen gewissen psychedelischen Touch kann man zusätzlich kaum überhören.

So wundert es nicht, wenn die Musik ab dem ersten Ton etwas abgehoben und mitunter auch sperrig in Richtung Gehörgang drängt. Dementsprechend lange dauert es, bis sich ein Fluss einstellt. Hat man sich mit der Materie vertraut gemacht, dann läuft der Wurm aber ganz gut.

Ein paar Durchgänge sind nötig, um die ersten Ergebnisse zu ermitteln. Das Album ist relativ düster und langsam gehalten, aber trotzdem sehr dynamisch arrangiert und organisiert. Dennoch kommt man auch nach einigen akustischen Runden nicht darüber hinaus, ein „passt schon“ als Bewertung abzugeben. Einige der Gründe seien erläutert:

Das Album befasst sich mit dem Okkultisten Aleister Crowley. Doch wer kommt denn heute noch auf die Idee, dass es irgendwie überraschend, cool, mystisch, okkult, diabolisch, antichristlich oder sonst irgendetwas sein könnte, das Thema Aleister Crowley zum 1.000.000. Male wieder aufzuwärmen? Warum denn? Lasst den Mann doch endlich in Frieden ruhen! Wer sich wirklich mal die Mühe gemacht hat und sein Buch des Gesetzes gelesen hat, der sollte nun wissen, was Drogen aus Menschen machen können. Gibt es denn wirklich nichts interessanteres, als diese Suppe immer wieder zu Tode zu kochen? Das kann doch echt nicht sein.

Weg vom textlichen und hin zum musikalischen Konzept. Hier kann man zwar unterhalten, doch Innovationen oder zumindest trickreiche, technisch anspruchsvolle oder spaßige Spielereien sucht man vergebens. Im Grunde pendelt der Hörer immer zwischen The 69 Eyes und der Soundtrackcompilation zum Film „The Crow“.

Was die Platte dennoch in der Wertung nicht zu weit sinken lässt, ist die schon sehr geile Produktion, die der Rundling erhalten hat. Vor allem die Spielereien mit der Dynamik sind sehr gut geglückt. Klangmalerisch wurde das Konzept sehr gut erfüllt und hier wurde nun auch die passenden Atmosphäre zu den Werken der Band geschaffen. Alleine deswegen sollte man schon einmal in die Platte reinhören.

Ein Meisterwerk ist „The Ogre Inside“ nicht. Dazu fehlt einfach ein ganzes Stück. Viele Lieder verfolgen hochinteressante Ansätze, werden dann aber nicht richtig umgesetzt. Durch die relativ homogenen Stücke wird die noch vor dem Hörer liegende Musik auch schnell einschätzbar und damit weniger interessant.

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