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Porcupine Tree: Nil Recurring

Qualitativ hohe Resteverwertung
Wertung: 8.5/10
Genre: Progressive Rock, Alternative, Psychedelic
Spielzeit: 28:44
Release: 22.02.2008
Label: Peaceville

Ach ja, eine neue Porcupine-Tree-CD in den Händen zu halten, ist für den Verfasser dieser Zeilen wie Geburtstag und Weihnachten zusammen – auch wenn es sich in diesem Fall lediglich um eine EP handelt. Man ist einfach gespannt, was Visionär Steven Wilson – auch Gott genannt – sich wohl diesmal wieder Neues hat einfallen lassen.

Bei „Nil Recurring“ handelt es sich um Material, das während der Aufnahmen des letzten Meisterwerkes (jawoll – Meisterwerk!) „Fear Of A Blank Planet“ entstand. Einige Riffs und Melodien hat man darauf schon gehört, es handelt sich hier also teilweise offensichtlich um so etwas wie ursprüngliche Versionen, aus denen dann einige Passagen in Songs von „Fear Of A Blank Planet“ übernommen worden sind. So ähnelt bei „Cheating The Polygraph“ - das mit einer ruhigen Strophe, die wieder etwas an alte Porcupine-Tree-Zeiten erinnert, und einem dagegen deutlich härteren, düstereren Chorus aufwartet, das Riffing am Ende an Stellen aus „Anesthetize“.

Ähnlich verhält es sich beim vierten Track „What Happens Now?“, der durch zahlreiche, hervorragend eingesetzte Effekte sehr experimentell wirkt, dennoch keineswegs konfus ist, wie mancher vielleicht nach den ersten Hören denken könnte, sondern nachvollziehbar, behutsam und spannend aufgebaut wurde – von Passagen zum Träumen bis hin zum schwermütigen Düster-Riffing am Ende. Hier gibt’s bei jedem Durchgang etwas Neues zu entdecken und auch hier schimmern, gerade wenn es auf das dramatische Finale zugeht, immer wieder Riffs aus dem Longtrack des vorangegangenen Albums durch.

„Normal“, Song Nummer zwei, ist dagegen schon so etwas wie eine alternative, weniger polierte, schwieriger zugänglichere, aber mindestens genauso gute, vielleicht sogar interessantere Version von „Sentimental“. Irre, wie hier am Ende nach den harten Gitarren das Anfangsriff auf der Akustikgitarre (das mich irgendwie ein bisschen an Led Zeppelin erinnert) aufgegriffen und in folkloristisch-tänzerischer Manier bearbeitet wird.

Das Titelstück wiederum ist ein vertracktes Instrumental, das erneut durch einen grandiosen Aufbau besticht und bei aller Komplexität dennoch recht eingängig ist, da sich das tolle Main-Riff wie ein roter Faden durch den gesamten Song zieht (schon beeindruckend, was die Band alles aus einem einzigen, relativ simplen Thema zu machen in der Lage ist).

An der Lead-Gitarre bekommen wir als Gast den von Steven Wilson bekanntermaßen hochgeschätzten King-Crimson-Mastermind Robert Fripp zu hören, der ja bereits bei „Way Out Of Here“ auf „Fear Of A Blank Planet“ in Erscheinung getreten ist.

Fazit: Insgesamt jedenfalls kann auch bei dieser halbstündigen EP jeder Fan wieder bedenkenlos zugreifen; natürlich ist besonders bei den düsteren Passagen deutlich zu hören, aus welchen Sessions das Material stammt, aber dennoch bleibt zumindest bei mir der Eindruck, dass Porcupine Tree sich auch wieder etwas verstärkter in die psychedelische Richtung wie in ihrer Anfangszeit orientieren, was teilweise im vorletzten, vor allem jedoch im letzten Stück deutlich wird und was „Nil Recurring“ umso abwechslungsreicher und spannender gestaltet.

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