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Police State: Mind Collapse

Überraschend vielseitiger Crustcore-Brocken
Wertung: 8/10
Genre: Crustcore
Spielzeit: 19:16
Release: 06.11.2015
Label: Grimoire Records

„Police State sind hier, um auf die amerikanische Politik zu scheißen“ – so steht es wörtlich übersetzt in der Ankündigung der neuen Police State-Platte „Mind Collapse“, die schon mit dem schwarz-weißen Cover und dem rotzig-räudigen Grind-Crustcore-Sound den Neunzigern huldigt. Hardcore-Attitüde ist zu spüren bei der knapp zwanzig Minuten langen Scheibe, der Vierer aus Pennsylvania rechnet mit dem modernen Amerika hörbar schonungslos ab.

Da muss man gar nicht so sehr die Texte verstehen, die von Fronter Cole und Bassist Kasey in Teamwork herausgebrüllt werden; den Sound an sich zu hören reicht schon völlig, um zu merken, dass Police State richtig angepisst von ihrem Heimatland sind. Da reihen sich neun Songs (und ein Intro, das so ziemlich für die Katz ist) aneinander, die mit tief gestimmten Gitarren, bedrohlichen Riffs, einem rollenden Bass und teils rasantem, teils dumpf-düsterem Drumming daherkommen und dabei zum Glück auf die im Grind-Bereich nicht immer vermeidbare Stumpfheit verzichten, obwohl man „Mind Collapse“ insgesamt keineswegs als besonders abwechslungsreich bezeichnen würde.

Springen wir also vom bereits erwähnten „Intro“ mit seinem penetranten Rückkopplungspfeifen gleich zum zweiten Song „Consumed“, einem waschechten Crustcore-Köter, der rasend schnell um sich beißt und Gefahr läuft, außer Kontrolle zu geraten. Beinah übergangslos wird dann das ähnliche gelagerte „Oath“ abgefeuert – die ersten drei Songs zählen zusammen nicht mal drei Minuten Spielzeit, und genau daher rührt der vermutlich beabsichtigte Effekt, dass man sich fühlt, als wäre man besoffen in eine turbogetriebene Drehtür geraten. Oben ist unten, rechts wird zu links, Inneres wird nach außen gedreht. Schön.

So geht es bis „Pure Filth“ weiter, das mit seinem Stakkatoschlagzeug zuerst eher in die Hardcoreschiene abdriftet; die eingestreuten Doublebassgewitter wären auch bei jeder Black- oder Death-Metal-Band willkommen, vom brutalen Gesang ganz zu schweigen, für den der Fronter einer Band namens Ralph mit an Bord geholt wurde. Dass die Herren auch langsamer können, zeigt das nicht minder bedrohliche „Cease To Exist“, das sich schleppend dahinwalzt und mit seiner zähflüssigen Aggression alles unter sich begräbt, bevor am Ende noch mal richtig ausgeflippt wird. Auch beim finalen „Shallow Grave“ überraschen die Amis erneut mit einer Variabilität, die man ihnen zu Beginn der Platte eigentlich nicht zugetraut hätte: Hier werden Hardcore, Crustcore und Black Metal vermengt, um eines der fiesesten Lieder des ganzen Albums zu ergeben.

Kurzweil ist hier geboten, denn länger als vier oder fünf Umdrehungen am Stück kann man „Mind Collapse“ nur schwer aushalten. Das liegt keineswegs an minderer Qualität, das Quartett glänzt nämlich durchweg durch ein glaubhaft hohes Aggressionslevel, sondern vielmehr an der schieren Gewalt, die hier auf CD gebannt wurde. Fans aller heftigeren Metal- und Hardcore-Spielarten dürfen sich hier in zwanzig Minuten Hass suhlen.

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