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Poets Of The Fall: Twilight Theater

Von Tagträumen und Ohrwürmern
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 46:23
Release: 29.10.2010
Label: Insomniac Music

In ihrer Heimat Finnland sind die Poets Of The Fall schon seit längerer Zeit ein großer Name und konnten zahlreiche Awards sowie hohe Chartplatzierungen einheimsen – auch mit ihrem neuen Album „Twilight Theater“ setzte die Truppe diesen Trend fort und blieb weiterhin in den Charts und auf den Bühnen präsent. Nun veröffentlichen die Finnen ihren neuen Silberling auch in Europa und schicken sich an, mit ihrem atmosphärischen Alternative Rock auch hierzulande die Hörer zu begeistern.

Obwohl die Herbstpoeten anders als viele ihrer Landsmänner mit Metal nichts am Hut haben, so ist ihnen doch die berühmte finnische Melancholie zu eigen, die verbunden mit dem Gespür für Ohrwürmer, das das Quintett besitzt, die Songs von „Twilight Theater“ zu einer ganz besonderen, in diesem Genre nahezu einzigartigen Erfahrung macht. Zwar stellt das Fundament der Musik zumeist Rock dar, doch besitzt die Band nach wie vor einen starken Hang zu ruhigen, von Akustik-Gitarre begleiteten Stücken, die insbesondere durch Frontmann Marko Saaresto eine stark emotionale Prägung erhalten. Auch ohne gewaltigen Tonumfang vermögen die mit dem glasklaren Organ des Sängers enorm sauber vorgetragenen Gesangslinien zu jeder Zeit zu berühren und verleihen den zehn Songs einen einzigartigen Charakter, der diese deutlich von anderen ähnlich ausgerichteten Bands abhebt.

Wie schon erwähnt stehen bei Poets Of The Fall die zurückhaltenden Stücke gleichberechtigt neben den treibenden Vertretern des Stils der Band, was jedoch keineswegs den Spielfluss ausbremst, sondern im Gegenteil durch die geschickt zusammengestellte Tracklist die Songs nur noch mehr wie aus einem Guss wirken lässt. So beginnt das Album direkt mit der rockigen Single-Auskopplung „Dreaming Wide Awake“, die gekonnt zwischen sphärischen Riffs und einem großartigen Ohrwurm-Refrain schwankt und gleich eines der Highlights darstellt – anstatt das Ganze nun erwartungsgemäß mit einem ruhigen Stück fortzuführen, wählt man anschließend mit „War“ einen Song, der einen Mittelweg beschreitet und gleichzeitig eine neue Seite der Finnen zeigt: Die melancholischen Strophen werden von Akustik-Gitarren begleitet und mit Markos gefühlvollen Gesang veredelt, bevor im Refrain neben härteren Riffs plötzlich auch symphonischer Bombast hinzukommt, der dem Stück eine epische Komponente verleiht. Erst danach folgt mit „Change“ ein komplett auf akustischen Klängen basierender Song, der leichte Folk-Elemente verarbeitet und so einen beschwingten Charme erhält.

Letztendlich zieht sich aber stets ein roter Faden durch sämtliche Stücke, denn egal ob die Band sich gerade mit elektrischer oder akustischer Gitarre bewaffnet, fast immer ist die Stimmung von Melancholie geprägt – typisch finnisch könnte man meinen, denn auch bei den Poets Of The Fall klingen derlei Melodien so authentisch, wie man es aus dem Land der tausend Seen gewöhnt ist. Insbesondere „15 Min Flame“ mutet mit Piano- und Streicher-Begleitung sehr schwermütig an, wobei auch hier im Refrain wieder die symphonischen Anklänge aus „War“ zu hören sind. Auch verträumte Balladen wie „Given And Denied“ oder „You're Still Here“ bewegen sich in einer ähnlichen Gefühlslage, mit „Dying To Live“ findet sich jedoch auch ein Song auf der CD, der wesentlich unbeschwerter und poppiger als der Rest daherkommt – im Kontext von „Twilight Theater“ vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber ohne Frage gut umgesetzt.

Mit ihrem neuen Werk nähern sich die Finnen wieder ein Stück weit ihrem hochgelobten Werk „Carnival Of Rust“ an und setzen auf dessen verträumt-wehmütige Atmosphäre – und das ist auch gut so, denn genau dort liegt die größte Stärke des Quintetts. „Twilight Theater“ ist ein Alternative Rock-Album, das wegen seiner ruhigen Grundausrichtung zwar bei einigen Genre-Fans eventuell auf Unverständnis stoßen könnte, aber gerade deswegen ein sehr eigenständiges und ehrliches Stück Musik in diesem Bereich darstellt - wer „Carnival Of Rust“ zu seinen favorisierten Alben zählt, wird auch mit der neuen Scheibe der Finnen mehr als glücklich werden, während auch scheuklappenfreie Hörer mit einer Vorliebe für verträumte Stimmungen dieses Album nicht verpassen sollten.

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