Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Poets Of The Fall: Temple Of Thought

Ein angenehmes Album
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 50:09
Release: 21.03.2012
Label: Insomniac Music

Die Finnen sind schon ein lustiges Völkchen. Nur einer Band aus dem Land der 1000 Seen kann es einfallen, ihre eigene Musik als „Cinematic Rock“ zu bezeichnen – aber irgendwie passt es auch durchaus im Fall von Poets Of The Fall. Die Herren zelebrieren ihre Mischung aus Rock und einem Hauch Gothic mittlerweile seit fast zehn Jahren und haben in dieser Zeit immerhin auch schon vier Full-Length-Scheiben herausgebracht. Nummer fünf, „Temple Of Thought“ mit Namen, steht bereits seit März in den Regalen.

Dass das Quintett in seiner Heimat kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, zeigt sich schon an den Auszeichnungen, die die Truppe bisher einheimsen konnte – nicht nur zwei Emma Awards, die quasi die finnische Version des Grammy darstellen, sondern auch Best Finnish Act bei den MTV Europe Music Awards 2006 oder Best Finnish Band bei den NRJ Radio Awards im selben Jahr; die Liste lässt sich tatsächlich noch ein bisschen weiterführen. Wenn man die Band bisher also nur vom Namen her kannte, darf man nun wirklich gespannt sein, was die Finnen auf „Temple Of Thought“ zu bieten haben.

In erster Linie sei gesagt, dass man hier kein bombastisches Feuerwerk der guten Laune erwarten darf. Poets Of The Fall widmen sich, wie der Name schon vermuten lässt, eher den ruhigeren Klängen der Rockmusik. Dass das Debütalbum „Signs Of Life“ seinerzeit direkt auf Platz eins der finnischen Charts sprang, kann man sich irgendwie gut vorstellen, denn die überaus berühmt-berüchtigte skandinavische Melancholie gibt es auch auf der neuen Scheibe und überhaupt im Sound der Truppe zuhauf. Interessant wird es dann, wenn Poets Of The Fall das Zuckerbrot zur Seite legen und stattdessen die Peitsche auspacken, wie im finalen Song, der ausgerechnet „The Happy Song“ betitelt ist und stark an Killing Joke erinnert.

Ansonsten geht es aber wie erwähnt eher gemächlich zu – astreine Balladen wie der umwerfende Titeltrack bringen all die Vorzüge des Sounds der Finnen zum Vorschein: melancholische Gitarren und die sanfte Stimme von Sänger Marko machen den Track zu einer Gänsehautnummer par excellence. Allerdings vergreift sich auch dieser recht geübte Sänger mal im Ton – in Tracks wie „The Distance“ beispielsweise, wo im Refrain dann auch schon mal Tonlagen zu Tage treten, die unangenehm weit über dem schweben, was Marko sonst so feilbietet. Ansonsten ist der Track aber sehr frisch und dynamisch, was wiederum über die merkwürdigen Gesangseinlagen zwischendurch hinwegtröstet.

„Morning Tide“ tendiert dann ein bisschen in Richtung der ruhigeren Stücke von Poisonblack, was nicht sonderlich verwundert, nutzen beide Bands doch ähnlich gelagerte Keyboardflächen. Mit „The Ballad Of Jeremiah Peacekeeper“ und fast schon Power-Metal-haften Samples bringen die Finnen dann doch noch gegen Schluss eine Prise Bombast mit auf ihr Album, das ansonsten erfreulich frisch und locker daherkommt. Keine gezwungen konstruierten Stimmungen, keine größeren Ausfälle bis auf die gelegentlich etwas gewöhnungsbedürftigen, aber sonst sehr angenehmen Vocals – so kann man sich „Temple Of Thought“ gefallen lassen. In absehbarer Zeit sind die Jungs übrigens auch in Deutschland unterwegs – da könnte man sich schon mal das ein oder andere Konzertchen der Finnen zu Gemüte führen.

comments powered by Disqus