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Poets of the Fall: Jealous Gods

Überraschend soft, dafür aber angenehm atmosphärisch
Wertung: 7/10
Genre: Soft Rock
Spielzeit: 50:21
Release: 19.09.2014
Label: Insomniac Music

Man könnte sagen, dass Poets of the Fall bereits seit Beginn ihrer Karriere erfolgsverwöhnt sind. Bereits ihre erste Single „Late Goodbye“, speziell für das PC Spiel "Max Payne" geschrieben, erhöhte den Bekanntheitsgrad der Band drastisch und resultierte letztendlich in einer Nummer eins Platzierung ihres Debüts in den finnischen Albumcharts. Nach mittlerweile über zehn Jahren Bandgeschichte bringen Poets of the Fall nun ihr mittlerweile sechstes Studioalbum auf den Markt. Brutal war die Musik der Finnen zwar nie, ihr neues Album fällt dann aber doch überraschend melodisch aus. Das wiederum birgt eine gewisse Diskrepanz, denn je poppiger ein Album wird, desto größer wird auch die Gefahr, in zu vorhersehbare Strukturen zu verfallen und den Hörer mit schnulzigen Balladen zu verschrecken. Poets of the Fall meistern diese Herausforderung aber durchaus gelungen, werden nie zu schnulzig, variieren Gesang und instrumentale Begleitung und wissen auch textlich zu überzeugen.

Zwar beweist das mehr als angenehme Instrumentalstück „Rogue“, dass die Band auch ohne Gesang zu unterhalten weiß, der komplette Charme der Band entfaltet sich allerdings erst, wenn auch Sänger Olli Tukiainen beteiligt ist. Mit seiner charakteristischen Stimme und seinem variablen Gesang haucht er den eingängigen Kompositionen Leben ein und verleiht dem Album damit seine ganz eigene Atmosphäre.

Die erste Single des Albums, „Daze“, ist im Grunde bereits ein guter Indikator dafür, was den Hörer im Folgenden erwartet. Nur noch im Ansatz an Rock erinnernde musikalische Begleitung, dafür ein verstärkter Einsatz des Keyboards. Eine getragene aber eingängige Gesangsmelodie, die über allem schwebt und im Refrain Falsettgesang. Ähnlich gestrickt, nur noch ein Stückchen atmosphärischer fällt auch der Titeltrack aus.

Im Großen und Ganzen bleibt die Band dieser Linie ziemlich treu. Dann und wann gibt es aber auch mal Überraschungen: Sprechgesang und ein verdammt funkiges Bassriff in „Choice  Millionaire“ oder marschähnliche Drums und ein starkes Gitarrensolo in „Love Will Come To You“. Zum Ende hin lässt die Songqualität dann aber leider ein wenig nach. „Rumors“ beispielsweise ist zwar ziemlich catchy, fällt aber selbst für dieses Album etwas zu flach aus. Auch den beiden letzten Titeln, „Rebirth“ und „Clear Blue Sky“, fehlt das gewisse Etwas, ein Überraschungsmoment oder eine Steigerung, die einen angenehmen zu einem guten Song machen.

„Jealous Gods“ ist insgesamt ein sehr melodisches Album geworden, Soft Rock eben. Das Gefühl, die Musik bereits gehört zu haben, hält sich aber in Grenzen, da die Songs alle einen gewissen Standard halten, nicht zu sehr ins schnulzige abdriften und durch die Bank mit gefühlvollen Melodien und vor allem einer besonderen Atmosphäre überzeugen. Trotz eines deutlichen Leistungsabfall zum Ende der Platte hin und obwohl die Finnen ihr neuestes Werk ruhig etwas rockiger hätten angehen können, ist „Jealous Gods“ ein gutes Album geworden, das seine Spielzeit durchaus wert ist und mit einigen atmosphärischen Songs begeistern kann.

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