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Poésie Noire: Sense Of Purpose

Die Belgier sind nach 20 Jahren zurück
Wertung: 8/10
Genre: Synth-Pop
Spielzeit: 39:57
Release: 01.10.2010
Label: CNR Records N.V.

Die eine Band ist seit zwanzig Jahren erfolgreich, die andere Band hat zwanzig Jahre geschwiegen, so Poesie Noire. Die Synth-Pop-Band, die in den Neunziger Jahren für Furore gesorgt hat, über die wieder und wieder diskutiert wurde, meldet sich zurück. Ab sofort darf wieder über die belgische Band kontrovers diskutiert werden. Wer aber verbirgt sich denn überhaupt hinter dieser Formation? Poesie Noire sind: Marianne Valvekens, Herman Gillis und Jo Casters und mit „Sense Of Purpose“ melden sie sich mit einem Album zurück und wollen dies auch demnächst live tun. Poesie Noire ist eine Band, die in den Neunziger Jahren viel ausprobiert hat; sahen sie sich erst als eine Dark Wave-Band, gewann der Pop-Charakter aber immer mehr die Oberhand und zuletzt behaupteten sie sich erfolgreich im Umfeld des Synth-Pop-Genres.

Nun ist es also soweit und nach zwanzig Jahren steht „Sense Of Purpose“ in den Läden und somit ist es Zeit hinein zu hören, um zu schauen, was sich in den Jahren der Abwesenheit getan hat. Das Album beginnt mit einem eher ruhigen Song namens „The Air“ und zeigt die Stimme Mariannes im Vordergrund, aber auch die Bedienung der elektrischen Instrumente wie Percussion und Synthesizer wurde in der Zwischenzeit nicht verlernt. Auch nicht verlernt wurde, wie man Texte schreibt, die teils vorwurfsvoll, teils aufrüttelnd sind. Die Texte waren früher wichtig und sind es noch heute.

Auch der dritte Song des Albums hat einen sehr interessanten Inhalt: die immer wiederkehrende Diskussion zwischen Gott, der die Erde geschaffen hat und der Möglichkeit, die nun auch von Wissenschaftlern bestätigt wurde, auf dem Mond leben zu können. Poesie Noire treiben das Spiel sogar noch weiter. Mit dem Song „Die Sonne“ verbraten sie die Interkulturalität und singen nicht nur zweisprachig (nämlich deutsch und englisch), sie gehen sogar so weit, dass die Abwechslung der Sprachen sogar innerhalb eines Satzes geschieht. Der Song hat einen rhythmischen, sehr technischen Beat, welcher exakt die Aussage des Stücks unterstreicht. Es geht um die Sonne, die immer wieder scheint, die immer wieder aufgeht, ganz egal, was die Menschen erforscht haben, um die Welt zu zerstören. Mit keinem Wort wird der Mensch erwähnt, oder die Vernichtung, die mit dem technischen Fortschritt einhergeht und doch erscheint das Schuldbewusstsein, durch den erwähnten Eisbären, der dem Schmelzen der Pole zusehen muss.

„Sense Of Purpose“ enthält eine sehr gute Mischung an schnellen und langsamen Songs. „The Radio“ ist ein flotter, tanzbarer Song, der ins Blut geht und auch „Forget The Unforgetable“ wird, auch wenn dieser eine ruhigere Grundmelodie inne hat, die Tanzflächen der Clubs füllen. Poesie Noire sind wieder da, mit voller Macht. Schade nur, dass es nur zu zehn Tracks gereicht hat, und auch schade, dass die Beats teilweise sehr blechern klingen, gerade im zuletzt genannten Song. Das können Poesie Noire besser. Was die Melodien betrifft und die Ausführlichkeit und Sorgfalt die Texte zu schreiben, sind Poesie Noire sogar stärker als in vorher erschienenen Alben.

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