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P.O.D.: The Awakening

Hier und da kommt Nostalgie auf
Wertung: 7/10
Genre: Crossover, Alternative Metal
Spielzeit: 45:27
Release: 21.08.2015
Label: T-Boy Records/Universal

Wir schreiben das Jahr 2001 und auf MTV, das damals tatsächlich noch eine Menge Musik zeigte, läuft ein Video zum Song „Satellite“ der Amis P.O.D. wochenlang rauf und runter. Christlichen Nu Metal verbreiten die Jungs aus San Diego, ohne allerdings ins Missionieren zu verfallen. Neben Bands wie Cannibal Corpse und Slipknot nahm sich die Truppe bereits damals in meinem Plattenschrank reichlich seltsam aus, aber geblieben sind alle drei Bands bis heute und ko-existieren zumindest in CD-Form friedlich nebeneinander.

Vierzehn Jahre und nur zwei kurzzeitige Line-Up-Wechsel später veröffentlichen die furiosen Vier mit „The Awakening“ ihre mittlerweile neunte Platte, wenn man die Unplugged-Scheibe „SoCal Sessions“ mal außen vor lässt. Ein wenig Drive ist in all den Jahren auf der Strecke geblieben, aber tatsächlich kein bisschen von ihrem Wiedererkennungswert. Die Mischung aus Metal, Rock, Rap und Ska kann noch immer überzeugen und ordentlich Gänsehaut verursachen, ganz im Stile großartiger Tracks wie „Southtown“, „Youth Of The Nation“, „Will You“ oder „Mark My Words“.

„Am I Awake“ markiert also nicht nur den Albumopener, sondern gleich auch den ersten Anspieltipp – eingeleitet von Radio- oder Nachrichteneinspielern (die auf der vorliegenden Platte einen etwas zu großen Stellenwert einnehmen und durchaus mal unangenehm den Fluss unterbrechen), stampft die Instrumentalfraktion gleich ungewohnt tief gestimmt voran, bevor Sonnys unverwechselbarer Klargesang hervorbricht. Obwohl das Quartett immer noch eine sehr gute Figur macht, hat die Platte zwei hochkarätige Gastauftritte zu bieten – da wäre zum einem In This Moment-Fronterin Maria Brink, die „Criminal Conversations“ recht zurückhaltend unterstützt, zum anderen Hardcore-Veteran Lou Koller, der seit mittlerweile über 25 Jahren Sick Of It All anführt, und gemeinsam mit P.O.D. dem Song „Revolución“ ein recht ordentliches Hardcore-Gewand schneidert.

„Get Down“ knüpft an Alben wie „Testify“ an, ähnlich vergangenheitslastig, aber mit mehr Drive, kommt dann „Speed Demon“ daher, das mit verzerrtem Gesang, Klargesang und hintergründigen Schreien so ziemlich alles abdeckt, was Sonny so draufhaut, und als einer der schnellsten Songs ordentlich Bewegung in die Platte bringt.

Dem gegenüber steht dann leider ein eher farbloser Track wie „Want It All“, das zwar mit coolen Trompeten daherkommt, aber gesanglich nicht viel zu bieten hat. Auch der Titeltrack wird im Intro wieder von den Sound-Einspielern beherrscht, die auf dem Album geradezu inflationär daherkommen und ausnahmslos völlig unnötig sind (das gibt ordentlich Abzug in der B-Note), auch sonst ist der Track eher Mittelmaß. Da haben P.O.D. schon wesentlich besseres abgeliefert.

Das kann man leider auch unter’m Strich so stehen lassen, obwohl natürlich unter anderem mit „Am I Awake“ oder „Rise Of NWO“ einige klasse Songs vertreten sind. Damit kann „The Awakening“ auch im guten Mittelfeld landen. Andererseits hat man aber nach dem mehrmaligen Durchhören auch das Bedürfnis, sich ein paar ältere Scheiben der Band reinzuziehen, aus der Zeit, als die Tracklisten noch nicht so sehr von Lückenfüllern dominiert waren.

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