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P.O.D.: Murdered Love

Leichte Durchhänger zur Mitte hin, alles in allem aber an die alten Platten anschließend
Wertung: 7.5/10
Genre: Nu Metal, Crossover
Spielzeit: 40:37
Release: 20.07.2012
Label: Razor & Tie/Soulfood

Nostalgie, wo man nur hinsieht: Erst Staind, dann Taproot, Spineshank und jetzt, man möchte es kaum glauben, steigen P.O.D. aus der Asche ihres letzten, kommerziell wenig erfolgreichen Albums “When Angels And Serpents Dance“ aus dem Jahre 2008 wieder auf. Schon damals in alter Besetzung mit Sänger Sonny, Gitarrist Marcos, Bassist Traa und Drummer Wuv, die glücklicherweise nur kurzzeitig ausgewechselt worden war, konnte die Scheibe die Allgemeinheit nicht so recht überzeugen. Die Schreiberin dieser Zeilen, ein Fan der Band seit der grandiosen „Satellite“-Scheibe aus dem Jahr 2001 und rückwirkend mindestens ebenso begeistert von der wesentlich experimentelleren 1999er Vorgängerplatte „The Fundamental Elements Of Southtown“, fieberte dem achten und aktuellen Release „Murdered Love“ so entgegen, wie ein jeder Fan das tut, wenn die Band lange nichts mehr von sich hat hören lassen: mit einer Mischung aus Vorfreude und Angst.

Im Vorfeld wurde natürlich gescherzt, dass die christliche Nu-Metal/ Crossover-Truppe sich auf ihr altbewährtes Rezept aus Rap & Geschrei sowie Reggae-Elementen stützen würde, aber ganz ehrlich: Wenn das nun mal die Stilmischung ist, die P.O.D. am besten beherrschen und mit der die Band vor allem bekannt wurde, weil sie sich von den damals gehypten Nu-Metal-Bands abhob, warum sollte sie sich nach fast 20 Jahren Historie nun ändern?!

Ja, die Jungs sind älter geworden, das hört man durchaus, vor allem natürlich im Gesang von Sonny Sandoval. Wut im Bauch hat der Mann aber noch genug für die nächsten paar Alben. Und ein bisschen mehr Funk und Ska gibt es bei „Murdered Love“ auch auf die Ohren – back to the roots wäre zwar als Überschrift zu verfrüht, aber die Richtung schlägt schon recht deutlich in die der früheren CDs. Direkt der Opener „Eyez“, der vorab schon frei downloadbar zur Verfügung stand, ist dann aber von der ersten bis zur letzten Sekunde erstmal nur P.O.D. – mit etwas Unterstützung von Hatebreed-Frontbrüller Jamey Jasta, dessen aggressives Gebell wirklich gut zu Sonnys eher relaxter Stimme passt.

Wesentlich entspannter zeigt sich da schon „Higher“ mit gemäßigtem Beat und Rapgesang. Wie das bei P.O.D. bei solchen Songs an sich üblich ist, wird im Refrain wieder sehr hübsch klar gesungen – irgendwie merkt man zwar, dass ein paar Jährchen ins Land gegangen sind, aber andererseits hat man das Gefühl, dass der Track durchaus auch auf den letzten Alben hätte Platz finden können. Selbiges gilt übrigens für das mit einem fast epischen und bandtypischen Refrain ausgestattete „Lost In Forever“.

Die Zusammenarbeit mit Cypress Hills Sen Dog bei „West Coast Rock Steady“ kann dann nicht ganz so überzeugen wie die Kollaboration mit Jasta beim Opener, zeigt aber zumindest die recht funkigen Wurzeln der Band. „On Fire“ erinnert dann vor allem an den wütenden Stil der selbstbetitelten Scheibe aus dem Jahre 2003 – Rapeinlagen mit leicht verzerrter Stimme werden gefolgt von einem aggressiven Refrain und Gitarrensoli; so gefallen P.O.D. recht gut, wenn auch dieser Track nicht unbedingt zu den allerbesten dieses Stils gehört.

P.O.D. haben auf „Murdered Love“ sehr gut angefangen, lassen aber im Verlauf leider ein wenig nach. Erst „Panic & Run“ kann wieder mit wahnsinnig geilem Geschrei und einem treibenden Rhythmus überzeugen, zwischen diesem und den ersten vier Songs herrscht aber ein bisschen Durchhängergefahr. Nichtsdestotrotz: P.O.D. haben sich kaum verändert. Wer die Band bisher nicht mochte, wird sich weiterhin mit Grausen abwenden, die bisherigen Fans dürften sich über das neue Album aber freuen.

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