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P.O.D.: Circles

Die Band kann es doch noch - zumindest zum Teil
Wertung: 8/10
Genre: Nu Metal, Crossover
Spielzeit: 37:10
Release: 16.11.2018
Label: Mascot Label Group

Unglaublich, schon seit 1992 halten die US-Nu-Metaller P.O.D. die christliche Crossover-Flagge hoch, im November ist mittlerweile das zehnte Studioalbum der Truppe auf den Markt gekommen - „Circles“ mit Namen, das die Nachfolge des etwas zwiespältigen 2015er Outputs antreten soll, das zwar vollmundig „The Awakening“ betitelt war, aber doch auf Dauer eher den Wunsch wach werden ließ, sich die älteren Alben noch mal genauer anzuhören.

Der neue Albumtitel kann nun ebenfalls divers ausgelegt werden. Sänger Sonny Sandoval gibt sich kryptisch, bewegt sich in Interviews im Spannungsfeld zwischen „Neuanfang“ und „wunderschönem Ende“, Unkenrufe à la „P.O.D. drehen sich eher im Kreis“ gekonnt ignorierend. Und mir kann keiner erzählen, dass solcherlei Rufe nicht laut und gut hörbar erschallen.

Auf den ersten Blick war zumindest bei den Vorabsingles kein absoluter Durchhänger dabei, aber eben auch kein Track, den man sich begeistert bis zum Synapsenkoller angehört hätte. Trotzdem: Der Vollständigkeit halber musste die Platte natürlich gekauft werden. Enttäuscht mich nicht, Männer!

Überraschender- und erfreulicherweise gehen einige der Songs bei längerem Konsum durchaus angenehms ins Gehör: Das fängt schon beim recht deftigen, auf Nu Metal ausgelegten Opener „Rockin‘ With The Best“ los, das sicherlich auch live für einige blaue Flecken und steife Nacken sorgen dürfte, und pflanzt sich zum etwas monotonen, aber durchweg ohrwurmigen lokalpatriotischen „Always Southern California“ fort, bei dem die Herrschaften sich wieder ihrer Heimat widmen.

„Panik Attack“ ist dann tatsächlich die vertonte Panikattake, da wird ordentlich atemloses Geschrei geliefert, die Verzerrer laufen auf Hochtouren, zum Atem schöpfen kommt man nur kurz – die ruhigeren Momente hätten aber gar nicht unbedingt sein müssen, wussten P.O.D. doch schon immer auch in ihren lärmigeren Songs zu gefallen. „Listening For The Silence“ entpuppt sich dann als schön melodiöser Track, bei dem schon deutlich wird, dass Fronter Sandoval gerade höhere Töne nicht mehr so ganz taufrisch performen kann – das tut der Qualität des Songs aber wundersamerweise keinen Abbruch. Fans wussten schon immer, dass der Mann kein Profisänger ist – im Verlauf von zehn Alben hat man sich an solche Kleinigkeiten gewöhnt. Richtiggehend düster geht es dann bei „Dreaming“ zu, eine Spielart, die man von den Kaliforniern schon länger nicht mehr gehört hat, die aber super zündet und sich gerne mehrmals hören lässt.

Selbiges kann man von einem seichten Songs wie „Domino“ nun wirklich nicht behaupten. Bis auf die frisch-flirrende Gitarre muss man den Track nun wirklich nicht gehört haben, weiterskippen tut hier höchstens dem eigenen nostalgischen Herzchen weh. Zum Finale bläst „Home“ den Hörer dann regelrecht an die Wand, nicht nur haben die Jungs hier melodietechnisch im Refrain noch mal alle Register gezogen, auch gesanglich weiß der Song auf ganzer Linie zu überzeugen und die geliebten Ausraster dürfen sich auch in der Bridge tummeln. Ein geiler Schlussstrich, der sich auf die ganze Spielzeit berechnet zwar nicht ganz so knalledick ziehen lässt, trotzdem kann „Circles“ deutlich mehr Begeisterung generieren als der Vorgänger „The Awakening“. Einige Trademarks der Band sind endlich wieder verstärkt in den Vordergrund getreten, die Anzahl der Lückenfüller scheint zumindest subjektiv gesunken zu sein, ja man findet sogar Tracks, die es in die heimische Freizeitplaylist geschafft haben. P.O.D. überzeugen nicht (mehr) auf ganzer Linie, berappeln sich aber immer wieder erstaunlich gut – es bleibt spannend.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann