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P.M.T.: Here Lies P.M.T.

Die Schweizer zeigen, wie man Rock, Gothic und Industrial gekonnt mischt
Wertung: 9/10
Genre: Industrial/Metal/Rock
Spielzeit: 43:06
Release: 26.11.2010
Label: Suburban Records (Soulfood)

Das Kürzel P.M.T. hat diverse Bedeutungen; um nur eine hier zu nennen, steht der Bandname u.a. für „Psychocore Must Triumph“. Der Name geht auf die Gründungszeit der Band zurück: Als die Band sich 1997 gründete, trug sie erst den Namen Psychocore. Nun, dreizehn Jahre später in 2010, zählt die Band aus der Schweiz ganze sieben Bandmitglieder. Ein Blick auf die Verteilung zeigt deutlich, hier sind sowohl Gitarre, Bass, als auch Schlagzeug mit von der Partie. Aber auch Keyboard und Synthesizer sind präsent und genau das bringt uns direkt in das vorliegende Album.

„Here Lies P.M.T.“ ist bereits das vierte Album der Schweizer Jungs und es steht für eine gekonnte Mischung aus Rock, Metal, Gothic und Industrial. Eine mutige Idee, die schnell schief gehen und an allem vorbei schießen kann, was eigentlich beabsichtigt wurde. Beim Anblick des Covers, welches insgesamt sieben Totenköpfen und diversen Blitze ziert, und dem Titelnamen, kommt der Gedanke auf, dass es sich hier um einen Grabstein handelt. Der Bandname wird in den Titel integriert, die sieben Totenschädel scheinen für die Bandmitglieder zu stehen. Was also möchten uns P.M.T. nach ihrem Tod erzählen?

Der erste Song straft dem Begräbnisgedanken direkt Lügen. So beginnt keine Beerdigung. „Clean Cut“ eröffnet das Album erst ruhig, dann aber entsteht ein kraftvoller, gut inszenierter Rocksong. Das ist eine gute Eröffnung, die Lust auf mehr macht und aufzeigt, dass all die Erfahrung, die in den dreizehn Jahren Bandgeschichte gemacht wurde, in den gesamten Song eingeflossen ist. Ebenso stark präsentiert sich der zweite Song. Auch bei „Kinky Kamikaze II: Fetishtocracy“ stehen Gitarre, Bass und Schlagzeug im Vordergrund und von Industrial ist wenig zu spüren. Interessant hier ist die Integration eines Kinderchors in den Song. Mit diesem Kunstgriff erst verbindet sich der Song zu einem Ganzen. Es erklingt wie Kampfgesang, der dann immer wieder wiederholt wird. Es geht aber nicht um Angriffe, oder Schlachten, sondern einfach um den Wunsch, sein zu dürfen, wie man ist und über sich und sein Leben selbst entscheiden zu dürfen. Somit hat der Kinderchor, der diesen Schlachtruf wiederholt, beinahe etwas Philosophisches. Denn das ist doch der Weg, wie Kinder erzogen werden sollten.

Die Texte des Albums handeln vor allem davon, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht fremdbestimmt durchs Leben zu gehen, sich auch nicht von der Liebe beherrschen zu lassen. Auch Inhalt ist die Liebe, die das Vertrauen schafft, gehen zu können, nicht verletzt zu werden. P.M.T. zeigen tiefe Gefühle und schaffen es, dies sowohl via Instrumente, als auch stimmlich rüber zu bringen. Ein gutes Beispiel ist dafür der vierte Song „RubEast Cube“.

Ab dem fünften Song werden sowohl die Industrial-Einflüsse, als auch die Parallelen zum gothischen Genre lauter, aber beileibe nicht so stark, wie in den ersten Alben der Schweizer. „Here Lies P.M.T.“ ist ein gutes Rock-Album mit einer Vielfalt an Einflüssen, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen, was der richtige Weg ist, um ein nicht zu verwirrendes Album auf den Markt zu bringen. „SulFur“ ist darüber hinaus ein Song, der genau das eben Beschriebene aufzeigt. Eine Stimme, ein Mix der verschiedenen Instrumente und ein tiefsinniger Text schaffen es, dass der Song auch lange nach dem Ende im Kopf des Hörers bleibt. Die Melodien hören einfach nicht auf.
 
Exakt das ist auch ein Minuspunkt des Albums. Die Melodien sind einander alle zu ähnlich. Jedoch wird dies ausgeglichen mit sehr schönen Texten. Das Album hat also wirklich nicht ohne Grund den Untertitel: „11 Postmortem Tales By P.M.T.“ („11 Postmortale Geschichten von P.M.T.“). Auch der Song „H.I. Vampire“ zeigt die Mischung als Rock, Gothic und Industrial, zeigt, dass diese Mischung gut gemacht sein kann. Auch hier steht die Botschaft, nicht alles zu glauben, was einem erzählt wird, im Vordergrund. Auch hier werden wieder Kinderstimmen integriert, als sollte aufgezeigt werden, dass gerade jene, die noch leichtgläubig sind, von uns beschützt werden müssen.

„Here Lies P.M.T.“ ist eine gute Mischung aus rockigen Songs, die die Tanzflächen füllen werden, es enthält aber auch wunderschöne Balladen, wie den vorletzten Song „Some Tears Never Dry“. Die Schweizer legen nun mit ihrem vierten Album ein weit ausgeglicheneres Album vor als die Vorgänger es waren, und überzeugen mit einer gekonnten Mischung der verschiedenen Genres.

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