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Placenta: XV - Greatest Hits

Happy Birthday, Placenta!
keine Wertung
Genre: Death Metal, Hardcore
Spielzeit: 68:26
Release: 09.10.2015
Label: Noizgate Records

Zum 15. Geburtstag darf man sich als Band schon mal selbst beschenken, da kommt eine Greatest-Hits-Platte gerade recht. Über die Notwendigkeit einer solchen kann man sich jetzt sicherlich lange und ausgiebig streiten, zumal wie im Fall der Berliner Todes-Hardcoreler Placenta gerade mal zwei neue Stücke enthalten sind – mehr würden aber natürlich auch wieder gegen den Greatest-Hits-Charakter sprechen. Allerdings gibt es auch aus der frühen Schaffensphase zwei bisher unveröffentlichte Stücke auf die Ohren – doch dazu gleich mehr.

Gestartet haben Placenta anno 2000 als Punk- und Alternativeband, was man sich heute kaum noch vorstellen kann, wenn man sich den teils brachialen, teils stumpf nach vorne ballernden Sound der fünfköpfigen Truppe anhört. Tatsächlich kann man an den veröffentlichten Alben sehr gut die musikalische Entwicklung der Band verfolgen: Das 2007er Debüt „Human Abyss“ brutzelte noch mit etwas stumpfem Death Metal, entsprechend fällt der bis dato unveröffentlichte Titeltrack nicht unbedingt spannend aus: Eine Prise Grind gesellt sich da zum Todesmetall und lediglich die eingestreuten Schreie von Sänger Sven lassen erahnen, dass Placenta sich bald abwechslungsreicheren Gefilden zuwenden werden.

Geschehen ist dies dann bereits beim zweiten Album „Fixed Action Pattern“, mit dem die Berliner erstmalig bei The-Pit.de in Erscheinung traten. Deathcore wurde hier verbraten und gerade ein Song wie „White Chicks Even Chug A Lug“ fehlt dann auf der vorliegenden Compilation. Immerhin: „The Shape Of Death To Come“ hat es mit seinen fiesen Growls und flirrenden Gitarren auf die Scheibe geschafft. Und ganz wichtig: Mit „Trendcutter“ und „Brute Willis“, beide von der grandiosen „Brutalis“-EP, liegen hier zwei der besten Stücke der Truppe vor. Mit einem weinenden Auge muss man allerdings auch feststellen, dass ausgerechnet die brutal gute Videosingle „Coca At The Cockloft“, die zumindest bei der Schreiberin dieser Zeilen wochenlang hoch- und runterlief, nicht den Sprung auf die Tracklist geschafft hat. Schade, schade.

Ausgerechnet die 2011 veröffentlichte Platte mit dem klangvollen Namen „Replace Your Face“ ging uns promotechnisch durch die Lappen, beinhaltet sie doch so wunderbare Songs wie das hier vorliegende „Bella Fruit Verona“. Nach all den Knallern sähte „Missgunst & Neid“ vor zwei Jahren dann recht große Verwirrung – viele klare Gesänge, viel Emo-Feeling. Was war passiert? Dennoch: Auch wenn die Platte subjektiv nicht die beste Veröffentlichung der Truppe war, konnte man auch hier Highlights finden: Zwei der damaligen Anspieltipps haben es auf die Geburtstagsfeier geschafft und repräsentieren eine ordentliche Balance zwischen heftigen Geschredder und Breakdowns („Tanzt“) und Melodie („Schwarze Tauben Steigen“).

Die beiden neuen Songs „Evolution“ und „#Schön“ Rahmen die Platte ein: Ersterer bildet den Opener der Greatest Hits, in den Strophen klingt das Ganze ein wenig uninspiriert, der Refrain mutet erst mal gewöhnungsbedürftig an mit fast choralem Klargesang, nach mehrmaligem Hören erschließt sich hier aber durchaus ein Anspieltipp, der ganz gut auf „Missgunst & Neid“ gepasst hätte. Das finale „#Schön“ ordnet sich ebenfalls in diese Richtung ein, gibt sich aber mehr der Melodie hin und wartet gleich zu Beginn mit einem klasse, klar gesungenen Part auf, der sich als wunderbarer Refrain entpuppt. Tatsächlich ist hier die Tracklist zu Ende, beim Hören taucht aber noch ein Hidden Track in Form einer etwas schrägen Version von Faith No Mores „Easy“ auf. Hätte nicht sein müssen, erschrickt einen aber ganz schön, wenn man eigentlich darauf wartet, dass die Tracklist wieder von vorne beginnt.

Fraglich bleibt die Notwendigkeit einer solchen Platte, allerdings sind für Fans zumindest vier noch unbekannte Songs als Schmankerl mit dabei. Der ein oder andere, dem eine Platte der Band fehlt, kann hier noch mal in die entsprechende Ära hinein hören und eine Ergänzung der Sammlung erwägen. Wir wünschen Placenta definitiv 15 weitere Jahre gegen den Strom!

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