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Pityhole: Last Breath On Earth

Abwechlungsreiches (Nicht-)Solo-Album
Wertung: 7,5/10
Genre: Melodic Death/(Modern) Thrash; Groove Metal
Spielzeit: 41:00
Release: 15.11.2015
Label: Eigenregie

Eifrige The-Pit.de-LeserInnen wissen es schon längst: Der Stempel „Eigenregie“ ist kein Brandzeichen für per se schlechte Mucke, dafür schillert die Härtnerszene auch im Underground-Sektor einfach viel zu farbenfroh. Mit derlei Farbspielereien haben Pityhole aus Weil am Rhein allerdings nicht viel am Hut. Überhaupt, Band kann man das Ganze jetzt auch nicht wirklich nennen, ist doch für die komplette Instrumentalisierung und auch den Gesang Patrick Hanemann zuständig, der sich lediglich für den allerletzten Punch Drummer Norman Lonhard von Triptykon ins Boot geholt hat – und die Kombination versteht es, vom Fleck weg zu killen.

Musikalisch lässt sich Pityhole auch gar nicht so sehr fixieren, wobei die Grundzutat mit Sicherheit aus diversen Todesspielarten besteht, aber hier mal um groovigen Thrash oder auch Darkrock ergänzt wurde – eben so, wie es dem Song dann auch gut tut. „Last Breath On Earth“ sollte man ernst nehmen, ohne dabei zu sehr auf den Titel zu achten, davon hätten wir ja alle nichts, Ernst aber insofern, da dem Duo mit dem für Patrick mittlerweile fünften Album ein Volltreffer gelungen ist.

Und selbst wenn nur eine Person hinter dem ganzen Output steht, so braucht man nicht auf mehr als ausreichend Abwechslung verzichten. Mit der leicht flirrenden „I Spread My Wings“-Nummer bauen die beiden zu Beginn etwas Coroner-Feeling auf, der Song wird dann aber straighter als das schweizerische Vorbild, derbe Vocals konkurrieren mit dem Klargesang, der im Refrain einen Hauch an Verzweiflung abbekommen hat. Pluspunkt sind auch immer wieder die nahtlosen  Übergänge bei den Tempiwechseln und auch in den Gesangspassagen, die sich immer wieder in allen Nummern wiederfinden. „Till The Fload Is Gone“ ist da ein ganz gutes Beispiel, setzt Patrick hier auch mal auf klareren, leicht heiseren Gesang, der sich so von den kehligen Growls absetzt, zusätzlich finden sich hier ein paar Fetzen Sprechgesang, die mit melancholischer Klampfe hinterlegt sehr eindringlich wirken und das mal melodiereiche, mal groovende, meistens aber treibende Gesamtkonzept sehr schön ergänzen.

Während „Beneath A Bleeding Soul“ gleich forsch vorprescht und Melodie sowie derbe Vocals zusammenfügt, während hier die Snare mechanisch kalt knattert, da gewinnt die melodische Leadgitarre für ein paar Takte erneut die Oberhand und sorgt für erneut mehr Abwechslung. Komplett anders kommt „I'm Awake“ daher, handelt es sich hier doch um einen balladesken Track, der mit Akustikklampfe und sphärischen Keyboards sowie klarem, leicht zögerlich fragendem Gesang besser dasteht als befürchtet.

Eine fett groovende Death-Thrash-Nummer wie „My World Is A Pig“, die im Refrain auch mal auf Debauchery-Pfaden wandelt und ansonsten von teilweise massiver Double-Bass-Wemserei angetrieben wird, der ungehobelte Opener „ Across The Cross“ als perfekte Death-Thrash-Abrissbirne mit derben Vocals, die leicht melancholischen Leadgitarren mit Modern-Metal- und Industrial-Einflüssen sowie den Death-Vocals, die versuchen, sich ein wenig dem Black Metal anzunähern, dabei aber keinerlei Grenzen überschreiten wie in „Sorrow On My Shoulders“ oder das mit nur noch durch die Vocals rudimentär auf der Death-Metal-Welle reitende „On My Way“ – Amorphis winken zumindest ein bisschen herüber – sind Beleg für ein richtig gutes Album. Da auch noch der Sound durch Christoph Brandes sehr prall in Szene gesetzt wurde, gibt es nur noch wenige Gründe, sich „Last Breath On Earth“ nicht für zwölf Euro zuzulegen. Wer Interesse an dem Digipak hat, sollte flugs mal zur Homepage Patricks surfen.

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