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Pitbull Terrorist: C.I.A.

Die neue Superwaffe gegen kapitalistische Regierungen
Wertung: 7.5/10
Genre: Terrorthrash, Grindcore
Spielzeit: 25:35
Release: 06.11.2009
Label: Anstalt Records

Regierungen auf der ganzen Welt sollten sich warm anziehen, denn Pitbull Terrorist haben es sich zur Aufgabe gemacht, das System zu untergraben und von innen heraus zu sprengen. Revolution ist die Devise und Terrorthrash die Waffe - und die schlägt ordentlich zu: Auf ihrer ersten Langrille "C.I.A." (steht für Contraband International Audio) proben die vier Revoluzzer den Aufstand mit einer brutalen Mischung aus Thrash Metal und Grindcore. Dabei ballern sie dem Hörer in nicht mal 26 Minuten ganze 18 Songs um die Ohren - das dürfte auch den abgebrühtesten Regierungsbeamten in die Knie zwingen.

Die vier Terrorkinder, die auf Nuclear Blasts psychopathischem kleinen Bruder Anstalt Records zu Hause sind, befinden sich zur Zeit angeblich in Finnland, der genaue Aufenthaltsort sowie ihre wahren Identitäten sind allerdings ungeklärt. Dabei müssen sich Sängerin Ursula, Gitarrist John Keu, Bassist Jorma 22 und Drummer Herald Flinck zumindest musikalisch keineswegs verstecken; auch wenn ihr "Terrorthrash" betiteltes Geschredder zu Anfang etwas eintönig wirkt, entwickelt sich bald eine eigentümlich Dynamik, die die umstehenden Gebäude in den Grundfesten erschüttert.

"No Resurrection" startet wie erwartet mit thrashigen Gitarren und tiefen Growls - man möchte kaum glauben, dass hier eine Frau am Mirko zugange ist. Bei dem, was die Dame an Tönen produziert, kann sich manch männlicher Sänger eine große Scheibe abschneiden. Die Pitbulls trauen sich zwar zaghaft an die eine oder andere Melodie heran, diese gehen aber zumindest anfänglich größtenteils im Geschredder und der Doublebass unter.

Die Songs, die bis auf einen alle respektvollen Abstand von der Zwei-Minuten-Grenze halten, gehen nahtlos ineinander über und lassen keine Zeit zum Verschnaufen. Bei "The Pig" tritt erstmal eine halbwegs erkennbare Songstruktur zu Tage; Ursulas Geang driftet phasenweise ins Death Metal-hafte ab, klingt hier aber ebenso überzeugend wie auf dem Rest der Platte.

Pitbull Terrorist werden mutiger und brechen aus dem typischen Grindcore-Strukturen aus. "Dirt Bomb" beispielsweise ist ein schneller, aber irgendwie schleppender Song, in dem sogar ein erstklassiges Old-School-Gitarrensolo seinen Platz findet. Auch das tiefe Grunzen wechselt sich inzwischen mit höherem Gesang ab, wobei sich erstaunlicherweise kaum noch mit Sicherheit sagen lässt, wann Ursula das Mikro in Beschlag nimmt und wann Background-Sänger und Saitenschredderer John am Zug ist. Das lediglich 52 Sekunden lange "Guerra" beweist einmal mehr das stimmliche Volumen der einzigen Lady im Team: Allein vom Zuhören kann man schon Halsschmerzen bekommen, von Ohrensausen ganz zu schweigen. Ursula spuckt beinah Blut, der Gesang driftet in die endgültige Manie ab.

Das Tempo wird so weit gedrosselt, wie es einer Grindcore-Band mögich ist: "You Did Try" und "Let The Gods To The Fighting" präsentieren sich ungewohnt langsam und erneut mit starken, sogar relativ langen Gitarrensoli. Ausgerechnet der einzige Song, der die Zwei-Minuten-Marke knackt, entpuppt sich als völlig gesangsfrei: "In Confidence" wird von einem düsteren Gitarrenriff eingeleitet und scheppert ansonsten gewohnt böse vor sich hin.

Die größte Überraschung bietet aber wohl "The Shit Of The System", das mit ultraschnellen Growls in den Strophen aufwartet und mit Ursulas klarem Gesang im Chorus endgültig überzeugt. Ein krankes, absolut geniales Stück Musik!

Fazit: Pitbull Terrorist können eindeutig mehr als das böse Thrash-Grind-Gebräu, das sie auf ihrem Debüt hauptsächlich präsentieren. Sängerin Ursula überzeugt sowohl beim extremen als auch beim klaren Gesang und hat ihre Männer fest in der frisch manikürten Hand. Wäre die Platte eine biologische Waffe, hätte die Regierungs-Welt nichts mehr zu Lachen - wo PBT wüten, wächst so schnell sicher kein Gras mehr.

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