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Pissdolls: From Hollywood To Hell

Gute Scheibe mit Ambitionen, wenngleich weniger innovativ
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal Punk Rock
Spielzeit: 33:15
Release: 24.07.2010
Label: Eigenproduktion

Stolze drei Jahre nach der ersten EP melden sich die drei Pissdolls mit ihrem ersten Longplayer zurück. Ob die Band immer noch mit bepissten Puppen spielt oder einfach nur einen lustigen Wortlautlacher mit „pistols“ machen wollte, ist mir nicht bekannt. Aber das steht hier auch nicht zur Debatte. Acht Songs hat man eingespielt und nun auf die Menschheit losgelassen

Der Opener „F.H.T.H.“ ist auch direkt der Titeltrack, der eigentlich aber mehr eine kleine instrumentale Einleitung für das Album darstellt. Der Bass von Doyle Deadlock brabbelt schon vor sich hin. Das Riffing ist nicht sehr innovativ, aber absolut hörenswert, zumal man auch schon nach gut einer Minute den Song beendet.

„Living The Bastards Way“ donnert ebenso im Midtempo durch die Lautsprecher und zumindest, was den Gesang angeht, wird hier recht deutlich versucht, James Hetfield (Metallica) nachzuahmen. Natürlich ist dies nicht sehr innovativ, aber angenehm zu hören. Generell kann man gut mitbangen und schön mitgrölen. Angesiedelt ist der Song irgendwo im Bereich von gezähmten Thrash Metal. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das zu dem Bandnamen passt, aber egal.

Mit recht unfröhlichen Schreien aus der Gladiatorenarena beginnt dann „King Of Hell“. Wollte die Band nun einen Song über mich schreiben, oder,…nun ja lassen wir das… Recht munter wird hier gerockt oder gethrasht, wie man gerade will. Patrick Options dürfte ruhig mal ein wenig am Mikrofon explodieren und seinen Frust herausschreien. Der Sound ist energetisch und für eine Eigenproduktion gelungen, wenngleich er gerne mal ein paar Lücken lässt, was bei einem Trio aber nicht verwunderlich ist. Eine zweite Gitarre wäre sicher kein Fehler. Der Song geht gut in den Schädel, dreht da ein paar Runden und verschwindet nur langsam aus dem Gedächtnis.

Deutlich besser wird es dann schon beim Einstieg zu „Talk Shit, Spit Blood“ da wird mal richtig schön die Gitarre gequält. Eine gewisse Punkattitude macht sich breit und sorgt für frischen Wind. Wenn der Kerl doch nur mal schreien würde. Der Schädel fliegt unaufhaltsam vor und zurück und die Welt ist in Ordnung, zumindest für Headbanger. Der tolle Mittelteil wird höchstens ein wenig durch das zwar stark gespielte, soundmäßig allerdings etwas zu lasche Schlagzeug abgewertet, aber das wird durch die instrumentale Energie wieder aufgefangen.

„Death Theme“ rockt auch im zügigeren Midtempo. Dieser Basssound ist wirklich gut. Die Vocalline ist gelungen und sorgt für Freude, auch wenn sie mal ein wenig lang gezogen klingt. Wo ist nur die zweite Gitarre, die dem Ganzen mehr Raum und eventuell auch mehr Aggressivität geben würde? Aber das ist ja vielleicht gar nicht gewollt.

„Fasten Your Seatbelt“ beginnt wieder eher verhalten, bis dann für Bandverhältnisse mal richtig auf die Kacke gehauen wird. Eine tolle Nummer, die irgendwo im Metallica covers Punk-Klassiker-Bereich liegt. Irgendwie klingen da als kleine Nuance auch die Misfits mit wie ich finde, ich kann aber irgendwie nicht genau sagen, wodurch das kommt, denn sie spielen ja nun doch andere Mucke. Das Tempo wird hoch gehalten und beim Gitarrensolo meint man fast, Jonny Weismüller als Tarzan aufheulen zu hören. Seltsame Assoziation, aber irgendwie cool. Ich hoffe, die drei Musiker nehmen mir das nicht krumm, zumal es definitiv nicht negativ gemeint ist.

„Metal Mustache“ ist dann mit zweieinhalb Minuten Spielzeit der kürzeste Song, der Vocals besitzt. Wer beim Text mal genauer hinhört, der weiß, was für einem Humor die Band ihr Eigen nennt. Nicht schlecht, aber ganz sicher auch kein Highlight des Albums, da gibt es nämlich schon drei andere.

„Beverly Hells“ darf dann standesgemäß die Eigenproduktion beenden. Dr. Lizzard Chandler treibt mit seiner Schießbude den Rest der Band zügig an. Allein schon das Wortspiel der Möchtegern-Amerikaner weiß zu gefallen. Musikalisch stehen sie dem Titel aber in nichts nach.

Fazit: Die Band ist auf einem guten Weg. Ansätze und Ideen stimmen. Wenn man vielleicht ab und zu noch mal ein wenig aus sich heraus geht und damit weitere besondere Akzente setzt, dann dürften die Pissdolls noch mehr Schub für ihre Karriere bekommen. Das Songwriting stimmt, auch wenn es sicherlich keine Neuerfindung des Genres ist. Die leicht punkigen Akzente gefallen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht und kann nur hoffen, dass nicht weitere drei Jahre vergehen, bevor die Band mit einem neuen Studioprodukt um die Ecke kommt.

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