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Pigskin: The Never Ending Black

Hier gibt's nur Pflicht statt Kür
Wertung: 6/10
Genre: Thrashcore
Spielzeit: 46:14
Release: 29.10.2010
Label: Eigenproduktion

Inzwischen gibt es beinah mehr ungesignte Bands, die in der Versenkung herumkrebsen, als Combos mit Plattenvertrag. Alle zwei Tage entdeckt man eine neue Band, bei der man sich wundert, warum die Plattenfirmen ihnen nicht die Bude einrennen – oder zumindest solche, die sich den Arsch wundspielen und einen Vertrag rein Engagement-mäßig mehr als verdient hätten. Eine dieser Bands sind die Schweizer Thrashcoreler Pigskin, die ganz im Sinne ihrer ebenfalls noch recht unbekannten amerikanischen Kollegen von Vengince oder den Heidelberger Groovemonstern New Born Hate auf ordentlich Druck setzen.  

Ob die Herren nun einfach verkappte Metzger sind oder sich nach dem amerikanischen Ausdruck für einen Football benannt haben, ist nicht bekannt; Tatsache ist aber, dass sich hier einige talentierte Musiker versammelt haben – Drummer Reto drischt auf seine Felle ein, dass es eine wahre Freude ist, Sigi wummert sich mit seinem Tieftöner durch die groovigen Passagen, die beiden Gitarristen Sean und Jeff sorgen neben derben Riffs für entspannte Soli, und Sänger Dani röhrt, keift und growlt sich so souverän durch die zehn Songs, als könnte er nebenbei noch ein Omelett zubereiten und gleichzeitig alle amerikanischen Präsidenten chronologisch aufzählen. Das ist aber gleichzeitig auch ein bisschen das Problem der Platte – beziehungsweise entpuppt sich diese Tatsache im Verlauf als ziemliches Manko: Es fehlt irgendwie stellenweise das Herzblut, die Leidenschaft, die spürbare Hysterie und Angepisstheit, die man bei solcher Art von Musik hören will. Von glatter Produktion kann zwar keine Rede sein, aber ein bisschen identitätslos wirkt „The Never Ending Black“ trotzdem, ohne dass man tatsächlich großartig etwas an der Platte zu bemängeln hätte.

Aufgrunddessen und der insgesamt relativ ähnlich wirkenden Tracks plätschert das Album so ein bisschen an einem vorbei. Nicht, dass man mich falsch versteht, es finden sich hier und da trotz allem schöne Mosh- und Headbangpassagen, aber der letzte emotionale Schliff fehlt. Das rein instrumentale Intro „Frisco Joe“ wirkt ein bisschen fehl am Platz, der Nachfolger „Order Of Domination“ legt dann richtig schön Hardcore-lastig los – man kennt das Rezept zwar, aber schmecken tut’s immer wieder. Der Geschmack geht allerdings recht bald flöten und sackt ins Fade ab, denn „Travel To The Liver“ (erinnert ein bisschen an die „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, der Titel) bollert dann relativ stumpf vor sich hin und auch Dani scheint keinen rechten Spaß an seinem Job an Mikro zu haben.

„The Rise Of Evil“ rüttelt ein wenig mit einem auffälligen Gitarrenriff auf, aber so richtig Schwung in die müden Knochen bringt erst wieder das darauf folgende „The Blood Of Kings“, ein Stampfer erster Güte, der wunderbar Hardcore-mäßig durch die Boxen schwappt und eine Dynamik aufweist, bei der man kaum stillsitzen kann. Überhaupt scheinen Pigskin gegen Ende der Platte noch mal die Kurve zu kriegen: „Slave Of Darkness“ schlägt in eine ähnliche Kerbe wie „The Rise Of Evil“, auch wenn hier ein wenig unrhythmisch agiert wird. Auch der mit sechseinhalb Minuten für Pigskin-Verhältnisse recht lang ausgefallene Titeltrack gestaltet sich eigentlich ganz interessant mit seiner Mischung aus Hardcore, Metalcore und Thrash-Gitarren. Mit einer Spielzeit zwischen drei und vier Minuten wären die Herren zwar vermutlich besser beraten gewesen, aber nichtsdestotrotz hat man hier einen guten Abschluss geschafft.

Fazit: Man kann es einfach nicht benennen, aber irgendwas fehlt bei „The Never Ending Black“ einfach. Sei es die Spielfreude, die man gerne mal bei solchen Alben spürt, oder der fehlende Enthusiasmus seitens des Sängers, der eigentlich insgesamt einen passablen Job macht – man weiß es nicht genau. Pigskin sind jedenfalls ein Tipp für alle Moshwütigen, die sich eher wenig um epische Ansätze oder großen Abwechslungsreichtum scheren.

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