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Pig Irön: Sermons From The Church Of Blues Restitution

Für den beschaulichen Biker-Rocker
Wertung: 5/10
Genre: Southern Rock/ Biker Rock
Spielzeit: 50:21
Release: 27.03.2015
Label: Off Yer Rocky/ Cargo

Oha, die Londoner Pig Irön scheinen es zu lieben, jeden erst einmal vom ersten Eindruck her aufs Glatteis zu führen, denn Bandname, Albumtitel und auch das Coverartwork selbst deuten auf alles mögliche hin, nicht aber auf den selbstgewählten Biker Rock, der allerdings nur selten richtig dreckig aus den Boxen scheppert, sondern gerne mit akustischer Klampfe etwas handzahm und zahnlos auf Kundenfang geht. Was bei einer schönen Rockersause am Lagerfeuer mit entsprechender musikalischer Untermalung vielleicht noch sehr gut funktionieren mag, hat auf kompletter Silberlinglänge dann am Ende doch einfach zu wenig Biss.

Lang genug sind sie ja schon dabei, die Briten, gründeten sie sich ja schon 2004 und veröffentlichen mit „Sermons From The Church Of Blues Restitution“ ihren nunmehr vierten Rundling über die komplette Schlagdistanz, was hier dann etwas mehr als 51 Minuten abgehangenen Stoff mit reichlich Südstaaten-Flair ausmacht und am Ende sogar an Grunge-Einflüsse der Marke Soundgarden erinnert.

Pig Irön zeigen auf dem vorliegenden Album dabei zwei sehr unterschiedliche Gesichter. Interessant wird es immer, wenn sie einfach auch mal die Gitarren braten lassen. Wie beim Opener, denn „Wildcat Birdhead“ entpuppt sich als schwungvolle, mit viel Blues aufgepumpte Nummer, wie man sie auch auf den beiden letzten Europe-Alben finden konnte – gute Laune inbegriffen. Auch das darauf folgende „One Million Mega Hurts“ entwickelt ausreichend Esprit, lockt mit südlicher Note und ordentlichem Biker-Feeling, Dan schlittert auch gerne im Slide-Gitarren-Verfahren durch seine Tablaturen und irgendwie fühlt man sich zwischendurch auch ein bisschen an alte ZZ Top erinnert. „One Final Kiss“ bekommt dann so eben noch die Kurve, wirkt aber wie ein Restebastard aus ein wenig Aerosmith und mehr neuer Europe, die Mundharmonika nimmt sich einfach mehr Raum, kann aber die sonstigen deutlich balladeskeren Züge nicht auffangen.

Ab jetzt ändert sich das Bild dann leider, denn Pig Irön verfallen nun gänzlich in ihre balladeske Phase, lediglich „Come To Me“ kann durch seine leichte Sperrigkeit noch punkten, schaffen es die Briten doch so, dem süßlich glatt polierten Zuckerguss weitestgehend aus dem Weg zu gehen. Auf der Habenseite ordnet sich dann auch der Orgelteppich ein, schön ist auch das letzte Drittel der Nummer, weil hier einfach wieder mehr Schwung aufkommt, so aber eben auch ein nur kurzes Aufflammen aufzeigt. Beschaulich, vielleicht auch eher schnarchnasig, akustikklampfen sich „The Devil In The Woodpile“, „Tapestry“ oder auch „The Spell“ durch ihre Spielzeit, „High As A Pine“ gehört dann zu den Western-Style-Schenkelklopfern mit reichlich Mundharmonika-Einsatz, kann aber auch nur wenig hinter dem Ofen hervorlocken. Als intensiv krachende Nummer wuchtet sich dann der Rausschmeißer „Restitution Blues“ in die Gehörgänge, birgt die oben schon erwähnten Soundgarden-Einflüsse in sich und macht leider deutlich, dass dem Album davon mehr einfach gut getan hätte,  allerdings musste man bisher sich durch die ganzen Akustikklampfen krampfen.

Schade schade, irgendwie suggerierte allein schon die Verpackung, dass Pig Irön mit deutlich mehr Wumms die Route 66 abrattern – so aber wird lieber gestottert, der Staub geschnieft statt gefressen, denn „Sermons From The Church Of Blues Restitution“ hat gerade am Anfang und Ende des Silberlings seine Glanzmomente, der überwiegende Part aber schaukelt sanft in der Wiege der Langeweile – Gähnattacken sind somit kaum auszuschließen.

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