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Picture: Warhorse

Empfehlen sich weiterhin für höhere Weihen
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 57:02
Release: 24.02.2012
Label: Artist Station Records/ Soulfood

Wie ist das eigentlich, wenn man weit über dreißig Jahre Teil des Rockzirkus ist, sich die Hörner schon in den Achtzigern abgewetzt hat, der Jungspunddrang Marke „Wir erobern die Welt“ schon längst einer coolen und sachlichen Herangehensweise gewichen ist? Da dürften sich schnell die Niederländer Picture sehen – nicht zu verwechseln mit den erst 2007 gegründeten Death-Thrashern aus Fronkreisch –, die hier bei The-Pit.de mit ihren beiden Comeback-Scheiben „Live 2008“ und „Old Dogs New Tricks“ mehr als begeistern konnten. Knapp drei Jahre haben sie nun wieder gebraucht, um die mittlerweile neunte Studioscheibe „Warhorse“ zu veröffentlichen. Zwischendurch gab es ein paar (übersichtliche) Liveshows, unvergessen dabei die hammerstarke Vorstellung beim Swordbrothers Festival 2010.

Ungewohnt kriegerisch ist allerdings schon das Artwork ge- und auch das Bandlogo ist gleich um eine fein ziselierte Kette erweitert worden. Um den Kreis dann auch zu schließen, beginnen die Holländer ihre neue Platte mit Schlachtengetümmel, bevor die Gitarren dazwischenfunken und gleich einen ersten Höhepunkt auf „Warhorse“ markieren; ein klassischer Achtziger-Track ohne den klebrigen Staubbelag aus zwei Jahrzehnten – Picture unterstreichen schon früh ihr Gespür für klassische Riffs und tolle Arrangements und beweisen eine Lässigkeit im Songwriting, die einfach fatal fragen lässt, warum sie nicht erfolgreicher sind. Das anschließend stampfende „Shadow Of The Damned“ mit der hervorragenden Arbeit der Leadgitarre sorgt für eine Mischung aus Unbeschwertheit und trotzdem riffender Düsternis, die einfach nur durch jede Menge Erfahrung oder ungehörig viel Talent entsteht.

Leider haben sich aber auch ein paar „Schnarcher“ eingeschlichen. Ein Hard Rocker wie „The King Is Losing His Crown“ kann nach dem starken Riff in der Einleitung dann nicht mehr für eine wirkliche Überraschung sorgen und mit „Think I Lost My Day“ kommt dann auch noch die überflüssige Quotenballade zum Einsatz, da nützt auch die leicht angezogene Gitarrenarbeit im letzten Drittel nichts mehr. Allerdings muss man auch zugeben, dass Fronter Pete Lovell hier eine fett famose Gesangsarbeit hinlegt – er kann also nicht nur kehlig-rau, sondern auch durch cleane Vocals überzeugen.

Bei „Killer In My Sights“ muss man gleich schon zweimal hinhören, könnte der Track doch glatt aus der Feder von DIO stammen (auch heute noch ein seliges und völlig ernst gemeintes R.I.P.) – hier bleibt es wohl jedem selbst überlassen, entweder ehrfürchtig auf die Knie zu sinken und einer der größten Inspirationen der Musikgeschichte zu danken oder Picture einen geschickt frechen Datenklau vorzuwerfen. Einen richtig großen Wurf können sie dann mit der Neuversion von „Eternal Dark hinlegen – Old Schooler sollten diesen Track eh schon in- und auswendig kennen und neue Fans bekommen hier einen perfekt gelungenen Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Holländer, wie sie ihn schon auf dem in ihrer Karriere wohl besten und schon 1983 veröffentlichten Album „Eternal Dark“ an den Tag legten.

Natürlich sollten Fans schon einen gehörigen Hang zur Mucke aus der Frühphase des Heavy Metal haben und auch Hard-Rock-Elementen gegenüber nicht abgeneigt sein, denn Picture begeben sich keinen Deut auf den Zug von Modernität, die hier auch reichlich unpassend wäre. Judas Priest-Fans bis hin zu Accept-Anhängern werden an „Warhorse“ trotz einiger Längen ihren Gefallen finden – ganz sicher. Die Holländer stehen hier nicht für selbstverliebte Detailfrickelei, sondern die Mannschaftsleistung steht allseits im Vordergrund, gelangweilte Routine wird durch Horden an Riffs und Hooks ausgebootet – Picture empfehlen sich auch anno 2012 noch immer für höhere Weihen. Eine neue Runde der Frage Picture oder Vengeance ist eingeläutet, dabei geht doch auch beides zusammen.

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