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Phönix Rising: Crime Scene Cleaner

Wenn das Cover schon das Beste ist...
Wertung: 4/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 50:25
Release: 12.02.2010
Label: Sound Guerilla

Phönix Rising als Bandname ist zwar ein seltsames Deutsch/Englisch Gemisch, aber dafür hat „Crime Scene Cleaner“ ein nettes Cover. Die Idee ist eigentlich ziemlich simpel, aber so etwas hat meines Wissens nach noch keine Band gemacht. Das war es aber auch schon wieder mit den Innovationen, denn die Band aus Mönchengladbach hat sich auch auf ihrem zweiten Album dem „grundehrlichen Metal“ verschrieben. Vier Jahre nach ihrem Debüt „I“ wollen es die Ozzy Osbourne und Accept-Jünger also richtig krachen lassen. Passenderweise klingt ihr Sänger dann auch wie eine Mischung aus U.D.O. Dirkschneider und dem Schutzbeauftragten der gemeinen Fledermaus.

Falls ihr aber jetzt eine Band erwartet, die ähnlich zu Werke geht wie beispielsweise Hellfueled, muss ich diesen Hoffnungen sofort einen Riegel vorschieben. Phönix Rising sind ungefähr so energisch wie Ozzy in seinen „besten“ "The Osbournes“-Momenten. Niemand erwartet knackige Nackenbrecher von einer Band, die sich leicht im Heavy Rock-Genre einordnen lässt. Aber ein bisschen mehr als eine Nullnummer wie „Sunset Hero“ sollte man doch schon an den Start stellen können, wenn man irgendwie auf sich aufmerksam machen will. Immerhin wird hier beeindruckend bewiesen, wie langweilig man eine Frage wie „Are you ready to rock?!?“ singen kann. Die Band kommt hier auf der nach unten offenen Valium-Skala wirklich verdächtig nahe an Tocotronic mit ihrem ähnlich peinlichen „Let There Be Rock“ heran.

Es fehlt stets der richtige Schwung in den Melodien und wenn es doch mal ein wenig „schneller“ wird wie im Song„Nightmare“, kann man sicher sein, dass die Gesangsmelodien keinen Kreativitätspreis gewinnen werden. Hinzu kommt noch, dass ich die Stimmlage nach einiger Zeit unglaublich anstrengend finde. Die beste Gesangsleistung bietet überraschenderweise die Ballade „Lost Soul“, die ein wenig an Blaze Bayley erinnert. Nicht schlecht, auch wenn wieder mal der Chorus viel zu oft wiederholt wird.

Abgesehen von den ausrechenbaren Gesangslinien machen Phönix Rising technisch aber nicht viel falsch. Die Band wirkt gut eingespielt, die Soli sind in angemessener Länge genau da, wo sie sein müssen und die Produktion setzt alles gut in Szene. Abgerundet durch das bereits erwähnte Cover sind die Rahmenbedingungen für „Crime Scene Cleaner“ gut, aber es hapert eben an der Umsetzung. Die mangelnden Variationen im Songwriting, gepaart mit der gewöhnungsbedürftigen Stimme verleihen der Platte einen recht verstaubten Charakter. „Stand Up“ klingt zum Beispiel wie ein Überbleibsel alter Accept-Sessions.Ich habe mich beim Anhören des Silberlings immer wieder gefragt, warum ich das überhaupt tue. Gut, ich muss ein Review schreiben können, aber wie viele werden sich die Mühe machen und sich privat durch den immer zäher werden Hard Rock/Heavy Metal von Phönix Rising durchkämpfen?! Das werden, beim besten Willen, nicht viele sein. 

Wer es dennoch tut und bis Song Nummer Zehn durchhält, wird auf ganz besondere Weise entlohnt. Mit einer Coverversion nämlich und es haben weder Mr. Osbourne noch irgendein Werk von Udo Dirkschneider dran glauben müssen, sondern das schwedische Pop-Rock Duo Roxette. „Sleeping In My Car“ ist nur einer der vielen Hits der Beiden, die man wohl auch als Black Metaller problemlos mitsingen kann. Im Falle von Phönix Rising wäre es mir aber lieber gewesen, wenn sie es unterlassen hätten. Genau wie bei ihrem eigenen Material geht „Sleeping In My Car“ jede Dynamik völlig ab und tut einem Rezensenten wie mir noch nicht einmal den Gefallen, richtig schlecht zu sein, damit man sich darüber auslassen kann.

Fazit: „Crime Scene Cleaner“ klingt altbacken und kommt völlig ohne eigene Identität daher. Wer auf der dringenden Suche nach neuer Hintergundmusik ist und wem Axel Rudi Pell doch noch ein wenig zu modern klingt, sollte mal reinhören. Alle anderen wenden sich aufregenderen Dingen zu.

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