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Pharao: Road To Nowhere

Mit Sicherheit keine "Legende"
Wertung: 4.5/10
Genre: Heavy Metal/ Hard Rock
Spielzeit: 47:27
Release: 08.10.2010
Label: SAOL / H'Art

Mal wieder wird die „Legende“-Keule ausgepackt. Wenn jemand wie ich, der die 80er nur als Kind miterlebt hat, stets gesagt bekommt, welche angeblich bahnbrechenden Bands es damals gegeben haben soll, wird er sich wohl schon öfters sehr gewundert haben. Gewundert darüber, ob eigentlich JEDE Band, die in den 80ern unfallfrei ein Riff spielen konnte, gleich „legendär“ war. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, es gab damals zahlreiche Bands, die heutzutage sträflich unterbewertet sind, aber mit den Superlativen könnte man sich ruhig ein wenig zurückhalten.

 

Denn auch wenn ich ihnen den Legenden-Status abspreche, müssen Pharao nicht gleich schlecht sein - im Gegenteil: Auf 25 Jahre Bandgeschichte muss man erst einmal kommen. Diese beeindruckende Zahl sollte man aber gleich wieder relativieren, denn „Road To Nowhere“ ist nach dem Debüt aus dem Jahre 1990 gerade einmal das zweite (!) Album der Band, die sich seinerzeit noch in der DDR gründete. Ansonsten machte die Band mit einigen Auftritten von sich reden, einer davon sogar auf dem Wacken Open Air 2006. Die Bedeutung von Pharao sollte man also nicht zu gering einschätzen, denn die Gästeliste auf diesem Jubiläumsalbum liest sich durchaus ansprechend.

 

„On The Attack“ wird nämlich unter anderem von Saxon-Frontmann Biff veredelt, der auch stilistisch mit diesem Song gut klarkommen dürfte. Schnörkelloser Heavy Metal der alten Schule steht auf dem Programm, dessen Produktion aber höchstens als „zweckdienlich“ eingestuft werden kann. Druckvolle Gitarren und Drums wird man hier leider nicht finden und der gewisse Charme, den dieser Klang manchmal dennoch hat, geht „Road To Nowhere“ auch völlig ab.

 

Weitere Gastauftritte gibt es von Mind Odyssey-Frontmann Mario LeMole (im melodischen, aber äußerst belanglosen „Why Not!“), Biff Byfords Kollegen von Saxon (die, die Hard Rock Hymne „We Are“ einspielten) und unser aller Lieblings-Ruhrpottbarde Tom „Angelripper“, der sich auf „Before The Storm“ ein Gesangsduell mit dem eigentlichen Sänger Jacky liefert. „Before The Storm“ ist somit auch wenig überraschend die härteste Nummer des Albums geworden. Toms Gesang wirkt bei diesem sehr melodischen Metal-/Hard-Rock-Gemisch aber eher fehl am Platze.

 

Härtemäßig sind Pharao nämlich ungefähr mit Axel Rudi Pell zu vergleichen, abzüglich der langen Gitarrensoli. Das ist auch das Problem, was ich mit „Road To Nowhere“ habe: Die Kompositionen wirken wie nach „Schema F“ komponiert und klingen viel zu „retro“. Es ist natürlich bei einer Band, die so lange dabei ist, schon als authentisch zu werten, wenn sie nach den 80ern klingt. Wenn aber selbst nach zehn Durchläufen kein Lied mit Wiedererkennungswert (abgesehen von den Gastsängern natürlich) auszumachen ist, hilft auch der Nostalgiebonus nichts mehr. „Road To Nowhere“ ist somit nur für Fans von Pharao interessant und selbst die werden mit dem Bachmann Turner Overdrive-Cover „You Ain't Seen Nothing Yet“ auf eine harte Probe gestellt. In der Pharao Version anno 2010 klingt die Nummer erschreckend zahnlos.

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