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Phantom Corporation: First Commandment

Stoff für raue Nächte
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal, Black Metal, Death Metal, Crust
Spielzeit: 23:26
Release: 16.02.2018
Label: ftwctp Records

Auf der im ersten Moment recht unscheinbar wirkenden Phantom Corporation-Platte “First Commandment“ tummeln sich bei genauerem Hinsehen einige große Namen: Nicht nur, dass sich bei der Black-Thrash-Death-Crust-Truppe (ehemalige) Mitglieder von Dew-Scented oder Mindcrime die Klinke in die Hand, gemastered wurde das gute Stück seinerzeit, nämlich bei Erstveröffentlichung 2016, von Schweden-Superheld Dan Swanö. Limitiert auf 250 handnummerierte Exemplare erlebt die Scheibe jetzt ihr Comeback via ftwctp Records – hundert Stück gibt es in einem wunderbar schicken grün-schwarz-gesplatterten Vinyl, das wie Arsch auf Eimer zum thrashigen Artwork passt.

Angeführt wird das räudige Kollektiv von Dew-Scented-Frontschreier Leif Jensen, der sich auf knapp 24 Minuten Laufzeit schön heiser schreit und gerade in Tracks wie dem schnittig-flotten „Pushed Too Far“ auch nicht den Spagat scheut zwischen cholerischem Gebrüll und hysterischen Schreien – ein schönes Ding, das live sicherlich vor allem im Refrain für einige versteifte Nacken und blutige Nasen sorgen dürfte.

Mega fies holzen die fünf Musiker auch schon im Opener „Liberty In Death“ durch die Botanik, der Versuch hierzu zu headbangen dürfte in heillosem Chaos gipfeln, ganz zu schweigen davon, dass man bei den munter galoppierenden Gitarren schon im Intro nicht mehr hinterher kommt. Vollends auf die Bretter gestreckt wird der Hörer dann aber schon beim zweiten Track „Shock Wave“, dessen Titel nicht besser hätte gewählt sein können – mit thrashigem Geschredder und schwarzmetallischer Boshaftigkeit greift die Truppe direkt ab Sekunde eins an, massiv brüllt Sänger Leif sich durch die Membranen, der inbrünstig gebrüllte Songtitel verursacht dann richtig gehend Gänsehaut, bevor zur Hälfte hin kurzfristig sogar ein bisschen Old-School-Hardcore-Feeling aufkommt.

Bassist Bastian hat seine fünfzehn Sekunden Ruhm dann als Intro bei „Capitulation“ – immer schön, wenn ein kleines Bass-Solo eingefügt werden kann, kommt der Tieftöner doch meistens eher zu kurz, was die Aufmerksamkeit angeht. Ein richtiges Feuerwerk zünden die Herrschaften dann nochmal gegen Ende der EP, keift „Distress“ doch gleich zu Beginn richtig schön giftig, nur um von dem finalen, deutlich gemächlicher startenden „Days Gone By“ abgelöst zu werden, das aber nur kurzfristig Midtempo vortäuscht, um sich nach gerade mal einer halben Minute tempotechnisch fast zu überschlagen.

Und gerade dieses immer etwas hysterisch anmutende Gerase ist es, was Phantom Corporation ordentliche Pluspunkte einbringt: Da bleibt kein Nacken ungekreist, kein Fuß still und überhaupt kann man sich gerade gegen Ende der Scheibe nur schwer zusammenreißen, nicht die Einrichtung zu zerdeppern. Dabei umschiffen die Jungs ganz clever die Klippen der Stumpfheit, in dem vor allem die Tempowechsel und das manische Geschrei des Fronters für Abwechslung sorgen. Optisch schön, akustisch schön fies – das sorgt für genügend Stoff für raue Nächte.  

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