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Perversity: Ablaze

"Rohdiamant"
Wertung: 7.5/10
Genre: US Death Metal
Spielzeit: 34:40
Release: 13.08.2011
Label: Lavadome Productions

Perversity stammen aus der Slowakei und legen anno 2011 mit „Ablaze“ schon ihr viertes Full-Length-Album vor. 16 Jahre ist das Quintett nun schon unterwegs und hat in dieser Zeit zwei Demos und drei Alben auf die Welt losgelassen. Musikalisch bewegt man sich deutlich in Death-Metal-Gefilden, allerdings nicht im Bereich des europäischen Death Metals. Viel mehr liegen die Wurzeln der Fünf im technisch angehauchten US Death Metal, im Stile von Suffocation oder Immolation. Freunde von geradlinigen Songstrukturen sollten sich daher im Falle von Perversity auf einen wilden, 34-minütigen Ritt vorbereiten. 

Schon der Opener „Reach Of Hell“ legt dabei gut los. Technisch anspruchsvolle Gitarrenarbeit, kombiniert mit obskuren Harmonien und versiertem Schlagzeugspiel von Drummer Mystik machen von Anfang an keine Gefangenen. Etwas, das auch schon sofort zu Beginn der Platte auffällt ist der Sound des Albums. Beim ersten Hören ertappt man sich bei der Frage, ob es sich hier wirklich um ein vollwertiges Album handelt oder um ein Demo, denn der Sound ist roh und ungeschliffen. Auf jegliche Effekte wurde beim Mix des Albums verzichtet und so ist das gesamte Soundbild sehr natürlich ausgefallen. In der heutigen Metal-Landschaft stellt diese Herangehensweise fast eine Rarität dar, denn von anderen Produktionen ist man einen deutlich polierteren Sound gewohnt. Und hat man sich zu Beginn hierüber noch gewundert, so entwickelt sich der Sound im weiteren Verlauf des Albums zu einem großen Pluspunkt dieser Veröffentlichung. Nicht nur, dass es eine gelungene Abwechslung zur sonstigen Szene bildet, der Sound passt auch einfach sehr gut zum vorgetragenen Songmaterial.

Eben dieses Songmaterial ist dann auch der zweite Punkt, der dem Hörer zu Beginn Schwierigkeiten bereitet, denn im ersten Hördurchlauf wirken viele der Songs sperrig und wollen nicht so recht zünden. Man hat immer das Gefühl, dass Perversity ihr Handwerk an den Instrumenten absolut verstehen und auch in der Lage sind, immer wieder sehr interessante Passagen zu kreieren, aber so richtig hängen bleibt nichts. Trotzdem sollte man die Platte dann nicht entnervt in die Ecke stellen, sondern ihr mehr Zeit einzuräumen. Tut man das, dann schälen sich mit der Zeit einige verdammt stark Tracks aus dem zuerst stumpf anmutenden Material heraus. Wie zum Beispiel das mit vertrackten Rythmen aufwartende „The Banished“ oder auch das zwischen schleppenden Gitarren und aggressiven Blastbeats pendelnde „Devoted To Perdition“. Ebenfalls überzeugen kann „Merciless Messiah“, das vor allem mit absolut verrückten Harmonien aufwartet, die trotzdem perfekt zum Gesamtbild des Songs passen.

Insgesamt muss man feststellen, dass Perversity hier ein absolut solider Release gelungen ist, der vor allem für Genre-Fans sehr interessant sein sollte. Auch diese sollten aber ein wenig Zeit mitbringen, um den Songs den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. Denn die Band macht es dem Hörer nicht gerade einfach, die Stärken dieses Albums entwickeln sich erst wirklich mit mehreren Hördurchläufen, dann jedoch kann das Quintett über weite Strecken überzeugen. Gratulieren muss man Perversity auch noch zu dem mutigen Schritt, ihren Sound nicht schonungslos aufpolieren zu lassen; es mag zwar ungewohnt sein für viele Hörer, aber insgesamt ist dieser rohe Sound eine wohltuende Abwechslung in der heutigen Metal-Szene. 

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