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Perpetuum: Gradual Decay Of Conscience

Gleichbleibender Wirrwarr auf ernster Thematik
Wertung: 5.5/10
Genre: Death/ Black Metal
Spielzeit: 40:33
Release: 30.05.2010
Label: Australis Records

“Musik vom Ende der Welt”. Mit diesem Satz wirbt das chilenische Label der Band Perpetuum, welche selbiges auch als ihr Heimatland verbuchen können. Dieser Satz des Booklets ihres neuen Albums „Gradual Decay Of Conscience“ fällt ganz besonders ins Auge, da es nicht nur lokal auch zur Band passt, sondern doppelbedeutend auch zufällig das Thema des Albums aufgreift.

Perpetuum sehen dieses erste Album in voller Länge augenscheinlich nämlich nicht nur als reines Medium zur Verbreitung ihre Musik. Die Mischung aus Death- und Black Metal nutzt den Chilenen gleichzeitig als Sprachrohr. Sie lassen sich über das menschliche Dasein aus, welches ihnen als eine brutale, aggressive und ständig konkurrierende Gesellschaft vor Augen geführt wird. Das Album soll zusätzlich den zerrütteten Geisteszustand reflektieren, der mit dieser destruktiven Gesellschaft einhergeht. Die Wahl der oben genannten Metal-Genres liegt daher nahe und ist sehr passend.

Der Sound von Perpetuum ist aber nicht so klar strukturiert wie ihr oben genantes Albumkonzept und springt sehr viel hin und her. Auf einem tendenziell eher langsamen Beat, baut sich grundlegend eine dunkle und bedrohliche Stimmung auf. Ein Merkmal von „Gradual Decay Of Conscience“ ist aber besonders das zunehmend chaotische Zusammenspiel der Gitarren mit dem Bass und den Drums. Oft kombinieren Perpetuum dabei Doublebass-Einlagen mit schleppenden, virtuosen Gitarrenmelodien. Dieser Doppelrhythmus ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und entfaltet erst nach mehrmaligem Hören einen gewissen, wenn auch nicht enormen Reiz.
Wirklich abwechslungsreich und im Laufe des Albums interessant ist dafür Carlos Fuentes am Schlagzeug. Beim Song „Grunts Of The Shoggoths“ trommelt er sich in einem so halsbrecherischen Tempo so geschickt durch die Gitarren, dass er sich dadurch gerechtfertigte Beachtung einheimst.
Als Vocal-Varianten kommen hauptsächlich Death-Metal-Growls neben zweitrangigen Black-Metal-Screams zum Einsatz. Die Zweitrangigkeit der Screams bezieht sich dabei aber nicht nur auf ihre Background-Funktion, auch ihre Qualität wirkt eher zweitrangig.

Zusätzlich beinhaltet dieses Album aber auch zwar nur kurze, aber dafür sehr interessante Postrock-Elemente, die nicht nur das Intro „Arquetipos“ ausmachen, sondern auch den Inhalt von „Stigmata“ bilden. Diese sind in sich sehr stimmig und werten dieses sonst eher gleichförmige Album auf. Auch wenn man das Gefühl hat, dass die Mitglieder von Perpetuum dafür ein Händchen haben, kommen diese aber nur am Rande zum Einsatz.
Weniger Postrock, dafür aber überzeugend gute Melodien findet man dafür in dem Song „Scourging The Foe“. Diese verleihen dem Album wenigstens für kurze Zeit musikalisch ein klares Konzept.

Alles in allem ist dieses Album aber eher verwirrend als beeindruckend virtuos, eher langweilig als innovativ. Dominierende Songs mit Standard-Riffs wie „Monoliths“ leisten dazu einen großen Beitrag,  der insgesamt gleich bleibende Sound des Albums trägt weiterhin dazu bei. In dieser Hinsicht ist zum Beispiel auch der Übergang von „Scourging The Foe“ zu „Through The Path Of Eternity“ schon sogar ungeheuer frech!
Zum Glück gibt es aber auch Ausnahmen. „Unmerciful Despair“ oder „Into The Deepest Darkness“ führen eine klarere Linie und bei mehrmaligem Hören der CD sind es unbewusst immer wieder diese Lieder, bei denen man aufhorcht. Ansonsten zieht die Musik, wenn man nicht gerade noch eine Postrock-Passage erwischt, relativ unbeeindruckend an einem vorüber. Ob man sie nun gehört hat oder nicht. Viel hat man dabei nicht verpasst.

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