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Perihelion: Zeng

Post-Metal mal anders
Wertung: 8,5/10
Genre: Post-Metal
Spielzeit: 34:14
Release: 19.10.2015
Label: Apathia Records

Perihelion haben mit "Zeng" ein Album betitelt, das trotz einer vielfältigen Auswahl heutzutage hervorsticht. Zunächst einmal fallen die Namen der Songs auf, welche ausschließlich ungarischer Sprache sind, wie auch die Lyrics.

Eröffnet wird mit "Tündöklés" (Deutsch:"Glänzend"), einer Art Intro, das mit Ambiente-Klängen, vermutlich mit Gitarreneffekten erzeugt, beginnt und dann in ein schleppendes Instrumental ausbricht mit typisch halbverzerrtem Post Metal - Sound. Der Hörer wird in eine Welt aus bedrohlichen und zugleich sanften Klängen eingetaucht, das Schlagzeug wird immer härter, die Akkorde immer verzerrter, eine klassische Spannungskurve. Sehr schön - man weiß gleich in welche Richtung es geht, kann sich allerdings noch auf einiges gefasst machen.

Der Opener überrascht dann direkt mit panischem Klargesang, getrieben von Blastbeats und dramatischen Riffs. Zum Ende hin wird man dann mit melancholisch-sanften und vielschichtigen Melodien verwöhnt.

Das Album wurde von Sänger und Gitarrist Gyula Vasvári gemixt und gemastert – und das mit lobenswertem Ergebnis, denn dies punktet schon allein durch die druckvolle und saubere Produktion. Die Drums wurden mit trockenem Sound abgemischt, der Gesang ist klar und definiert.

Das Cover-Artwork wurde von Costin Chioreanu designt und verleiht dem Gesamtpaket schon von vorne herein die passende tiefsinnige Optik.

Ich habe mir die Mühe gemacht, mich im Internet etwas in die ungarische (Gitarren-)Volksmusik einzuarbeiten und man erkennt durchaus einige Parallelen, wie zum Beispiel im Song “Felemészt A Tér” (Deutsch: “Ins All Gezogen”), der zwar mit hastigem Drumming und treibenden Melodien eingeleitet wird, dann jedoch in eine dramatische Folk-Einlage mündet, gefolgt von klagendem Gesang und Folk-Riffs im Overdrive-Modus.

Wenn man nach Vergleichen sucht, so erinnert der Gesang stellenweise an den von Solstafir, die instrumentalen Parts teilweise an Alcest. Man kann aber sagen, dass die Band im Rahmen dieser Stilrichtung was ganz eigenes kreiert hat.

Das sechste Stück,“Ützött” (Deutsch: "Verfolgt"), ist eine Art Interlude mit einigen atmosphärischen Kreationen aus rauschenden Gitarrenklängen und einer langsamen, verträumten Melodie.


Als Anspieltipp sei hier ganz klar "Égrengetö" (Deutsch: "Himmel-Erschütternd") ans Herz gelegt. Da haben die Ungarn so ziemlich alles reingepackt, was die Platte klangtechnisch ausmacht. Hierzu wurde auch ein Musikvideo gedreht und von Apathia Records auf Youtube veröffentlicht.

“Zeng” ist eine Scheibe, die eine Menge Emotionen transportiert und deren Schöpfer es gelungen ist, Post Metal mit Einflüssen aus ungarischen Folkklängen zu kreieren, welcher trotz der instrumentalen Härte geprägt ist von kraftvollem, emotionalem Ausdruck und vielschichtigen Melodien. Perihelion schaffen es mit diesem Album, einem speziellen Genre ein ungewohnt breites Spektrum zu verleihen. Mit einer Spielzeit von knapp 35 Minuten ist das Ganze allerdings etwas kurz geraten.

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