Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Pendragon: Pure

Licht und Schatten in allen Variationen
Wertung: 6.5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 53:12
Release: 21.02.2009
Label: Toff Records/ InsideOut

Stolze 31 Jahre haben Pendragon nun schon auf dem Buckel. Eine beachtliche Leistung für eine Band aus dem Progressive Rock-Genre, das ja nun wahrlich nicht viele langlebige Bands hervorgebracht hat. Eine von ihnen, Pink Floyd, ist auch ein ganz großer Einfluss für Pendragon gewesen, was man ihrem Album „Pure“ auch stets anhört. Dennoch hat man sich auch neueren Einflüssen nicht verwehrt und hat so einen interessanten Klangkosmos erschaffen, der diese Platte zu einem wahren Erlebnis macht.

Dafür muss man natürlich ein Faible für ausladende Stücke haben und auch mal auf nackenbrechende Riffs verzichten können, denn gegen Pendragon sind selbst Dream Theater infernalisch schnell. Metal-Einflüsse sucht man hier vergebens, es fallen lediglich vereinzelt an Alternative Rock erinnernde Momente wie der Beginn von „Eraserhead“ auf. Von diesem Song kann man aber sonst nur abraten, denn neben einem völlig unspektakulären Aufbau fällt vor allem der Gesang negativ auf. Völlig schräge Gesangslinien, die entweder innovativ sein sollen oder einfach nur bedeuten, dass Sänger Nick Barrett an seine Grenzen gestoßen ist, taugen eben nur dazu, einen Song zu einer Belastung für die Nerven zu machen.

„Comatose“ kann paradoxerweise vor allem im gesanglichen Bereich überzeugen und das obwohl sich der Stil nicht großartig verändert hat. Pendragon sind generell den ruhigen Klängen zugetan und beweisen mit diesem Song, welch wunderbare Melodien sie im Stande sind zu schreiben. „Comatose“, was übrigens nichts mit dem großartigen Ayreon-Song zu tun hat, besteht aus den Kapiteln „View From The Seashore", „Space Cadet“ und „Home And Dry“, die geschickt aufeinander aufbauen und sogar ein wenig an die Götter von Rush erinnern.

Das nachfolgende, ungewöhnlich kurze „The Freak Show“ weiß vor allem durch die vielen Details im Hintergrund zu gefallen. Wer keine Muße hat, sich intensiv mit einem Song zu beschäftigen, wird „The Freak Show“ aber lediglich als unspektakulär empfinden. Prog Rock-Fans haben aber sicherlich auch schon besseres gehört, denn „Pure“ wird zum Ende hin deutlich schwächer als zu Beginn. Der Grund dafür heißt neben „The Freak Show“ „It's Only Me“, welches das erste Mal die Grenze zur Langeweile deutlich überschreitet. Die lieblosen Keyboards, das langsame Schlagzeug, die vor sich hin dudelnden Gitarren und vor allem der völlig dröge Gesang können einen in schwachen Momenten leicht in den Schlaf der Gerechten schicken. Eine Hommage an die schwächsten Momente von Pink Floyd.

Getreu dem Motto „Save the best for last“, wird „Indigo“ erst jetzt erwähnt. Denn mit diesem über 13 Minuten langen Opener haben Pendragon ein Kleinod erschaffen, welches ebenfalls von vorne bis hinten eine Hommage an Pink Floyd darstellt, nur eben diesmal an Großtaten wie „Wish You Were Here“ oder „Dark Side Of The Moon“. Die Band hat ihre gesamten Stärken gebündelt, punktet an allen Fronten und führt „Indigo“ von einem Höhepunkt zum nächsten. Alleine für diese faszinierende Art, mit dem Keyboard und den Synthies umzugehen, gehört der Band ein Orden verliehen. Eine faszinierende Reise ist dieses Lied geworden und gehört zu den besten Songs, die Prog Rocker im Jahr 2009 genießen werden, da bin ich mir sicher.

Etwas Licht („Comatose“), etwas Schatten („The Freak Show“), zwei Mal völlige Dunkelheit („Eraserhead“, „It's Only Me“) und eine gleißend helle Supernova („Indigo“) machen „Pure“ zu einer zwiespältigen Angelegenheit. Jemand der sich mehr dem Progressive Metal als dem Progressive Rock zugetan fühlt, wird an diesem Album wohl wenig Freude haben, zumal die Songs zu Ende hin immer schwächer werden. Dennoch ist vor allem „Indigo“ ein Ohr wert und macht Pendragons achtes Album zu einer Angelegenheit, die sich Neo-Progger nicht entgehen lassen sollten.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna