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PEARS/Direct Hit: Human Movement

Eingängiges Punk-Album
Wertung: 7,5/10
Genre: Punk/ Hardcore
Spielzeit: 25:02
Release: 03.11.2017
Label: Fat Wreck

Mit “Human Movement” kehrt die alte Tradition der Split-Alben zurück, die man langsam schon als aussterbende Art betrachten durfte. Hier rückt zusammen, was scheinbar zusammengehört. PEARS und Direct Hit sind sich nicht nur freundschaftlich verbunden und Mitglied der Fat Wreck-Familie, sondern fühlen sich auch beide dem Punk zugewandt. Geteilt werden sich zwölf Tracks, die mit einer nicht zu üppigen Spielzeit von fünfundzwanzig Minuten aufwartet.

Ins Album starten Direct Hit, die zugleich mal den ersten Knaller vorlegen. Harte, kurze Riffs treiben vorwärts, es wird sich deftig in die Gehörgänge gekreischt, um dann mit einem abrupten Ende zu überraschen. Überraschend ist auch, was hiernach passiert: Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass der erste Song so gar nicht aus ihrer Feder kommt. Anstatt des ruppigen Punks, folgen nun melodische Stücke, die mehr auf Eingängigkeit, denn auf kantige Härte setzen. Irgendwie sind alle Songs nett anzuhören und gehen durchweg gut in die Ohren, aber stellenweise fehlt doch der Drive, selbst wenn in „Open Your Mind“ einige härtere Einsprengsel zu verzeichnen sind.

„Shifting the Blame” nimmt hingegen deutlich mehr Fahrt auf und kann mit seinen markanten Drums punkten. Die einladende Melodik und gegebene Leichtigkeit des Stücks, tun ihr Übriges, um hier einen Favoriten des Albums auszumachen. Auch mit „Nothing“ drücken die Herren aus Milwaukee nochmals ordentlich aufs Gaspedal und gehen mit etwas mehr Aggressivität vor, die man zu gern auch bei einigen anderen Titeln gehört hätte.

Mit „Hey There, Begonia” starten PEARS ihren Part, und der überzeugt direkt mit gutem Speed und eingebauten Breaks, wobei der ohnehin schon dynamische Track nach hinten raus gar noch etwas an Tempo zulegen kann. Wenngleich bei den Stücken Punk zwar ebenfalls im Mittelpunkt steht, agiert das Quartett aus New Orleans etwas vielseitiger als die Label-Kollegen. In „Mollusk's Mouth” gestattet man sich kleine Hardcore-Ausflüge und kredenzt einen längeren Instrumentalteil, der sich gut einpasst und belebend wirkt. Das Cover „The World Is Ending (Sorta)” hält man hingegen relativ dicht am Original, ein paar Shouts im Mittelteil können allerdings dann doch noch aufmischen.

Als besten Song von PEARS möchte man das abschließende „Never Now“ hervorheben, welches mit starker Hardcore-Attacke einreitet und zudem noch über experimentelle Anflüge verfügt. Zugleich ist dies wohl auch das stärkste Stück des Split-Albums und damit haben PEARS auch die Nase etwas vorn. Insgesamt macht die Scheibe ordentlich was her und geht gut ins Ohr. Während sich Direct Hit mehr ins melodische bewegen und für ein paar Mitgrölnummern sorgen, zeigt sich der Vierer aus New Orleans ruppiger und vielschichtiger. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass beide Bands noch etwas Luft nach oben haben und hier noch nicht alles zeigen.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“