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Path Of Samsara: Demo 2010

Die Kunst, den Blues heraufzubeschwören, ohne ihn zu spielen
Wertung: 8.5/10
Genre: Psychedelic Progressive Rock
Spielzeit: 12:13
Release: 19.02.2010
Label: Eigenproduktion

Mit Path Of Samsara meldet sich eine noch junge Band, die nach eigenen Angaben Progressive Hard Rock spielt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn Psychedelic Rock der 70er und eine Prise Doom gehören definitiv ebenso zum Stil der Band. Erst ein dreiviertel Jahr nach der Gründung gibt es nun sozusagen einen Appetizer für das im Herbst/Winter 2010 erscheinende Debütalbum. Diese Demo enthält zwei Songs mit einer Spielzeit von gut zwölf Minuten.

Recht schwerfällig beginnt „Pilgrim“ und man könnte meinen, in den frühen 70ern zu sein. Der Sound ist recht roh und altbacken, was aber sicherlich eher als Stilmittel anzusehen ist. Eine gewisse Tristesse macht sich in der Stimmung breit. Dieser, ja man möchte es fast ein wenig melancholisch nennen, Sound zieht bewusst runter. Niko Biberger und Sebastian Heim sorgen mit unterschiedlichen Klangfarben für ein erdrückendes Gefühl. Da wird auch mal die akustische Klampfe rausgeholt. Das Ganze wird aber, wie oben schon angesprochen, recht rau präsentiert und zu keinem Zeitpunkt auf Hochglanz poliert. Bassist Benjamin Hölzl sorgt für den desillusionierten Gesang. Auch wenn es sich teilweise mal etwas schräg anhört, so ergibt das in dem Gesamtbild einen tieferen Sinn.

Die Band nennt sich ja nun auch nicht ohne jeden Hintergedanken Path Of Samsara. Denn dieser Pfad des ewigen Kreislaufs des Seins wird in den meisten großen Religionen als leidvoll interpretiert. Und genau das bringt die Band hier sehr gut mit ihrer Klangfarbe auf den Punkt.

„Ambassador“ beginnt sehr ruhig. Benjamin K. gibt den Takt vor, dazu wird ein wenig auf der Gitarre geklampft, dazu der fast schon ein wenig sonore Gesang, ein Fest für leidensfähige Personen. Seltsam, dass die Bandmitglieder rein optisch doch eher jung ausschauen, solche Musik hätte ich eher von älteren Musikern erwartet. Depressive 70er Jahre-Mucke mit einem gewissen Hang zum unkontrollierten Alkohol- oder was weiß ich noch für Substanzen-Einwurf. Da kann dann auch mal fast schon versteckt im Hintergrund ein emuliertes Klavier auftauchen, aber wie hätte man es bei den Vieren auch anders erwarten können ohne große Effekthascherei.

Fazit: Ein bemerkenswertes erstes Lebenszeichen von Path Of Samsara. Eigentlich bin ich fast gewillt zu sagen, dass die beiden Songs Spaß machen, aber das wäre, obwohl sie es machen, eigentlich genau die falsche Bezeichnung für diese Art von Musik. Hoffentlich findet die Band genug Publikum und somit Rückhalt, um ihr Ding weiter durchzuziehen. Definitiv keine Easy Listening-Musik, aber irgendwie spült sie, ohne der Musikrichtung zu frönen, den Blues im Hörer hoch. Toll!

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