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Path Of Golconda: The Threshold Diaries

Von wegen Gosse, vielmehr göttlich
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:53
Release: 09.06.2006
Label: Eigenproduktion

Dem Auftritt der Band auf dem diesjährigen Winternachtstraum Festival sei dank, denn dort kam man in den Genuss des hochklassigen Live-Sets der Oberhausener. Und da sich die Band auf den Brettern so dermaßen gut verkauft hatte, wollten wir es genau wissen und so liegt uns nun die aktuelle Scheibe der Jungs vor. Das Album ist nun zwar fast schon drei Jährchen alt und die Jungs haben sich auch schon längst an die Arbeiten zu dem Nachfolge-Album gemacht, doch das 2006er-Album dürfen wir auf keinen Fall unerwähnt lassen. 

Und los geht es mit „Metropolis Rotting“: Dieser Opener lässt im Zusammenspiel der Gitarren mit dem Eingangsgrowl und des anschließenden, recht thrashig daher galoppierenden Parts den Hörer fast atemlos vor den Lautsprecherboxen erstarren. Erstarren ob der Vehemenz, mit der die Band zu Werke geht, aber gleichzeitig wähnt man sich auch in Momenten voller Wonne, denn es ist immer wieder schön, aber gerade in letzter Zeit immer seltener geworden, solch unverfälschtes und frisches Material um die Trommelfelle geblasen zu kriegen. Welch ein intensives Stück gleich zu Beginn, da kann man sich ja noch auf eine ganze Menge gefasst machen im weiteren Verlauf des Albums.

Kompromisslos wird der Hörer in den Song „Serpent Gate“ gestoßen, der vom Tempo her anzieht. Stimmungstechnisch wird es ziemlich düster und die flotten Drums lassen einen an die Vergangenheit der Band denken, in welcher der Fokus der Jungs noch eher auf Black Metal lag. Ein treibendes Riff hier, ein knackiges Old School-Gitarrenriff dort und fertig ist ein weiteres klasse Stück.

An dem Instrumental “Sunset And The Falling Leaves” ist nicht nur der Name wunderschön, auch das, was die Jungs hier komponiert haben, weiß sehr zu gefallen. Fast schon ein bisschen zu kurz, um wahr zu sein, denn schon bald danach ertönt der markige Eingangsgrowl von „Catafalque“. Und dieses Stück, das einen schönen Aufbau zu Beginn beinhaltet, zeichnet sich durch ausgeklügeltes Songwriting aus, denn es wird nicht nur in einem Tempo stumpf drauflos gebolzt, sondern die Rhythmik dieses Songs ist vielschichtig. 

Schon von vielen Rezensenten zuvor gelobt, werde nun auch ich das Stück „Promises In Stone And Fire” zu den besten auf diesem Output zählen. Ganz interessant klingt es, wie die Jungs diesen Zwischenpart in das Gesamtkonstrukt klöppeln, in dem gänzlich die Power raus genommen wird. Was nur ein klitzekleines bisschen schade ist, ist das Faktum, dass der Song per Herausfaden sein Ende findet. 

Zeit für etwas Kompromissloseres, also folgt nun „Another Hell Unearthed“, das gehörig Fahrt aufnimmt und den Hörer förmlich hinwegfegt. Wow, hat das Teil Power, echt unglaublich. 
In “Foul Winds Through Utopia” wird stellenweise drumtechnisch noch einmal in Black Metal-Gefilden gefischt. Das Gitarrensolo klingt herrlich und stellt für jeden Melodiefetischisten eine wahre Ohrenfreude dar. 
Das Riffing von „Stabbing Love Into Her” ist absolut zwingend, da muss man einfach mit. Und auch in diesem Stück beweisen die Jungs, dass sie den Wechsel von schnellen Passagen hin zu getragenen Parts absolut zu ihren Stärken zählen können, denn das klingt einfach nur sehr gut. 

„Those Pale, Grey Shrouds” markiert das zweite Instrumental auf diesem Album und erschafft im Gegensatz zu „Sunset And The Falling Leaves“ eine düstere Stimmung. Sehr gut gemacht, Jungs.

Eine nahezu göttliche Melodieführung weist zum Schluss des Albums das wieder einmal in Richtung Black Metal schauende „Between God And Gutter“ auf, das zudem größtenteils midtempolastig aufgebaut ist und nur wohldosiert zwischendurch mal die Zügel locker lässt. Man lauscht neben den eingestreuten geflüsterten Worten den Gitarrensoli und spätestens hier weiß man, dass man sich entweder diesen einen Song, ach, was schreib ich, das komplette Album noch einmal reinziehen wird. 

Die Produktion der Scheibe wurde von niemand Geringerem als Andy Classen übernommen. Überflüssig zu erwähnen ist nun also, dass das Material ordentlich durch die Boxen trümmert und keine Wünsche offen lässt. 

Fazit: Es ist ein absolutes Mysterium, warum diese Band noch nicht mit Dealangeboten zugekleistert worden ist. Dass eine solch geniale Band ihr Dasein noch immer ohne Label im Rücken fristet und im Gegensatz dazu so manche Feld-, Wald – und Wiesenband einen Deal bekommt, gibt einem schwer zu denken, was im Musikbusiness wohl so alles schief zu laufen scheint. Dieses Album ist eine unbedingte Empfehlung!

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend