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Passarounders: Moonshine Moonwalk

Lemmy Kilmister meets Turbonegro
Wertung: 6.5/10
Genre: Rock N’ Roll/Punk
Spielzeit: 44:02
Release: 24.10.2008
Label: European Label Group

Transylvanian Bongsong. The Klostergaard Coxplot. Fucktory. Welche Mathcoretruppe hat sich denn da schon wieder vor der Songbetitelung komplett weggeschossen? Falsch gedacht, die etwas seltsamen Songs sind Teil der neuen Platte der Passarounders namens „Moonshine Moonwalk“. Die Scheibe ist das dritte Release der stürmischen Schweden. Nach den beiden Vorgängern „Audition at the Whorehouse“ und „Oh Yeah Lorenzo, Oh Yeah“ starten sie jetzt einen neuen Versuch, auch international die Massen zu ihrem (wenn auch etwas eigenwilligen) Rock N’Roll zu bekehren.

Call it Punk Rock, Rock N’ Roll, Bla-Bla-Whatever-Rock, oder wie auch immer: Die Passarounders nehmen von jeden ein bisschen und mixen daraus ihren ganz eigenen Cocktail. Eine Prise Hardcore – und man kann getrost Molotov- davorhängen. Die Gitarren liefern griffige Rock N’ Roll Riffs, die zwar des öfteren in den Punkrock bzw. Powerchord-Hardcore abdriften, den Hörer sonst aber von wilden Stilausflügen verschonen. Hin und wieder erklingen auch feine Rock N’ Roll-Solos wie beispielsweise bei „The Lizard vs. The Plague“, teilweise auch nur zur Akzentsetzung im Hintergrund, aber eins ist klar: Sie wissen durchaus zu begeistern.
An was erinnert der instrumentale Sound der Passarounders nur? Turbonegro? Vor allem das Intro von „Roll Over Satan“ erinnert schon sehr an ihre geographischen Nachbarn.

Nun zu genau dem Part, der die Passarounders so anders macht: Die Vocals. Wer da die typische kratzige Rock N’ Roll Stimme erwartet, hat sich geschnitten. Natürlich findet diese, um die Tradition zu wahren, auch ihren Platz, aber das Spektrum von Vocalist „Duke“ (der dabei noch von Gitarrero „Don Don“ unterstützt wird) reicht noch viel weiter darüber hinaus. Da findet sich wütendes Gekeife ebenso wie Shouts, die gefühlsmäßig eher in den Hardcore/Metalcore oder sogar Death Metal-Bereich einzuordnen wären.

„The Underground King“ erinnert sehr an einen Song, der den meisten bekannt sein dürfte.
Die ganze Bandbreite kommt auch schon beim Opener namens „They’ll Never Get Me Alive“ zum Einsatz, wobei die tiefen Growls eher ein wenig fehl am Platze sind.

Etwas abgestimmter kommt der Titelsong „Moonshine Moonwalk“ rüber, der nicht auf Shouts, aber zumindest auf die Growls verzichtet, die Brücke zwischen frechen Punk-Vocals und aggressivem Geschrei dafür umso gekonnter schlägt. Begeistern kann hier vor allem der wunderbar rotzige Mitgröhl-Part durch welchen der Song getrost den Titel „Offizielle Punk N’ Roll-Hymne“ verdient - definitiv der beste Track der Scheibe.

Eine gewisse Eingängigkeit lässt sich auch bei den folgenden Songs nicht leugnen, wie beispielsweise beim Refrain von „Transylvanian Bongsong“. Auch wenn sich die Truppe mal mehr in den Rock N’ Roll oder mal mehr in den Hardcore verlagert (wunderbar vereint in Track Nummer sechs), wäre ein wenig mehr Abwechslung seitens der Gitarren wünschenswert. Zu viele zu oft gehörte Akkord-Abfolgen, die zu wenig von kleinen Gitarrenlicks garniert werden. Obwohl bei „The Never Ending Beaverhunt“ und „Passarounders Need Some Love“ mal Vollgas gegeben wird, sind die meisten Songs in eher konstantem Tempo, was bei beliebigem Vor- und Zurückspringen den Anschein von einem einzigen, langen Song gibt. Auch der selten variierende Drumbeat mildert die aufkommende Langeweile nicht gerade.

Nur beim letzten Track, „Fucktory“, hauen die Passarounders mal etwas stärker die Bremse rein, was dem Song eine ganz angenehme Coolness verleiht. Richtig glänzen kann er dadurch allerdings auch nicht.

Fazit: Insgesamt eine ganz nett gemeinte Platte, die gewiss ihre feinen Momente hat, welche aber in Anbetracht der gesamten Platte leider etwas untergehen. Diejenigen, die schon immer mal Turbonegro mit Motörhead und einem beliebigen Old-School-Hardcore Shouter jammen hören wollten, werden daran sicherlich Gefallen finden. Auch live dürfte das Ganze definitiv gut rocken, also rein in den 50er-Cadillac mit Leoparden-Bezügen, „Moonshine Moonwalk“ rein und ab zum nächsten Konzert. Da dürfte die Eintönigkeit nämlich nach ein paar Bierchen und ein bisschen Pogo ganz schnell vergessen sein.

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