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Parasite City: 10 Hits To K.O.

Fröhliches aus Finnland
Wertung: 7/10
Genre: Glam Rock
Spielzeit: 39:21
Release: 22.01.2010
Label: Hype Records

Statt vertonter Trauer erwartet uns aus Finnland mit Parasite City mal ein ganz anders ausgerichtetes Projekt – hier wird eher gute Laune verbreitet, denn die Newcomer haben sich energetischem Rock 'n' Roll mit hörbaren Sleaze-Einflüssen verschrieben. Neben den dreckigeren Songs versucht sich die 2001 ins Leben gerufene Band aber auch häufig an Stücken, die man fast schon als Stadion Rock bezeichnen könnte und die eine deutliche Pop-Schlagseite haben.

Der recht gekonnt agierenden Gitarren-Fraktion steht der britische Sänger Sebastian zur Seite, der mit seiner rauen Stimme stets für ein gewisses Maß an Härte sorgt und die Punk-Attitüde verstärkt zum Vorschein bringt. Obwohl der Mann meistens relativ dreckig ins Mikrofon singt, offenbart er immer wieder überraschende Facetten und beweist, dass er auch andere Gesangsstile beherrscht. Ebenfalls hervorstechen können Parasite City mit einigen pfeilschnellen Gitarren-Soli, die es in dieser Intensität nur selten in diesem Genre zu hören gibt. Ein weiterer Trumpf, mit dem sich die Band von ähnlich ausgerichteten Bands abheben kann, ist das hohe Maß an Abwechslung, durch das zwar gelegentlich der rote Faden verloren geht, aber effektiv gegen die Eintönigkeit, die es in diesem Bereich des Öfteren zu hören gibt, vorgegangen wird.

Mit „Nymphomaniac“ gelingt den Finnen dann gleich ein Einstieg nach Maß: Der betont scheppernde Sound passt hervorragend zu dem dreckigen Gesang und dem spaßigen Refrain, auch der schlüpfrige Text fügt sich gut in das Gesamtbild. „Rockstar“ kann zwar nicht ganz so sehr überzeugen, lässt sich aber noch problemlos als gelungen bezeichnen und besticht mit poppiger Eingängigkeit. Lupenreinen Glam Rock bietet die Band mit „Selfish“ - die Gitarren tönen hier etwas härter und Sebastian präsentiert eine starke Gesangsleistung. Eine Veränderung in der Stimmung bringt der Song „Sweet Lady“ mit sich, der zwar auf Rock 'n' Roll getrimmt ist, aber mit einigen nicht ganz so fröhlichen Hooks aufwartet. Noch viel deutlicher führt die Band diese Richtung mit „Burn“ fort, wo man sich in Sachen Gesang und Gitarrenarbeit zwischenzeitlich fast schon an Sentenced erinnert fühlt – ungewöhnlich im Kontext des Albums, aber ein erneuter Beweis dafür, dass sich Finnen in diesem Metier einfach wohl fühlen.

Der nur selten anklingenden Melancholie stehen fröhliche Rock-Stücke wie „No Place Like Home“ entgegen, die bei den Songstrukturen häufig auf Elemente aus dem Pop zurückgreifen und so viel Mitsing-Potential in den Refrains bieten. Auch Balladeskes lässt sich auf dem Album finden und tatsächlich zeigen sich Parasite City in diesem Bereich erstaunlich stark. Während „Tombstone“ noch mit relativ viel Unterstützung durch rockige Sounds daherkommt, beginnt der abschließende „Battle Song“ mit akustischen Klängen und Streicher-Melodien, so dass dem Stück ein gewisser bombastischer Charakter eigen ist.

Auch wenn „10 Hits To K.O.“ nicht auf ganzer Linie überzeugen kann, so bleibt doch ein gutes, modernes Rock 'n' Roll-Album mit sleazigen und poppigen Einflüssen, das besonders durch die viele Variation positiv auffällt. Trotz stellenweise hoher Charttauglichkeit bewahrt die Band sich durch raue punkige Passagen den nötigen Härtegrad, um Freunde härterer Sounds nicht vollständig zu verschrecken. Mit Sebastian hat man zudem einen äußerst fähigen Sänger an Bord, der rauen Charme versprüht und eine recht große Bandbreite an Stilen beherrscht und so gut mit der instrumentalen Abwechslung mithalten kann. Fans des Genres können hier getrost zugreifen, solange sie sich nicht an dem manchmal etwas präsenteren Pop-Gehalt stören, denn generell ist „10 Hits To K.O.“ ein grundsolides Debüt geworden, das eine Menge Energie in sich trägt.

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