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Paragon: Screenslaves

Neues Material aus Hamburg
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 49:54
Release: 14.11.2008
Label: Massacre Records

Paragon kann man wirklich mit zu den Urgesteinen des deutschen Heavy Metals zählen. Ist die 1990 gegründete Band doch nun schon 19 Jahre aktiv und bringt mit „Screenslaves“ ihr nun neuntes Album auf den Markt.

Die fünf Hamburger zelebrieren recht schnörkellosen Heavy-/True-Metal der alten Schule. Treibende Drums und flotte Gitarren werden da den einen oder anderen Fan wohl zu einer spontanen Headbangingeinlage im heimischen Wohnzimmer inspirieren. Insgesamt kann man im Vergleich zum Vorgänger sagen, dass Paragon ihre Linie weiter fortsetzen, wobei man klanglich etwas düsterer und aggressiver wird.

Gleich bei den ersten beiden Songs „Hellgore“ und „Disconnected“ wird einem schnell klar, hier ist niemand eingerostet, man rockt kräftig nach vorne. Die Drums geben die Richtung der beiden up-tempo Tracks vor und die Gitarren folgen mit zweistimmigem Riffing. Der Gesang von Andreas Babuschkin ist eindeutig gewöhnungsbedürftig, pendelt seine sehr raue Stimme beständig zwischen melodischeren und growlartigen, schreienden Gefilden. Beiden Stücken kann man leichte Parallele zu dem ein oder anderen Grave Digger-Song nachweisen. „Hellgore“ kann im Mittelteil sogar noch durch eine ruhige Passage mit Akustikgitarre aufwarten.

Mit „Entombed“ geht es nun ruhiger und rhythmischer zu Werke, jedoch steigt die Ohrwurmqualität. Im Refrain bedient man sich zusätzlich noch eines Chors. Diesen Song könnte man ebenso auf einem Manowar-Album vermuten. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Bloodfeast“, welches ebenfalls in sehr getragenem Tempo bei einer düsteren Grundstimmung aus den Boxen tönt, gegen Ende das Tempo dann aber doch anzieht.

Der Titeltrack gibt nachfolgend auf die vorherige kurze Atempause noch einmal Gas. Manko dieses Songs sind die leicht scheppernden Drums, die das Klangbild etws verzerren, vor allem weil hier das Schlagzeug in den Vordergrund gerückt wurde. Ebendieses Phänomen kann man auch bei „Waxworks“ erkennen. Da war die Produktion eher suboptimal.

Mit „The Blade In The Dark“, „Death Next Door“ und „The Killing Hand“ folgen dann noch einmal drei up-tempo Nummern im Stil der vorangegangenen Tracks. Die Zielgerade bilden dann „Larger Than Life“, welches 2008 schon als Single veröffentlicht wurde, sowie „L’eredita“. Aber eins nach dem anderen.

Ob es im näheren Umfeld der Band irgendwelche Backstreetboys-Fans gibt oder gab, ist nicht überliefert, daher kann man nur vermuten, wie Paragon auf die fixe Idee kamen, ebenjenen Song „Larger Than Life“ dieser Boygroup im metallischen Gewand wieder auferstehen zu lassen und diesen sogar noch zusätzlich als Vorgeschmack auf ihren neuen Longplayer zu veröffentlichen. Trotz allem, diese Version ist wirklich gelungen. „L’eredita“ ist eine Neuauflage von „Legacy“, nur, wie der Titel schon vermuten lässt, diesmal nicht in englischer, sondern in italienischer Sprache aufgenommen. Ob dies notwendig war, sei dahingestellt. Der Track macht trotzdem weiterhin eine gute Figur.

Fazit: Paragon sind mit „Screenslaves“ ihrem Stil treu geblieben, haben sich jedoch zum Vorgänger qualitativ leicht verbessert. Die Songs sind allesamt recht einfach gestrickt, was zwar nicht schlecht sein muss, aber irgendwo einfach die Kreativität und das Besondere von einzelnen Stücken vermissen lässt. Die Produktion ist bis auf die zwei schon genannten Ausrutscher im grünen Bereich. Alles in allem: Gutes Album, welches, kombiniert mit einem Label-Wechsel, die Band nun vielleicht einmal etwas weiter ins öffentliche Rampenlicht - und nicht nur das der Bühnen dieser Welt, denn dass sie dort einen sehr guten Job leisten, wissen wir schon - bringen wird. Potential gibt es schließlich genug.

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